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04.09.2019

06:27

TLG und Aroundtown

Milliarden-Fusion am Immobilienmarkt ist „keine ausgemachte Sache“

Von: Matthias Streit

TLG und Aroundtown wollen einen von Europas größten Immobilienkonzernen formen. Die Verhandlungen seien jedoch ergebnisoffen, sagt der Aroundtown-Verwaltungsratschef.

TLG und Aroundtown: Milliarden-Fusion „keine ausgemachte Sache“ dpa

TLG und Aroundtown

Die Verhandlungen zwischen TLG und Aroundtown sind ergebnisoffen, so Aroundtown-Verwaltungsratschef Frank Roseen.

Frankfurt Am Gewerbeimmobilienmarkt bereiten Aroundtown und TLG gerate eine milliardenschwere Transaktion vor, aus der Europas zweitgrößter Gewerbeimmobilienkonzern entstehen könnte. Die Stimmung sei freundlich, es werde an einem gemeinsamen Unternehmen gearbeitet. Die Fusion sei dennoch „keine ausgemachte Sache“, erklärte Frank Roseen, Verwaltungsratschef von Aroundtown, auf einer Konferenz in Frankfurt.

Die Managements der beiden Unternehmen haben das Mandat erhalten, Fusionsgespräche zu führen. Diese seien aber gänzlich ergebnisoffen. Sowohl TLG als auch Aroundtown hätten jederzeit die Möglichkeit, die Gespräche abzubrechen.

Für die Gespräche selbst haben sich die Unternehmen indes reichlich Zeit eingeräumt, und zwar bis Juni 2020, erklärte Roseen.

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Der Verwaltungsratschef von Aroundtown erhofft sich große Synergien von einer Fusion mit TLG. Zusammen entstünde aus den beiden Unternehmen eines der größten europäischen Gewerbeimmobilienunternehmen. Das Immobilienvermögen der beiden beträgt zusammen rund 20 Milliarden Euro. Europas Marktführer am Gewerbeimmobilienmarkt, der Einkaufszentrumsspezialist Unibail-Rodamco-Westfield, verfügt über ein Vermögen von 65 Milliarden Euro.

TLG und Aroundtown unterscheiden sich erheblich in der Größe. Das Immobilienvermögen von TLG beträgt 4,6 Milliarden Euro, jenes von Aroundtown 16,2 Milliarden Euro. Dennoch würden die Gespräche „auf Augenhöhe“ geführt, sagt Andrew Wallis, Vize-Chef von Aroundtown dem Handelsblatt. Es gebe weder einen Aufschlag noch einen Rabatt auf den Preis.

Barzahlungen sind ohnehin nicht vorgesehen. Bei einer Fusion soll es zum Aktientausch zwischen den beiden Unternehmen kommen. Noch sei es aber zu früh, um zu sagen, in welchem Verhältnis Aktien getauscht werden sollen, erklärt Roseen.

Über die Details müsse noch verhandelt werden. Wo der Sitz des Konzerns liegen könnte und ob das gebündelte Unternehmen eine deutsche Aktiengesellschaft oder eine Luxemburger Gesellschaft wird, stehe noch nicht fest. Wallis hofft, durch den Zusammenschluss das Kreditrating von Aroundtown von derzeit BBB+ auf A- zu verbessern.

Klarheit gibt es bislang nur in wenigen Punkten: TLG, das nun zweitgrößter Eigentümer von Aroundtwon ist, pocht auf einen Sitz im Verwaltungsrat. Bis Ende des Jahres sollen die Berliner diesen erhalten, der Rat vermutlich von fünf auf sechs oder gar sieben Personen erweitert werden, erklärt Roseen.

Am Sonntagabend hatte die TLG mitgeteilt, eine Beteiligung von 9,99 Prozent an Aroundtown für rund eine Milliarde Euro gekauft zu haben. Dass mit TLG das wesentlich kleinere der beiden Unternehmen bei dem größeren eingestiegen ist, erklärt der Verwaltungsratschef mit steuerlichen Vorteilen, die TLG aus dem Kauf von WCM vor zwei Jahren mitbringt. Hätte Aroundtown zuerst geboten, seien diese dahin gewesen.

Mehr: Die Immobilienkonzerne könnten mit einer Fusion zu einem der größten Gewerbeimmobilienkonzerne Europas werden. Analysten sehen realistische Chancen.

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