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Christian Noyer im Interview

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„Wir wollen nicht alles dezentralisieren“

Was ist der Ausweg?

Wir müssen das Problem an der Wurzel beheben. Die Verbindung zwischen Banken und Staaten muss durchtrennt werden. Der Weg dahin besteht in einer wirklichen Vereinheitlichung des Bankensystems. Was wir brauchen, sind eine einheitliche Bankenaufsicht und Einlagensicherung sowie ein einheitlicher Abwicklungsfonds.

Knapp gesagt, meinen Sie, dass die Euro-Zone eine Bankenunion braucht, um erneute Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank, die EZB, zu vermeiden?

Ja, das kann man so sagen. Die Geldpolitik muss in allen Ländern auf gleiche Weise wirken, sonst erhalten wir keine Preisstabilität. Die beste, strukturelle Antwort auf die gegenwärtige Zerrissenheit ist eine Bankenunion.

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    Und in der Verantwortung für die einheitliche Aufsicht sähen Sie gerne die EZB?

    Die Institution ist glaubhaft, sie könnte das gut und schnell.

    Was heißt schnell?

    Lassen Sie uns erst das Konzept für eine umfassende Bankenaufsicht im Euro-Raum haben. Wenn es heute entschieden würde, könnte es morgen anlaufen.

    Aber die EZB hat doch gar nicht die Leute dafür.

    Wir brauchen keine zusätzlichen Leute. Wir wollen nicht alles in der EZB zentralisieren. Wie arbeitet denn das Eurosystem? Es arbeitet dezentral.

    Können Sie uns das genauer erklären?

    Die EZB wäre das Zentrum, wo die Maßnahmen entschieden würden. Sie beaufsichtigt, was die nationale Zentralbank oder der nationale Aufseher macht, trifft Entscheidungen, gibt Instruktionen, macht auf ein Problem aufmerksam, wenn sie es bemerkt - etwa das, was wir mit den spanischen Cajas hatten. Nur die laufende Aufsicht obläge den nationalen Zentralbanken oder Aufsehern.

    Dezentral - ist das wirklich eine gute Idee? Sehen Sie sich die spanischen Cajas an. Die Bank von Spanien wurde lange für ihre Aufsicht gelobt, doch am Ende gab es nur Chaos.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Probleme der spanischen Cajas schlimmer waren als die der deutschen Landesbanken. Aber wir waren zweifellos sehr enttäuscht über das, was sich in etwa 30 Prozent des spanischen Bankensektors ereignet hat. Die Bank von Spanien hat jahrelang gemahnt, die Cajas zu restrukturieren, aber sie hatte nicht genügend Einfluss, um das durchzusetzen.

    Würde die EZB nicht Gefahr laufen, Aufsicht und Geldpolitik zu vermischen?

    Um jede Vermengung von Zuständigkeiten zu vermeiden, sollte es neben dem EZB-Rat ein separates Komitee der Aufseher geben.

    Kommentare (48)

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    Account gelöscht!

    18.07.2012, 07:05 Uhr

    Eine Bankenunion kann den finalen Zusammenbruch des Schnellballprinzips unseres fiat money Systems nicht aufhalten sondern lediglich das Überleben einige Monate verlängern. Je länger wir den Crash nach hinten schieben, je mehr Billionen noch vorher in das System gepumpt werden, desto schmerzhafter und nachhaltiger wird der Zusammenbruch ausfallen. Aber daß sich die politische Elite dieser Welt mit allen Mitteln gegen den finalen Zusammenbruch wehrt, ist logisch, denn sie würden ihn wohl kaum überleben.

    Ludwig500

    18.07.2012, 07:06 Uhr

    Man kann es sich nicht so einfach machen, die Aussagen von Herrn Noyer als dumm oder schlecht informiert zu interpretieren. Der Mann weiss wie Märkte funktionieren, was die Märkte wollen.

    Er ist einfach nur Mitglied der grossen Geldallianz. Deshalb reitet er munter weiter auf dem toten Pferd, dass sich nur noch bewegt weil ihm ständig Stromstösse in Form von Rettungsmilliarden verpasst werden.

    Unfassbar, was für gewissenlose Bankster auf die Schlüsselpositionen gesetzt wurden.

    HansWurst

    18.07.2012, 07:17 Uhr

    Man kann noyer nicht als hochverraeter abtun. Wacker kaempft er fuer die interessen frankreich und den zugang der fpiigs zum deutschen einlagen sicherungsfonds, um sozialistische wohltaten seines premiers zu lasten der deutschen weiter finanzieren zu koennen.
    Man wuenschte sich unsere deutschen volksverraeter wuerden so fuer unsere interessen kaempfen.

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