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21.06.2022

10:31

Geldpolitik

Notenbanker Villeroy: EZB-Werkzeug muss klare Botschaft zum Schutz des Euro senden

Die neuen Instrumente der EZB sollten aus Sicht von Frankreichs Notenbankchef die Entschlossenheit der Währungshüter widerspiegeln. Im Zentrum steht die Verteidigung des Euro.

Nach Villeroys Ansicht sollte eine Kombination aus Regeln, Kriterien, Ermessen und kollektiver Diskussion im Rat die Grundlage für eine Intervention auf den Märkten bilden. Bloomberg

EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau

Nach Villeroys Ansicht sollte eine Kombination aus Regeln, Kriterien, Ermessen und kollektiver Diskussion im Rat die Grundlage für eine Intervention auf den Märkten bilden.

Hannover Das neue Anti-Krisen-Instrument der Europäischen Zentralbank sollte zeigen, dass die Entschlossenheit der Währungshüter, die Integrität des Euro zu verteidigen, keine Grenzen kennt, sagte EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau.

Zwar gebe es noch „offene Fragen“ zu der in der vergangenen Woche angekündigten Maßnahme gegen die sogenannte Fragmentierung im Währungsraum, doch bestehe eine gewisse Einigkeit über die Art des Schutzschirms, so der Gouverneur der französischen Zentralbank.

„Er sollte in dem Umfang zur Verfügung stehen, der nötig ist, um unsere unbegrenzte Zusage zum Schutz des Euro sehr deutlich zu machen“, sagte Villeroy in einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera. „Je glaubwürdiger ein solches Instrument ist, desto weniger muss es in der Praxis eingesetzt werden. So funktioniert ein Backstop.“

Darüber hinaus müsse mit dem Instrument sichergestellt werden, dass sich der geldpolitische Kurs der EZB in der Übertragung ihrer Politik widerspiegelt und ein separates Instrument zur Verfügung steht, um dies zu erreichen.

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    Nach Villeroys Ansicht sollte eine Kombination aus Regeln, Kriterien, Ermessen und kollektiver Diskussion im Rat die Grundlage für eine Intervention auf den Märkten bilden: „Es sollte eine gewisse konstruktive Unklarheit darüber herrschen, wie wir ein solches neues Instrument einsetzen“, sagte er.

    Villeroy ergänzte, dass die EZB-Krisenanleihekäufe durch den Verkauf anderer Wertpapiere ausgeglichen werden sollten, damit die Käufe die Bemühungen der Bank zur Bekämpfung der Rekordinflation nicht beeinträchtigen. Bloomberg hatte letzte Woche berichtete, dass die Sterilisierung wahrscheinlich Teil des neuen Instruments sein wird.

    Die Zentralbank könne auch „flexibler“ sein als bei anderen Programmen, indem sie sich gestattet, Wertpapiere vor der Fälligkeit zu verkaufen, wenn sie der Meinung ist, dass die Dysfunktion des Marktes beendet ist.

    Abkehr von der lockeren Geldpolitik

    Die durch den Ukraine-Krieg verstärkte Inflation liefert aus Sicht von Finnlands Notenbankchef Olli Rehn der EZB die Begründung für eine beschleunigte Abkehr von ihrer lockeren Geldpolitik. „Angesichts der stark steigenden Inflation hat es gute Gründe gegeben, die Normalisierung der Geldpolitik zu beschleunigen“, erklärte Rehn am Dienstag in einer Mitteilung der finnischen Notenbank. „Die Auswirkungen des brutalen Krieges sind weltweit zu spüren und die Menschen müssen höhere Preise für Energie und Lebensmittel zahlen“, führte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank aus.

    Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung im Juni angesichts der rasant steigenden Inflation für Juli die erste Zinserhöhung seit elf Jahren angekündigt. Die EZB will dann die wichtigsten Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte anheben. Für ihr Zinstreffen im September peilt sie einen zweiten Schritt nach oben an, der womöglich noch stärkerer ausfallen soll. Die Inflation im Euro-Raum war im Mai auf ein Rekordniveau von 8,1 Prozent nach oben geschnellt.

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