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20.03.2019

15:29

Crowdfunding

Der Markt für Schwarmfinanzierung boomt

Von: Frank Matthias Drost

Der Markt für Crowdinvesting wird in Deutschland beliebter. Allerdings gibt es eine Schlagseite bei den Finanzierungsprojekten.

Der Markt für alternativen Finanzierungsplattformen wächst. imago stock&peopleimago

50-Euro-Scheine

Der Markt für alternativen Finanzierungsplattformen wächst.

Die Finanzierung von Unternehmen, Immobilien oder Projekten mittels vieler Kleinanleger wird in Deutschland beliebter. Der Crowdinvesting-Markt ist nach einer Analyse des Newsletters Crowdfunding.de im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 um 50 Prozent auf rund 300 Millionen Euro gewachsen. Zwischen 2011 und 2017 betrugen die Investitionen insgesamt knapp 690 Millionen Euro.

Mit Spannung wartet die Branche auf den Evaluierungsbericht des Kleinanlegerschutzgesetzes. Mit diesem Gesetz schuf die Bundesregierung 2015 Erleichterungen für die Branche. Für Vermögensanlagen bis zu 2,5 Millionen Euro muss beispielsweise kein Prospekt vorgelegt werden.

Jetzt wird darüber nachgedacht, ob der finanzielle Rahmen gemäß der EU-Prospektrichtlinie auch für Schwarmfinanzierungen ausgedehnt wird. „Ich begrüße das wachsende Marktvolumen im Crowdinvesting-Bereich“, sagte die SPD-Finanzexpertin Sarah Ryglewski dem Handelsblatt. Der Verzicht auf Prospeke dürften allerdings nicht zu Problemen für Anleger unter Verbraucherschutz- und Transparenzgesichtspunkten führen.

Dominierten bis 2015 noch die Finanzierung in Unternehmen, so ragen mittlerweile Immobilieninvestitionen heraus. Die Immobilien-Crowdinvestments stiegen 2018 um 63 Prozent auf 212 Millionen Euro, die entsprechenden Investitionen in Unternehmen legten um 26 Prozent auf gut 80 Millionen Euro zu.

Ganz geheuer ist der SPD-Politikerin Ryglewski der Immobilienboom nicht. „Eine einseitige Fokussierung auf prozyklische Investments im Immobilienbereich würde ich sehr kritisch sehen“, gibt sie zu Protokoll.

Crowdinvestments sind für Kleinanleger risikoreich. Entsprechend sind Investitionen mit dem gesetzlichen Hinweis versehen, dass der Verlust des kompletten Einsatzes drohen kann. Am ausgeprägtesten ist die Verlustgefahr naturgemäß bei der Finanzierung von Start-ups. Hier kommt Crowdfunding.de zwischen 2011 und 2018 auf eine Ausfallquote von 23 Prozent.

Zwar sind in Deutschland 37 Crowdinvest-Plattformen aktiv, die mindestens ein Projekt finanziert haben. Doch mittlerweile haben sich eindeutig Platzhirsche herausgebildet. So vereint die Hamburger Finanzierungsplattform für Immobilien, Exporo, allein ein Volumen von 125 Millionen Euro auf sich, was einem Marktanteil von 60 Prozent entspricht, Tendenz steigend. Ausgeglichener ist dagegen die Situation bei den Plattformen für Unternehmensfinanzierungen.

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