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22.11.2022

09:37

Geldpolitik

EZB-Rat Centeno argumentiert für kleineren Zinsschritt im Dezember

Der portugiesischen Notenbankchef hat sich am Montag gegen eine weitere Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte ausgesprochen. Innerhalb der EZB gibt es unterschiedliche Meinungen.

Die Währungshüter sind sich einig, dass die EZB die Rekordinflation weiter bekämpfen muss. Um die Höhe des nächsten Zinsschritts wird innerhalb der EZB diskutiert. dpa

EZB in Frankfurt

Die Währungshüter sind sich einig, dass die EZB die Rekordinflation weiter bekämpfen muss. Um die Höhe des nächsten Zinsschritts wird innerhalb der EZB diskutiert.

Nach zwei Zinsschritten in Höhe von einem Dreiviertelprozentpunkt kann es sich die Europäische Zentralbank leisten, das Tempo der geldpolitischen Straffung zu reduzieren, findet EZB-Ratsmitglied Mario Centeno. Der portugiesische Notenbankchef erklärte am Montag in Lissabon, dass er zwar Spielraum für eine weitere Zinsanhebung in der Sitzung am 15. Dezember sehe, doch fügte er hinzu, dass „es Bedingungen gibt - viele Bedingungen - für einen Anstieg um weniger als diesen Betrag“.

Die EZB hat die Zinssätze seit Juli um 200 Basispunkte angehoben. Die Märkte rechnen derzeit für die Dezember-Sitzung mit einer Anhebung um einen halben Prozentpunkt. Informierten Kreisen zufolge gibt es derzeit keine Dynamik für einen größeren Schritt.

Ebenfalls am Montag sagte der österreichische Gouverneur Robert Holzmann, einer der führenden Falken im Rat, dass er für einen Schritt um 75 Basispunkte plädieren würde, wenn die November-Inflationsdaten keine wesentliche Verlangsamung des Preiswachstums zeigen. Eine weitere kräftige Anhebung „würde ein starkes Signal unserer Entschlossenheit geben“, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) der „Financial Times“. „Es würde Unternehmen und Gewerkschaften zeigen, wir meinen es ernst, also unterschätzt uns nicht, seid vorsichtig.“

Holzmann sieht keine Anzeichen dafür, dass die Kerninflation, bei der die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, zurückgehen, wie er der Zeitung sagte. Er erwarte nur eine milde Rezession, keinen tiefgreifenden Abschwung in der Euro-Zone, der 19 Länder angehören. Er sei aber offen dafür, seine Ansicht auf Grundlage neuer Prognosen noch zu ändern. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane signalisierte, dass sich zu gegebener Zeit die Frage stellen werde, ob die Straffung in „langsameren Schritten“ erfolgen solle.

Einig sind sich alle Währungshüter, dass die EZB die Rekordinflation weiter bekämpfen muss. „Wir müssen diese Inflationstendenz umkehren, damit die Geldpolitik in den nächsten Monaten vorhersehbarer wird“, sagte Centeno, der eher zu den Tauben im Rat gehört.

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