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13.06.2018

23:10 Uhr

Geldpolitik

US-Notenbank Fed erhöht Leitzins auf das höchste Niveau seit der Finanzkrise

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins erneut angehoben – zum zweiten Mal in diesem Jahr. Die Währungshüter wollen 2018 noch zweimal nachlegen.

Die US-Notenbank hat den Leitzins erneut angehoben. dpa

Fed-Chef Jerome Powell

Die US-Notenbank hat den Leitzins erneut angehoben.

WashingtonDie US-Notenbank Fed strafft erneut die Zügel und will die Zinsen 2018 noch zweimal anheben. Sie erhöhte den geldpolitischen Schlüsselsatz am Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr – auf die neue Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Zuletzt hatte es 2008 und damit noch vor dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise eine Zwei vor dem Komma gegeben.

An den Finanzmärkten war die Anhebung nach entsprechenden Signalen von Fed-Führungsmitgliedern erwartet worden. In ihrem Ausblick signalisierten die Währungshüter zwei weitere Schritte nach oben. Bislang hatten sie für 2018 nur insgesamt drei Erhöhungen avisiert.

Die Federal Reserve reagiert damit auf den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung, der durch die radikale Steuerreform von US-Präsident Donald Trump zusätzlich befeuert wurde. „Dass das Zinsniveau jetzt wieder auf dieser Höhe angelangt ist, sagt etwas darüber aus, wie stark sich die US-Wirtschaft von der Finanzkrise erholt hat“, sagte Ökonom Nathan Sheets vom Vermögensverwalter PGIM.

„Die US-Wirtschaft ist in großartiger Verfassung“, begründete Fed-Chef Jerome Powell die Straffung der Zügel vor der Presse. Er verwies insbesondere auf die gute Lage am Arbeitsmarkt und das starke Wachstum - hier hob die Notenbank auch ihre Prognosen für das laufende Jahr etwas an.

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„Die Fed handelt, wie jede verantwortungsvolle Zentralbank bei steigender Überhitzungsgefahr handeln muss“, kommentierte Ökonom Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung die Entscheidungen der Notenbank.

Die Zinserhöhungen seien auch eine Antwort auf die Politik von US-Präsident Donald Trump, der den Boom mit massiven Steuersenkungen befeuere. „Hinzu kommt die Absage an offene Märkte“, die zu steigenden Importpreisen führe. All dies werde die Fed künftig zu weiteren Zinserhöhungen zwingen.

Die Fed, die Vollbeschäftigung anstrebt, ist mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 3,8 Prozent de facto am Ziel. Zudem ziehen die Preise an und nähern sich der von der Fed angepeilten Marke von zwei Prozent.

Ökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank wies darauf hin, dass die Fed nicht mehr weit von einem neutralen Zinsniveau entfernt ist: „Das heißt: Geht der Leitzins darüber hinaus, wirkt die Geldpolitik restriktiv und dämpft das Wachstum.“ Um die Investoren auf den zunehmend strafferen Kurs vorzubereiten, strich die Fed eine Passage aus ihrem Text. Darin hatte sie für „geraume Zeit“ ein konjunkturförderndes Zinsniveau signalisiert.

Die Zinsen der US-Staatsanleihen stiegen unmittelbar nach der Bekanntgabe der Entscheidung. An der Wall Street gaben die Kurse leicht nach. Der Euro gab einen Teil seiner Gewinne zum Dollar ab und lag knapp 0,1 Prozent höher bei 1,1754 Dollar.

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