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15.08.2019

20:39

Geldpolitik

EZB-Ratsmitglied Rehn spricht sich für umfassendes Stimulus-Paket aus

Um die schwächelnde Konjunktur anzuschieben, soll die EZB nach Ansicht von Olli Rehn ein „wirksames und umfassendes“ Paket vorlegen. Er nennt bereits konkrete Schritte.

EZB: Ratsmitglied Olli Rehn fordert umfassendes Stimuli-Paket dpa

Olli Rehn

Der finnische Notenbankchef fordert eine gelockerte Geldpolitik.

Frankfurt EZB-Ratsmitglied Olli Rehn spricht sich für eine deutliche Lockerung der Geldpolitik aus. Die Notenbank solle auf ihrer nächsten Sitzung kommenden September mit einem „wirksamen und umfassenden“ Paket aufwarten, sagte der finnische Notenbankchef der US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“.

Es sei besser, die Markterwartungen zu übertreffen als sie zu verfehlen, sagte Rehn weiter. Als eine Maßnahme verlangt er, aktuelle EZB-Regeln anzupassen. Zum Beispiel könne man die Beschränkung überdenken, die EZB dürfe nur 33 Prozent der Schulden einer Regierung aus der Euro-Zone aufkaufen.

Als andere Maßnahme bringt er eine Verbesserung der Konditionen für längerfristige Kredite an Banken ins Spiel. Diese Bankenkredite werden erstmals ab September angeboten.

Dass im September ein Stimulus-Paket kommen soll, hatte EZB-Chef Mario Draghi bereits mehrfach angedeutet. Über Umfang und konkrete Maßnahmen gibt es innerhalb der EZB jedoch unterschiedliche Positionen – manche wollen mehr, manche weniger. Rehn ist dabei nur eines von 25 Mitgliedern im EZB-Rat und gehört nicht zu der EZB-Führungsspitze.

Etliche Signale attestieren der Euro-Zone derzeit eine konjunkturelle Schwächephase. So war die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal laut Statistischem Bundesamt sogar geschrumpft.

Enttäuschende Konjunkturdaten und Signale vom US-Anleihemarkt, die auf eine Rezession hindeuten könnten, haben zusätzlich für große Verunsicherung gesorgt. „Nackte Angst greift um sich“, kommentierte Commerzbank-Expertin Antje Praefcke. Der Markt fürchte sich vor einer globalen Rezession.

Der Dollar, der als sichere Alternative gilt, profitierte davon in den vergangenen Tagen. Praefcke bezweifelt jedoch, dass das so bleibt. „Wer mag sich schon auf die Währung eines Landes verlassen, dessen Präsident zunehmend unvorhersehbar in Worten und Taten wird“, sagte sie.

Mit Agenturmaterial.

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Kommentare (1)

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Herr Hans Glück

16.08.2019, 11:55 Uhr

Wie hat Herr Schleweis (Sparkassenpräsident) gesagt: "Wenn man in der Sackgasse ist, sollte man nicht noch das Tempo erhöhen. Sondern es ist Zeit umzukehren ". Aber was macht Draghi und die EZB, sie fahren alles gegen die Wand und der Euro wird dadurch nicht gerettet. Eine wetiere Ausweitung der Geldmenge hilft mit Sicherheit auch nicht mehr, die deutschen Banken und Sparkassen schwimmen Liquidität und geben Kredite teilweise zu Konditionen, die zum langfristigen Überleben nicht reichen, Entweder die EZB ändert ihre Politik (was ich nicht glaube) oder Deutschland müsste zurück zur DM. Es wird wegen der zu erwartenden Aufwertung in den nächsten Jahren ganz schön hart werden, aber in spätestens 10 Jahren wird es sich rendiert haben. Andere Länder z.B. die Schweiz, Dänemark, Schweden, Tschechien u.s.w. ) fahren mit ihren eigenen Währung sehr gut. Glückwunsch noch an Großbritannien für die Entscheidung die EU zu verlassen.

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