Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2022

00:39

Federal Reserve

US-Notenbank lässt ihre Position zu digitalem Zentralbankgeld offen

Die Fed gibt bisher keine politischen Empfehlungen für die Einführung eines digitalen Dollars. Die Zentralbank sieht Risiken für die Finanzstabilität.

Der US-Banken-Ausschuss sollte unter anderem über eine zweite Amtszeit von Fed-Präsident Jerome Powell entscheiden. Doch das ist nicht der Grund, warum die angesetzte Abstimmung verschoben wurde. AP

Federal Reserve

Der US-Banken-Ausschuss sollte unter anderem über eine zweite Amtszeit von Fed-Präsident Jerome Powell entscheiden. Doch das ist nicht der Grund, warum die angesetzte Abstimmung verschoben wurde.

New York Die US-Notenbank Fed hält sich in ihrem seit langem erwarteten Positionspapier zur Einführung einer digitalen Version des US-Dollars zurück. In der am Donnerstag veröffentlichten Analyse gab die Fed keine politischen Empfehlungen und ließ auch ihren Standpunkt offen, ob eine digitale Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currencies, CBDC) eingeführt werden sollte.

Gleichwohl listete die Fed Vor- und Nachteile auf, die ein digitaler Dollar aus ihrer Sicht hätte. So könne er Zahlungen beschleunigen und Haushalten eine sichere Zahlungsmöglichkeit bieten. Allerdings berge er auch Risiken für die Finanz-Stabilität und es gebe Bedenken beim Datenschutz. Die Regierung müsse zudem weiter in der Lage sein, illegale Finanzströme zu bekämpfen. Das Papier war 2021 von Fed-Chef Jerome Powell angekündigt worden.

Im Gegensatz zu Kryptowährungen, die in der Regel von privaten Akteuren betrieben werden, würden CBDCs von der Zentralbank ausgegeben und unterstützt. Deren Einführung wird von Währungshütern rund um den Globus geprüft. Denn das bestehende Zahlungssystem hat Mängel. So laufen Transaktionen von Privatkunden und Firmen über Konten bei Banken und Notenbanken. In eine Überweisung sind damit meist mehrere Institute eingebunden. Geldtransfers über Landesgrenzen hinweg können deshalb langsam, teuer und fehleranfällig sein.

Dass das auch anders geht, zeigt sich bei privaten Kryptowährungen wie Bitcoin. Sie beruhen auf der Technologie Blockchain. Das ist ein fälschungssicheres, digitales Transaktions-Register, bei dem Mittler wie Banken nicht mehr notwendig sind. Geldströme laufen direkt zwischen zwei Parteien. Ein Nachteil von Kryptowährungen liegt aber in deren enormen Wertschwankungen. Der Wert eines ebenfalls auf Blockchain basierenden digitalen Zentralbankgeldes soll dagegen so stabil wie der von Banknoten sein.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Janet Yellen zeigt sich zuversichtlich

    Unterdessen hat die amerikanische Finanzministerin Janet Yellen in einem Interview bekräftigt, dass die US-Notenbank und Präsident Joe Biden ihrer Einschätzung nach die Inflation unter Kontrolle bringen werden. Die Zentralbank und die Regierung würden Maßnahmen ergreifen, um die Preisbeschleunigung im laufenden Jahr zu verringern, sagte Yellen am Donnerstag dem US-Sender CNBC. Voraussetzung sei aber, dass die Corona-Pandemie in Schach gehalten werde. Die Inflation sei stärker als von den meisten Ökonomen und ihr erwartet gestiegen. Die Regierung und die Notenbank trügen die Verantwortung, dagegen vorzugehen. Und das hätten sie auch so vor. Die Verbraucherpreise in den USA steigen so rasant wie seit rund 40 Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten im Dezember 7,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das ist der höchste Wert seit Juni 1982.

    Von

    rtr

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×