Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2019

19:56

Fed

Powell signalisiert Bereitschaft zu weiterer Zinssenkung

Fed-Chef Jerome Powell ist einer weiteren Zinssenkung nicht abgeneigt. Die US-amerikanische Notenbank wolle weiter angemessen handeln. Eine Rezession in den USA erwartet er nicht.

Für den Fed-Chef ist die Notenbank allen Amerikanern verpflichtet und nicht einzelnen Parteien. Reuters

Jerome Powell

Für den Fed-Chef ist die Notenbank allen Amerikanern verpflichtet und nicht einzelnen Parteien.

Zürich Angesichts der negativen Auswirkungen des Zollkonflikts auf die Konjunktur steht die US-Notenbank für eine weitere Zinssenkung bereit. Die Zentralbank werde „weiter angemessen handeln“, um das Wachstum zu stützen, sagte Fed-Chef Jerome Powell am Freitag in Zürich auf einer Veranstaltung des Swiss Institute of International Studies (SIAF).

Mit einer ähnlichen Formulierung hatte er die Märkte bereits im Sommer auf die jüngste Zinssenkung Ende Juli eingestimmt. „Es ist unsere Pflicht, unsere Werkzeuge zur Stützung der Wirtschaft zu nutzen. Und das werden wir weiter tun“, betonte Powell nun in der Schweiz.

Zuletzt hatte die Fed Ende Juli den geldpolitischen Schlüsselsatz um einen Viertelpunkt auf die Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent gekappt. Viele Ökonomen erwarten, dass sie auf ihrer Sitzung am 18. September mit einer weiteren Zinssenkung nachlegen wird.

Für die weitere Konjunkturentwicklung in den USA gibt er sich zuversichtlich. Eine Rezession erwartet er nicht. Die Federal Reserve rechne mit mäßigem Wachstum, guten Arbeitsmarktdaten und leicht anziehender Inflation, sagte Powell in Zürich. „Wir prognostizieren und erwarten keine Rezession.“

Mit Blick auf den Handelskonflikt zwischen China und den USA sagte Powell, die daraus resultierende Unsicherheit bremse langfristige Investitionen. Die Zentralbank beobachte die Auswirkungen des Konflikts und treffe ihre Entscheidungen unabhängig von der Politik.

„Allen Amerikanern“ verpflichtet

Die von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Unsicherheiten im Handel werden laut einer Fed-Studie die Welt 850 Milliarden Dollar an Wirtschaftskraft kosten – allein 200 Milliarden davon die USA. Trump, der Ende 2020 seine Wiederwahl anstrebt, überhäuft die Notenbank seit langem mit Kritik. Er drängte sie am Freitag via Twitter erneut zu stärkeren Zinssenkungen, um das nachlassende Wirtschaftswachstum zu stützen.

Powell sagte in Zürich, Wahlkampfpolitik habe mit dem Mandat der Fed nichts zu tun. Die Notenbank sei in ihrer Geldpolitik „allen Amerikanern“ verpflichtet und nicht einzelnen Parteien.

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow sagte der Agentur Bloomberg am Freitag, es wäre eine gute Sache, wenn die Fed die Zinsen im September und im Oktober senken würden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×