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03.08.2022

08:53

Geldpolitik

US-Notenbanker Evans: Weiterer großer Zinsschritt im September möglich

Eine Erhöhung um 75 Punkte hält der Währungshüter für denkbar, sollte die Inflation weiter stark steigen. Einen Schritt um einen Punkt schließt er aus.

Der Währungshüter hält einen weiteren großen Zinsschritt für notwendig. Reuters

Charles Evans

Der Währungshüter hält einen weiteren großen Zinsschritt für notwendig.

Chicago Die US-Notenbank wird im September aus Sicht eines ihrer führenden Vertreter die Zinsen womöglich erneut deutlich anheben müssen, sollte sich der Inflationsschub nicht abmildern. „Wenn man wirklich denkt, dass die Dinge sich nicht verbessern, sind 50 Basispunkte eine vernünftige Einschätzung, aber 75 könnten auch okay sein“, sagte der Präsident der Fed-Zweigstelle in Chicago, Charles Evans, am Dienstag zu Journalisten.

Er bezweifle aber, dass mehr erforderlich sein werde. Eine Erhöhung um einen ganzen Prozentpunkt schloss Evans damit aus.

Auch die Präsidenten anderer regionaler Fed-Banken betonten am Dienstag, es gebe noch keine Anzeichen für ein Nachlassen der Inflation. Die Präsidentin der Fed San Francisco, Mary Daly, erklärte, man sei „nach wie vor entschlossen und völlig einig“ bezüglich des Ziels, die Inflation in die Nähe des Inflationsziels von zwei Prozent zu drücken.

Loretta Mester aus Cleveland sagte der Washington Post während einer live übertragenen Veranstaltung, sie wolle „sehr überzeugende Beweise“ dafür sehen, dass sich der monatliche Preisanstieg abschwäche, bevor sie sagen könne, dass der Straffungszyklus der US-Notenbank sein Ziel der Inflationsbekämpfung erreiche. Der Präsident der St. Louis Fed, James Bullard, bekräftigte auf einer Veranstaltung in New York, dass die Zentralbank ihren Leitzins bis zum Jahresende wahrscheinlich auf eine Spanne von 3,75 bis vier Prozent anheben sollte. Evans warnte jedoch davor, zu schnell dorthin zu gelangen, da sich das Wirtschaftsumfeld unerwartet ändern könne.

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    Die Federal Reserve hatte im Juli trotz der heraufziehenden Rezessionsgefahren den Leitzins im Kampf gegen die Inflation weiter kräftig erhöht. Die Notenbank hob ihn wie bereits im Juni um 0,75 Prozentpunkte an. Damit liegt der geldpolitische Schlüsselsatz in den USA aktuell in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.

    Die Äußerungen der vier Notenbanker trugen dazu bei, dass die Renditen zehnjähriger US-Treasuries am Dienstag stark anstiegen. Sie waren gefallen, nachdem Fed-Chef Jerome Powell am 27. Juli gesagt hatte, mit der Straffung der Geldpolitik werde es „wahrscheinlich angemessen werden, das Tempo der Zinserhöhungen zu verlangsamen“. Die nächste Zinssitzung der Fed ist für den 20. und 21. September geplant.

    Von

    rtr

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