MenüZurück
Wird geladen.

29.04.2019

14:08

In der vergangenen Woche legte der Dax 0,3 Prozent zu. dpa

Aktienhändler an der Frankfurter Börse

In der vergangenen Woche legte der Dax 0,3 Prozent zu.

Dax-Umfrage

Anleger setzen auf Sicherheit und wollen deutlich mehr Aktien verkaufen

Von: Jürgen Röder

Die Investitionsbereitschaft der Privatanleger sinkt deutlich. Das war in der Vergangenheit häufig Vorläufer einer Marktkorrektur.

DüsseldorfWie reagieren Anleger auf den aktuellen Rally-Modus? Sie wollen Aktien verkaufen. Das geht aus der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment hervor. Weil der Zukunftspessimismus wächst, will mittlerweile jeder Vierte in den kommenden zwei Wochen Aktien verkaufen – ein Plus von sechs Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche.

Nur noch 21 Prozent (minus ein Prozentpunkt) wollen Aktien kaufen. 54 Prozent wissen derzeit noch nicht, wie sie sich in den kommenden zwei Wochen verhalten werden. Damit ist die Investitionsbereitschaft beim Dax-Sentiment auf ein Niveau gesunken, das es in den vergangenen Jahren nur kurz vor der Sommerpause gab.

„Die Investitionsbereitschaft ist ein wichtiger Indikator unserer Sentiment-Analyse“ erläutert Stephan Hebel, der die wöchentliche Umfrage unter mehr als 3500 Anlegern auswertet. In der Vergangenheit war ein niedriger Wert häufig, aber nicht immer, Vorläufer einer Marktkorrektur.

Dieser Zusammenhang funktionierte jedoch beispielsweise nicht in der ersten Jahreshälfte 2017. Damals gab es eine lange Phase mit extrem niedriger Investitionsbereitschaft, doch der Dax stieg in dieser Zeit um 1000 Punkte, von 11.700 auf 12.800 Zähler, an.

„Da wir derzeit ebenfalls bereits eine langanhaltende Rally erleben, könnte es diesmal ähnlich laufen“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx. „Nach den großen Kursgewinnen der vergangenen Monate schwindet einfach der Glaube an weitere Kurssteigerungen.“

Zumal ähnlich wie Mitte 2017 sich derzeit auch Privatanleger sehr viele Put-Hebelprodukte auf den Dax ins Depot gelegt haben, die bei fallenden Kursen stiegen. Damit sichern Investoren ihr Depot vor Kursverlusten ab. „Der Grund für das geringere Kaufinteresse ist also offensichtlich die Angst vor einem erneuten Crash“, schlussfolgert der Börsenexperte.

Dennoch sollten Anleger ihre Gewinne für die Vor-Sommerzeit mit Stop-Loss-Marken absichern. Schließlich ist der Dax seit Jahresanfang um mehr als 2000 Punkte gestiegen, entsprechend sitzen viele Anleger auf größeren Buchgewinnen.

„Grundsätzlich sprechen aber viele Gründe für eine Fortsetzung der Rally“, meint der Animusx-Geschäftsführer. „Es kann sich lohnen, weiterhin investiert zu sein“.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?

Angaben in Prozent


In der vergangenen Handelswoche war ein seltenes Phänomen zu beobachten: Der Dax stieg leicht, während der US-Auswahlindex Dow Jones ins Minus rutschte. Während beim deutschen Börsenbarometer SAP zum Kaufen animierte, belastete beim US-Barometer 3M die Performance.

Dabei zeigen die Aktienmärkte auf der anderen Seite des Atlantiks insgesamt eine deutlich bessere Performance: Die US-Indizes verzeichnen schon wieder neue Allzeithochs, während der Dax noch nicht einmal sein Zwischenhoch vom vergangenen Frühjahr erreicht hat.

Die aktuellen Ergebnisse des Dax-Sentiments zeigen: Die Stimmung der Anleger hat sich im Vergleich zur ohnehin schon guten Laune der Vorwoche kaum verändert: 43 Prozent (minus vier Prozentpunkte) sehen in der aktuellen Dax-Bewegung weiterhin einen Aufwärtstrend. Unverändert gehen 24 Prozent davon aus, dass wir die höchste Notierung der Rally gesehen haben (Antwortmöglichkeit: Topbildung).

