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23.06.2022

16:55

Geldpolitik

Bundesbank-Präsident warnt vor zu zögerlichen Schritten gegen Inflation

Zu geringe Zinserhöhungen könnten dazu führen, dass dann schließlich ungeplant hohe Zinserhöhungen notwendig würden. Davon ist Joachim Nagel überzeugt.

„Als Mitglieder des EZB-Rats müssen wir dafür sorgen, dass sich die erhöhte Inflation nicht mittelfristig festsetzt“, sagte er. IMAGO/Sascha Ditscher

Bundesbankpräsident Joachim Nagel

„Als Mitglieder des EZB-Rats müssen wir dafür sorgen, dass sich die erhöhte Inflation nicht mittelfristig festsetzt“, sagte er.

Frankfurt Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat davor gewarnt, zu spät und mit zu zögerlichen Schritten auf den anhaltenden Inflationsschub im Euro-Raum zu reagieren. Dann könnten sogar noch stärkere Zinserhöhungen notwendig werden, um die Inflation in den Griff zu bekommen, sagte er am Donnerstag laut Redetext auf einer Konferenz zur Geldpolitik und den Erwartungen von Haushalten und Unternehmen in Eltville.

„Dies würde viel höhere wirtschaftlichen Kosten erzeugen,“ sagte er. Die Teuerung im Euro-Raum war im Mai auf ein Rekordniveau von 8,1 Prozent geklettert. Das ist mehr als vier mal so hoch wie das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die zwei Prozent Inflation als optimal für die Wirtschaft erachtet.

„Als Mitglieder des EZB-Rats müssen wir dafür sorgen, dass sich die erhöhte Inflation nicht mittelfristig festsetzt“, sagte Nagel. Währungshüter müssten Haushalten und Unternehmen klare und rechtzeitige Signale geben, dass sie entschlossen sind, Preisstabilität sicherzustellen. „Solche Signale tragen zu niedrigeren Inflationserwartungen bei und helfen dabei, die Inflation wieder zurück zum Zielwert zu bringen“, sagte der Bundesbank-Präsident.

Die EZB hatte im Juni angesichts der rasant steigenden Inflation für Juli die erste Zinserhöhung seit elf Jahren angekündigt. Die Notenbank will dann die wichtigsten Zinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte anheben. Es wäre die erste Zinserhöhung in der Währungsgemeinschaft seit dem Jahr 2011.

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    Für ihr Zinstreffen im September peilt die EZB einen zweiten Schritt nach oben an, der womöglich noch stärker ausfallen soll. Die Größenordnung werde von den überarbeiteten mittelfristigen Inflationsaussichten abhängen, sagte Nagel. „Wenn die Inflationsaussichten gleichbleiben oder sich weiter verschlechtern, wird eine stärkere Anhebung angemessen sein“, sagte er.

    Sein Ratskollege Peter Kazimir, der slowakische Notenbankgouverneur, hatte sich vergangene Woche für eine Zinserhöhung um 0,50 Prozentpunkte im September ausgesprochen.

    Von

    rtr

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