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07.12.2010

15:52

Musterklage scheitert

Hohe Abschlussgebühr der Bausparkassen rechtens

Von: Christoph Sandt

Wer einen Bausparvertrag abschließt, muss dafür hohe Gebühren bezahlen. Zu recht, wie eine höchstrichterliche Entscheidung jetzt bestätigte. Verbraucherschützer verlieren in einer Musterklage vor dem Bundesgerichtshof gegen die Bausparkassen.

Maskottschen von Schwäbisch Hall: Die Abschlussgebühr ist rechtens. Quelle: dpa

Maskottschen von Schwäbisch Hall: Die Abschlussgebühr ist rechtens.

FRANKFURT. Die Bausparkassen können ihr lukratives Geschäft mit höchstrichterlichem Segen fortsetzen. Der Bundesgerichtshof (BGH) billigte am Dienstag das Provisionsmodell der Branche (Az. XI ZR 3/10) in einem Musterverfahren gegen die Schwäbisch Hall, das Verbraucherschützer angestrengt hatten. Hätten die Richter die Abschlussgebühr gekippt, hätten die Bausparkassen neue Tarife aus dem Boden stampfen müssen. Nun muss die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen überlegen, ob es sich noch lohnt, zwei andere, ähnlich gelagerte Musterverfahren weiter zu betreiben.

Die Provisionen summieren sich in diesem Jahr auf eine Milliarde Euro

In diesem Jahr verkauft die Branche schätzungsweise Verträge mit einer Bausparsumme von 93 Milliarden Euro, so dass sich die Provisionen auf knapp eine Milliarde Euro pro Jahr summieren dürften, denn einige Anbieter verlangen auch etwas mehr als ein Prozent.

Die Verbraucherschützer halten die Abschlussgebühr für rechtswidrig. Sie argumentieren, die Bausparkassen böten den Neukunden dafür keine Leistung, sondern wälzten lediglich ihre Vertriebskosten ab.

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    Kommentare (3)

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    Axel Winzig

    08.12.2010, 10:42 Uhr

    Hohe Abschlussgebühren?
    Wenn die 1 - 1,6 % Abschlussgebühr für Sie hoch sind, wie bezeichnen Sie dann die Abschlussgebühren bei Versicherungen? Astronomisch?
    ihre Überschrift ist populistisch und abgesehen davon sachlich falsch.
    Kennen Sie eine branche mit so einer geringen Vergütung. Wieviel Prozent gibt es denn in der Autobranche, immobilienbranche, Maschinenbau etc.
    Falls ein bSV nichts für den Kunden ist, ist jeder Euro zu viel. Falls er passt, finde ich 1 % angemessen.
    Oder arbeiten auf einmal alle ohne bezahlung?

    Ben

    08.12.2010, 10:53 Uhr

    ich verstehe die Diskussion darum auch nicht, wie schon in dem anderen Artikel erwähnt.
    Man bekommt für das eine Prozent, was man als Kunde zahlt, eine Leistung: Zutritt in die Gemeinschaft der bausparer, auch wenn das, zugegeben, etwas geschwollen klingt. Die Kernaussage ist trotzdem richtig: Darlehenszinssicherung auf Jahre hinweg.

    Wer sich jetzt einen bausparvertrag in ausreichender Höhe sichert und diesen eines Tages bei einem höheren Zinsniveau als das heutige in die Finanzierung seines Eigenheims mit einbringt, der hat doch alles richtig gemacht. Und dafür dann nur 1% gezahlt.

    Es gibt wirklich schlimmere Sachen um die sich die Verbraucherschützer kümmern sollten, wie auch Axel schon anspricht.

    freeq1580

    08.12.2010, 10:58 Uhr

    @Axel Winzig
    Wie wahr. Und dass der Kunde über das zinsgünstige Darlehen auch noch seine Finanzierung in der Zukunft sichert (siehe SubPrime Krise) wird auch nicht erwähnt. Das sollte 1% der bausparsumme wert sein. Aber es wird doch immer nur das negative herausgegriffen. Die Presse sollte sich mehr am Gesundheitswesen und an der Abzocke durch die Pharmaindustrie ergötzen.

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