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13.10.2021

15:50

Geldpolitik

Preise in den USA steigen im September um 5,4 Prozent

Von: Jan Mallien, Leonidas Exuzidis

Die Teuerung in der weltgrößten Volkswirtschaft zieht weiter an. Damit steigt der Druck auf die US-Notenbank Fed, ihre Geldpolitik zu straffen.

Die Notenbank führt den Preisanstieg vor allem auf vorübergehende Faktoren zurück. Reuters

US-Flagge vor der Federal Reserve in New York

Die Notenbank führt den Preisanstieg vor allem auf vorübergehende Faktoren zurück.

Frankfurt, Düsseldorf Die Inflation in den USA steigt weiter. Im September zogen die Verbraucherpreise in der weltgrößten Volkswirtschaft um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Das teilte das US-Arbeitsministerium mit.
Im August waren die Preise noch um 5,3 Prozent gestiegen. Ökonomen hatten diesen Wert auch für September erwartet.

Die starke Preisdynamik erhöht den Druck auf die US-Notenbank Fed, ihre Geldpolitik zu straffen, um der Inflation entgegenzutreten. Zuletzt hatte sie signalisiert, dass sie bald damit beginnen könnte, ihre massiven Anleihekäufe herunterzufahren.

Auf der Fed-Sitzung im September hatte Notenbankchef Jerome Powell in Aussicht gestellt, die Käufe bis Mitte 2022 vollständig zu beenden. Aktuell kauft die Fed für monatlich 120 Milliarden Dollar vor allem US-Staatsanleihen.

Grafik

„Die US-Inflationsdaten für September signalisieren zunehmende Inflationsrisiken“, sagt Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Er geht daher davon aus, dass die Fed „im November beschließen wird, ihre Anleihekäufe zu reduzieren, auch wenn die Wirtschaft zuletzt an Schwung verloren hat“.

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    Weitere Hinweise auf den Kurs der Fed könnten die Protokolle ihrer Septembersitzung liefern. Diese veröffentlicht die Notenbank am Mittwochabend.

    Einer der größten Preistreiber war im September Energie, die sich um 24,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr verteuerte. Der Preis für Benzin legte um 42,6 Prozent zu und der für Gas um 42,1 Prozent. Hier macht sich unter anderem bemerkbar, dass der Ölpreis im vergangenen Jahr stark gefallen war. Daher legt er im Vergleich zu den niedrigen Vorjahreswerten besonders stark zu.

    Auch gebrauchte Autos und Trucks verteuerten sich um 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ökonomen führen dies vor allem auf die globalen Engpässe bei Chips zurück, die dazu geführt haben, dass die Produktion neuer Autos schwächelt. Im Vergleich zu August verlangsamte sich hier aber der Preisauftrieb bei Gebrauchtwagen, ebenso wie der für Mietwagen, Hotels und Flugtickets.

    Commerzbank-Ökonom Balz sieht daher Anzeichen, dass die coronabedingten starken Preissteigerungen bei einigen Gütern wieder korrigiert werden dürften. Gleichzeitig verweist er aber darauf, dass der Preisdruck bei den übrigen Gütern zunimmt. So hätten die Wohnkosten deutlich zugelegt, die etwa ein Drittel des gesamten Warenkorbs ausmachen.

    Deutlich höhere Inflationserwartungen

    Die Fed hat bisher stets argumentiert, dass die höhere Inflation vor allem auf vorübergehende Faktoren durch die Pandemie zurückzuführen sei, wie etwa die Lieferengpässe. Für 2022 rechnet sie daher wieder mit deutlich niedrigeren Werten.

    Diese Sicht ist unter Ökonomen aber umstritten. Einige gehen davon aus, dass die hohe Inflation länger anhalten wird. So warnt zum Beispiel der frühere US-Finanzminister Larry Summers davor, die Inflation zu unterschätzen.

    Zuletzt sind auch die Inflationserwartungen deutlich gestiegen. Laut einer Umfrage der regionalen Notenbank von New York erwarten die amerikanischen Haushalte für nächstes Jahr einen Wert von 5,3 Prozent. Für das Jahr 2024 gehen sie von einer Rate von 4,2 Prozent aus. Beides sind die höchsten Werte seit Beginn der Erhebung der Umfrage vor acht Jahren.

    Die gestiegenen Inflationserwartungen und die Aussicht auf eine schnellere Straffung der Geldpolitik in den USA haben zuletzt auch zu einem deutlichen Anstieg der Anleiherenditen in den USA geführt. Seit der Fed-Sitzung im September ist die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von knapp 1,3 auf etwa 1,6 Prozent gestiegen. Das setzt vor allem den Aktienmärkten zu.

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