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03.08.2022

15:48

Geldpoltitik

Fitch – Neuer EZB-Schutzschild schafft keine Untergrenze für Länder-Ratings

Ratings würden sich an breiter aufgestellten Fundamentaldaten für Kredite orientieren. Das neue Kriseninstrument schütze deshalb nicht vor schlechten Einstufungen.

Die EZB will mit ihrem neuen Krisen-Instrument hoch verschuldeten Euro-Ländern helfen. dpa

Die Zentrale der EZB in Frankfurt am Main

Die EZB will mit ihrem neuen Krisen-Instrument hoch verschuldeten Euro-Ländern helfen.

Frankfurt Das neue Anleihen-Kriseninstrument der EZB schützt aus Sicht der Ratingagentur Fitch hoch verschuldete Euro-Staaten nicht vor schlechten Bonitätseinstufungen. Mit dem neuen Werkzeug werde keine Untergrenze für Länderratings geschaffen, da sich Rating-Einstufungen nach breiteren Fundamentaldaten für Kredite richteten, teilte Fitch am Mittwoch mit.

Die Ratingspezialisten gehen davon aus, dass die Anleiherenditen im Zeitraum 2022 bis 2024 weiter viel höher sein werden als in der Spanne nach 2015. Mit der Zeit führe dies zu höheren Zinszahlungen, wodurch die Haushaltsbelastungen in hoch verschuldeten Euro-Ländern zunähmen, so die Fitch-Experten.

Die EZB will mit ihrem „TPI“ (Transmission Protection Instrument) genannten Werkzeug Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder erwerben, sollten diese am Anleihenmarkt ungerechtfertigt unter Druck geraten. Von den betroffenen Staaten fordert sie dabei unter anderem als Voraussetzung, dass diese die finanzpolitischen Vorgaben der EU beachten und ihre öffentlichen Finanzen tragfähig sind.

„Trotz einiger Unklarheiten darüber, wie es in der Praxis funktionieren würde, erwarten wir, dass die EZB das TPI rasch aktiviert, wenn sich Fragmentierungsrisiken abzuzeichnen scheinen und ein Land förderberechtigt ist“, schreiben die Fitch-Experten. Die EZB spricht häufig von „Fragmentierung“, wenn sich die Renditeaufschläge (Spreads) der Anleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten zu Bundesanleihen stark ausweiten.

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    Fitch geht davon aus, dass die EZB entschlossen ist, zu vermeiden, dass die Renditen wie zur Zeit der Euro-Schuldenkrise 2011-2012 oder zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 aus dem Ruder laufen. Dies sollte laut Fitch das Risiko verringern, dass kräftige Erhöhungen der Zinskosten die Schuldendynamik von Ländern wie Italien und Spanien negativ beeinflussen.

    Von

    rtr

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