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06.03.2019

16:29

Auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Bank entstehen vier mehr Hochhäuser, in denen es auch 600 Wohnungen geben soll – darunter in der Luxusklasse.

Projekt „Four“ in Frankfurt

Auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Bank entstehen vier mehr Hochhäuser, in denen es auch 600 Wohnungen geben soll – darunter in der Luxusklasse.

Studie der Immobilienberatung Knight Frank

Boom bei deutschen Luxusimmobilien – Preise steigen um mehr als zehn Prozent

Von: Anne Wiktorin

Der anhaltende Immobilienboom rückt Deutschlands Großstädte in den Fokus der Superreichen. Drei Metropolen schaffen es in die Top 20 der globalen Märkte.

DüsseldorfFür die globalen Luxusimmobilienmärkte war es bestenfalls ein mittelmäßiges Jahr: Um durchschnittlich gerade einmal 1,3 Prozent stiegen 2018 die Werte exklusiver Häuser und Wohnungen in den 100 weltweit wichtigsten Toplagen im Vergleich zum Vorjahr.

Es ist das schlechteste Ergebnis seit sechs Jahren, heißt es in der aktuellen Studie des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Knight Frank. Regelmäßig im Frühjahr veröffentlichen die Analysten die Wertentwicklung von Premiumimmobilien für das zurückliegende Jahr.

Auf der Liste der Verlierer findet sich eine ganze Reihe traditioneller Luxusstandorte, so die Hamptons in den USA, wo die Hauspreise um zehn Prozent fielen. Im Schweizer Skiort St. Moritz wurden Chalets und andere High-End-Häuser 2018 mit Abschlägen von gut sieben Prozent gehandelt. Topobjekte auf der Baleareninsel Mallorca verloren drei Prozent, und in Saint-Tropez an der französischen Riviera summierte sich das Minus auf 1,5 Prozent.

Ganz anders fällt die Bilanz für die einzigen drei deutschen Städte aus, die zur Liste der Top 100 zählen. Die Bankenstadt Frankfurt schafft es mit einem Plus von 5,1 Prozent auf Platz 20, München katapultiert ein Preiszuwachs von zehn Prozent auf Platz vier, und Berlin landet sogar auf Platz drei: Für die deutsche Hauptstadt ermittelten die Analysten Preissteigerungen von 10,5 Prozent. Höher waren sie nur in Edinburgh und in Manila.

„Immobilien sind für unsere Kunden im Premiumsegment vor allem ein Instrument zum Vermögenserhalt“, sagt Sven Henkes, Chef der Berliner Ziegert Bank- und Immobilienconsulting. Das Partnerunternehmen von Knight Frank in Deutschland ist ein inhabergeführtes Immobilienunternehmen, das auch auf die Vermittlung von Premiumimmobilien spezialisiert ist, insbesondere in Berlin und Frankfurt. 50 Prozent der Käufer kämen zudem aus dem Ausland, ergänzt Henkes.

Sie schätzen vor allem die politische und wirtschaftliche Stabilität im größten EU-Land. „Deutschland gilt als der sprichwörtliche sichere Hafen, das ist Käufern insbesondere im Moment sehr wichtig“, sagt Henkes. Insgesamt 40 Nationen zählt die Klientenliste des Immobiliendienstleisters, die größte Gruppe seien Briten, gefolgt von Käufern aus den USA, Russland und der Türkei.  

Dass die drei Städte Berlin, München und Frankfurt besonders im Fokus der in- wie ausländischen Käufer stehen, ist für Henkes keine Überraschung. „Berlin profitiert vom Hauptstadtbonus und einem inzwischen recht großen Angebot an Premiumobjekten“, sagt der Fachmann. Frankfurt sei ein wichtiger Standort der europäischen Finanzszene und ziehe ein entsprechend kaufkräftiges internationales Publikum an.

München schließlich zeichne sich durch eine anhaltend hohe wirtschaftliche Dynamik aus und belege traditionell den Spitzenplatz im Ranking der deutschen Städte mit den höchsten Immobilienpreisen über alle Marktbereiche hinweg: „Das schlägt auch auf das Premiumsegment durch, das allerdings anders als in Berlin und Frankfurt durch eine hohe lokale Nachfrage geprägt ist“, sagt Henkes.

Hamburg, immerhin Deutschlands zweitgrößte Stadt, spiele noch keine so große Rolle bei internationalen Käufern: „Noch fehlen ausreichend Projekte, die Wohnungen in der Elbphilharmonie sind aber ein Beispiel dafür, dass sich auch Hamburg als Ziel für Käufer im Premiumsegment etablieren könnte“, ist Ziegert-Chef Henkes sicher.

Ein Blick auf das Niveau der weltweiten Preise für Topimmobilien zeigt, dass diese in deutschen Großstädten eher im unteren Bereich liegen: Während man in Monaco für eine Million Dollar gerade einmal 16 Quadratmeter Wohnfläche kaufen kann, bekommt man in Berlin immerhin 73 Quadratmeter Luxuswohnung.

Das Siegel „Premiumimmobilie“ verdient eine solche Wohnung allerdings noch lange nicht – trotz ihres Durchschnittspreises von mehr als 11.000 Euro pro Quadratmeter, die Käufer in Berlin fürs Luxuswohnen ausgeben müssen. Für die Analysten von Knight Frank zählten nur solche Immobilien zum Premiumsegment des Marktes, die erstens an einem absoluten Spitzenstandort liegen, zweitens von herausragender architektonischer Qualität sind und drittens über mindestens 200 Quadratmeter bestens ausgestattete Wohnfläche verfügen.

Der Anteil von Wohnimmobilien, die diesen Kriterien entsprechen, ist denkbar gering: Nicht einmal 50 Objekte werden im Premiumsegment in Berlin jährlich veräußert, schätzt Ziegert-Researcher Till McCourt.

Immobilien: Luxuswohnungen in Berlin werden immer gefragter

Immobilien

Luxuswohnungen in Berlin werden immer gefragter

Luxuswohnungen in der Hauptstadt sind gefragt. Die Preise steigen. Nur in einer anderen europäischen Stadt klettern sie stärker nach oben.

Dass die sieben deutschen Großstädte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf allerdings auch für normal verdienende Haus- und Wohnungskäufer teuer sind und bleiben, zeigt eine andere am Mittwoch veröffentlichte Studie. Wie das Analysehaus des Verbands der deutschen Pfandbriefbanken vdp Research berechnet hat, stiegen 2018 die Preise für Eigentumswohnungen dort im Schnitt um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei Mehrfamilienhäusern waren es sogar mehr als zehn Prozent.

Franz Eilers, Chef von vdp Resarch, erwartet, dass der Wertzuwachs anhalten wird. Als Begründung führt er neben den bekannten Argumenten – zu geringe Neubautätigkeit, hohe Nachfrage aufgrund mangelnder Anlagealternativen – eine weitere Erklärung ins Feld: Zwar seien die Besitzer von Wohnimmobilien in und um die „angesagten“ Städte durch den Preisanstieg ihrer Häuser und Wohnungen heute auf dem Papier sehr viel reicher als vor einigen Jahren, doch ihre möglichen Gewinne nehmen sie nicht mit. „Es mangelt an der Bereitschaft zu verkaufen, oder andersherum: Trotz der hohen Preise stößt das Bestreben potenzieller Käufer, Wohnimmobilien zu erwerben, auf wenig Gegenliebe“, analysiert Eilers.

Solange dies so bleibt, dürfte sich an der aktuellen Situation auf Deutschlands Wohnimmobilienmärkten wenig ändern, erwartet der Marktexperte.

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