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02.08.2022

10:32

Geldpolitik

Notenbank in Australien hebt Leitzins den vierten Monat in Folge an

Die drastischste Zinswende seit den 1990ern: Bis Mai lag der Zins in Australien noch bei 0,1 Prozent, nun hat er das Niveau von 1,85 Prozent erreicht.

Weitere Erhöhungen dürften folgen. AP

Zentralbank in Sydney

Weitere Erhöhungen dürften folgen.

Syndey Die australische Zentralbank hat ihren Leitzins angesichts der hohen Inflation den vierten Monat in Folge angehoben. Zum Abschluss ihrer geldpolitischen Sitzung im August setze die Reserve Bank of Australia (RBA) ihren Zinssatz von 1,35 auf 1,85 Prozent herauf. Bis Mai hatte er noch bei 0,1 Prozent gelegen. Damit vollzog die Zentralbank die drastischste Zinswende seit Anfang der 1990er Jahre.

Sie signalisierte zugleich, dass damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. „Der Vorstand geht davon aus, dass in den kommenden Monaten weitere Schritte zur Normalisierung der monetären Bedingungen unternommen werden, aber der Weg ist noch nicht vorgezeichnet“, sagte Notenbankchef Philip Lowe. Bislang wurde den Finanzmärkten signalisiert, die Zinsen auf ein neutrales Niveau von mindestens 2,5 Prozent zu bringen - theoretisch würde dabei das Wirtschaftswachstum weder stimuliert noch ausgebremst.

Lowe ist wegen der raschen Erhöhungen in die Kritik geraten. Eine Boulevardzeitung forderte ihn auf, seinen Posten aufzugeben. Lowe selbst räumte ein, dass sich die Bank auf einem „schmalen Pfad“ zwischen der Eindämmung der Inflation und der Aufrechterhaltung einer „ausgeglichenen Wirtschaft“ bewege. Finanzminister Jim Chalmers verteidigte die Unabhängigkeit der Zentralbank. Zugleich ordnete er aber eine Überprüfung an, ob sie einer Modernisierung bedürfte.

Die Notenbank senkte zugleich ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum. Demnach wird das australische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr statt der bislang erwarteten 4,2 nur um 3,25 Prozent wachsen, 2023 statt 2,0 nur noch um 1,75 Prozent.

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    Die Inflationsrate soll auf einen Höchststand von 7,75 Prozent steigen. Erst im Jahr 2024 soll sie wieder im Zielbereich von 2 bis 3 Prozent liegen. Höhere Zinsen machen Kredite für Investitionen teurer und können so die Konjunktur belasten. Zugleich kann damit die Inflation eingehegt werden.

    Von

    rtr

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