Der Rest geht von einer übergeordneten Seitwärtsbewegung aus (plus drei Prozentpunkte auf 27 Prozent). Die Stimmung ist damit zum dritten Mal in den vergangenen vier Wochen euphorisch.

Grafik

Auch die Selbstzufriedenheit hat sich im Vergleich zur Vorwoche kaum verändert: Die Kursentwicklung vergangener Woche wollen 59 Prozent (plus zwei Prozentpunkte) so zum größten Teil erwartet haben. Weitere 18 Prozent (minus drei Prozentpunkte) wollen sogar darauf spekuliert haben.

Kaum erfüllt sehen hingegen nur 17 Prozent (minus ein Prozentpunkt) ihre Erwartungen der Vorwoche. Sechs Prozent (plus zwei Prozentpunkte) geben an, mit dem anhaltenden Anstieg auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein.

Mit dem gestiegen Kursniveau beim Dax bekommt die Zahl der Pessimisten Zulauf, im Gegenzug wird der Optimismus geringer. Denn für den Dax in drei Monaten erwarten 17 Prozent (minus ein Prozent) weiter steigende Kurse. Unverändert neun Prozent gehen davon aus, dass es in drei Monaten eine Topbildung geben wird. An eine Seitwärtsbewegung glauben nur noch 40 Prozent (minus sechs Prozentpunkte). Um sieben Prozentpunkte ist die Zahl der Pessimisten gestiegen: 31 Prozent erwarten für dem Dax in drei Monaten fallende Kurse.

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist auf dem tiefsten Stand seit September 2017 gefallen und zeigt damit an: Private Anleger haben extrem viele Put-Produkte im Depot, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen. Mit diesem Verhalten setzen sie entweder auf eine Korrektur oder wollen zumindest ihre hohen Buchgewinne sichern. Offenbar wirken die hohen Kursverluste Ende des vergangenen Jahres noch nach.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?

Angaben in Prozent


Das Put/Call-Verhältnis an der Frankfurter Terminbörse Eurex, an der sich die Profis absichern, zeigt mit einem Wert unter 1,0 eher eine optimistische Stimmung. In den vergangenen zwölf Monaten lag dieser Wert durchschnittlich bei 1,5.

Ähnlich zeigt das Put/Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE, das ebenfalls weiter absackt und inzwischen sogar Jahrestiefstände erreicht. „Das passt in meine Beobachtung, dass einige der exorbitanten Kurssprünge der abgelaufenen Woche wie bei den Unternehmen Twitter und Hasbro auch auf Deckungskäufe von Shortsellern zurückzuführen sind“, meint Heibel.

Die Investitionsquote der US-Fondsmanager hat sich derweil kaum verändert (minus ein Prozentpunkt auf 92 Prozent) und ist damit unauffällig. US-Privatanleger haben eine Bullenquote von 13 Prozent, das ist ein leichter Rückgang in Richtung Neutralität im Vergleich zur Vorwoche.

Der anhand von technischen Marktdaten berechnete „Angst-und-Gier-Indikator“ der US-Aktienmärkte zeigt mit einem Wert von 69 Prozent Gier, aber noch keine extreme Gier an, für die ein Wert von 75 Prozent notwendig ist.

Zur Erläuterung: Hinter der Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung stehen zwei Annahmen: Wenn viele Anleger optimistisch sind, haben sie bereits investiert. Dann bleiben wenige übrig, die noch kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten. Umgekehrt gilt: Wenn die Anleger pessimistisch sind, haben sie mehrheitlich nicht investiert. Dann können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online.

Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine E-Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine weitere, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Uwe Bottsch

30.04.2019, 14:04 Uhr

Ziemlich interessanter beitrag... Solltet ihr Neueinsteiger sein oder schon länger im Geschäft mit Aktien aber nichts läuft kann ich euch ein Buch empfehlern Namens: Maximale Rendite. Dieses Buch hat so gut wie mein Leben verändert und das beste es ist KOSTENLOS. Du musst lediglich die Versandkosten übernehmen.
Hier der Link zum Buch: https://tinyurl.com/y25a2jhq

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×