MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2019

11:08

Indexfonds

Anleger ziehen in einem Monat 19 Milliarden Dollar aus Aktien-ETFs ab

Von: Ingo Narat

Die Erfolgsstory der Indexfonds erhält einen Dämpfer. Wegen des Handelskonflikts gingen Investoren im Mai auf Nummer sicher.

Anleger zogen weltweit Gelder aus Aktien-ETFs ab. Reuters

Schlechte Zeiten an der Börse

Anleger zogen weltweit Gelder aus Aktien-ETFs ab.

FrankfurtBörsengehandelte Indexfonds sind eine der wenigen Erfolgsstorys am Markt für Geldanlageprodukte. Die „Exchange Traded Funds“, kurz ETFs, zogen in den vergangenen Jahren Investorengeld in großem Volumen an. Doch diese Erfolgsstory hat einen Knick bekommen – zumindest in der sehr kurzfristigen Betrachtung.

Nach Angaben der Analysefirma ETFGI in London zogen die Anleger im Mai aus Aktien-ETFs netto rund 19 Milliarden Dollar ab. Im Gegenzug flüchteten die Anleger in sichere Häfen – die Anleihekurse und Zuflüsse in Anleihe-ETFs stiegen. Hier investierten die Marktteilnehmer knapp elf Milliarden Dollar.

Deshalb fiel die Gesamtbilanz bei allen ETFs mit weltweit netto 4,5 Milliarden Dollar abgezogenen Geldern nicht ganz so heftig aus. Es ist dennoch laut ETFGI das erste Minus seit Januar 2014. Die bisherige Jahresbilanz ist mit Zuflüssen von 141 Milliarden Dollar aber noch deutlich im Plus.

Die Analysefirma begründet die Tendenz mit den wachsenden globalen Spannungen und dem Handelskonflikt zwischen USA und China. Die daraus folgende Unsicherheit verleitete Anleger zu Aktienverkäufen. Das traf auch entsprechende ETFs, die häufig von Großinvestoren für kurzfristige Positionierungen eingesetzt werden.

Ob diese Unsicherheit anhält, bliebt vorerst offen. Manche Experten erwarten zwar eine Annäherung der streitenden Parteien USA und China auf dem anstehenden G20-Gipfel Ende des Monats. Andere jedoch rechnen damit, dass das Konfliktpotenzial langfristig erhalten bleibt.

Denkbare Folgen des Zollkonflikts kommen zusammen mit ohnehin bestehenden Sorgen über eine mögliche globale Konjunkturdelle. In den USA und Europa haben diese Ängste mit den weiter gefallenen Anleiherenditen neue Nahrung erhalten. Skeptikern zufolge ist diese Tendenz der Vorbote geringeren Wachstums.

In Finanzmarktkreisen waren ETFs allerdings bisher Gewinner. Liquidität und niedrige Gebühren zogen die Anleger an. Angesichts der Marktgröße relativieren sich die Mai-Abflüsse ohnehin. Das gesamte ETF-Kapital ist in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent gestiegen, auf 5,3 Billionen Dollar.

Impulse durch drei Anlagetrends

Aktuelle Impulse enthält der Markt vor allem durch drei Anlagetrends, die auch mit Neuauflagen von ETFs abgedeckt werden. Zum einen werden häufiger Indizes mit Blick auf bestimmte Eigenschaften ihrer Mitglieder verändert. Das können beispielsweise Messlatten mit besonderer Ausrichtung auf dividendenstarke Aktien sein.

Einen weiteren Schub gibt die technologische Revolution. Sie erzeugt Interesse an Benchmarks für Aktien, die etwa die Themen Robotertechnik oder Datensicherheit abdecken. Dazu gehören auch Stichworte wie Big Data und Künstliche Intelligenz.

Die wohl größte Bewegung bringt das wachsende Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften. Das weckt auch in der Finanzbranche den Wunsch nach entsprechend konstruierten Indizes. Das können Messlatten zum Beispiel für Aktien von Firmen mit geringem Ausstoß von Treibhausgasen sein. Insoweit hat die Bewegung „Fridays for Future“ längst die ETF-Branche erreicht.

Mehr: Mit Indexfonds, Immobilien und Dividenden-Aktien können Anleger auf die frühzeitige finanzielle Unabhängigkeit hin arbeiten. Lesen Sie hier die Chancen und Risiken der Strategien.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×