MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2018

18:14 Uhr

Wohnungsmarkt

Mietpreissteigerungen in Deutschlands Metropolen sind nicht aufzuhalten

VonReiner Reichel

Die Wohnraumkosten in Deutschlands Metropolen laufen aus dem Ruder. Doch die Pläne der Bundesregierung dagegen werden wohl ins Leere laufen.

Mietpreise in Deutschland

Großstadt-Flair zum Mieten – So teuer kann Wohnen noch werden

Mietpreise in Deutschland : Großstadt-Flair zum Mieten – So teuer kann Wohnen noch werden

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfSchon seit einer ganzen Weile erwarten Immobilienexperten, dass Mieten und Preise für Wohnraum weniger stark steigen. Im vergangenen Jahr war davon in den sieben größten Städten Deutschlands nichts zu spüren. Im Gegenteil. Der Gesamtindex Wohnen von vdp Research für jede einzelne Stadt zeigt für Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf 2017 höhere Steigerungsraten als ein Jahr zuvor.

Einzige Ausnahmen sind Frankfurt und Stuttgart. Der Gesamtindex bildet die Entwicklung bei Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen und Neuvertragsmieten ab. Das besondere an der Auswertung des Analysehauses der Pfandbriefbanken: Sie beruht aus tatsächlichen Abschlüssen von Kauf- und Mietverträgen. vdp Research erhält die Daten anonymisiert durch die Mitgliedsinstitute des Verbandes. Die Analysen der meisten anderen Institute beruhen auf Angebotspreisen und -mieten.

In Deutschlands sieben größten Städten leben mehr als zehn Millionen Menschen, also gut ein Achtel der deutschen Bevölkerung – Tendenz: steigend! Und würde vdp Research eine vergleichbare Auswertung für Städte in der zweiten Reihe durchführen, würde das Ergebnis in vielen Ballungsgebieten und Regionalzentren mit Universität nicht anders aussehen. Das zeigen Statistiken von F+B, dem Analysehaus, welches viele Mietspiegel in Deutschland erstellt.

Dieses Bevölkerungswachstum verursacht immer größere Engpässe auf den Wohnungsmärkten. Deshalb gehen seit 2010 höchstens einmal die Steigerungsraten zurück, aber nicht die Mieten und Preise. Besonders rasant ist die Entwicklung im auf die vier Millionen Einwohner zusteuernden Berlin: Eigentumswohnungen waren 2017 doppelt so teuer wie 2010.

Die jährlichen Preissteigerungsraten nahmen kontinuierlich zu. Was 2010 mit vergleichsweise harmlosen 3,7 Prozent Preisplus begann, explodierte im vergangenen Jahr auf 15,5 Prozent. Für Einfamilienhäuser gilt das gleiche – permanent höhere Steigerungsraten.

Berlin ist eine Mieterstadt, hat also eine sehr geringe Eigentumsquote. Umso bedeutsamer ist die Mietentwicklung. Die Neuvertragsmieten gingen 2017 nur um 7,7 Prozent nach oben. „Nur“, weil 2016 rund neun Prozent höhere Mieten abgeschlossen wurden als im Jahr zuvor. Diese immer noch hohen Mietsteigerungsraten sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass in der Hauptstadt mehrere landeseigene Wohnungsgesellschaften mit ihrer Mietpolitik versuchen, die Belastung der Mieter im Zaum zu halten.

Nun liegt die Vermutung nahe, dass die Preissteigerungsraten dort besonders gering sind, wo die Preise ohnehin schon am höchsten sind. Von wegen. Die Münchener zahlten 2017 gut 80 Prozent mehr für ihre Wohnung als 2010. Sie lebten auch 2010 schon in der Stadt mit dem mit Abstand teuersten Wohnraum in Deutschland.

Auch in der bayerischen Hauptstadt wurden die Steigerungsraten für Eigenheime seit 2010 Jahr um Jahr höher, für Eigentumswohnungen stand in den vergangenen beiden Jahren eine neun vor dem Komma, nach dem Spitzenjahr 2015 mit 12,5 Prozent Plus. Die Mieter erlebten 2017 ein wenig Entspannung.

Franz Eilers, der das Team von vdp Research leitet, bezweifelt, dass es auf dem Miet- und Eigentumsmarkt so weiter geht. „Die Menschen können das bei der Einkommensentwicklung nicht mehr leisten.“ Er rechnet vor, dass selbst nach Tarifabschlüssen mit drei Prozent Lohnsteigerungen Mieten und Priese in den Metropolen fünf bis zehn Mal so schnell steigen würden wie die Reallöhne, wenn die Preisspirale sich unvermindert dreht. Das liegt daran, dass die Inflation von inzwischen 1,8 Prozent einen beträchtlichen Teil der Tariflohnerhöhung wegfrisst.

Ganz abgesehen davon, dass die Baugeldzinsen steigen, sodass die Einkommensbelastung durch Kredite zunehmen wird. Ohnehin zeigen weitere Zahlen von vdp Research, dass immer mehr Haushalte sich bei der Einkommensbelastung der Schmerzgrenze nähern.

2009 betrug die Kreditbelastungsquote beim Erwerb von Eigentumswohnungen zusammengefasst in den Städten Berlin, Hamburg und München 18 Prozent, 2017 dann 25 Prozent. Kein Wunder bei der Veränderung der Wohnungspreis-Einkommensrelation: Die lag für diese Städte 2009 bei 4,1 zu eins, acht Jahre später bei 7,2 zu eins.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Frieder Maier

13.02.2018, 19:01 Uhr

Solange Unternehmen ihre Standorte in Ballungsräumen ausbauen oder gar dort neu ansiederln wird dort Wohnraum knapper - und natürlich auch teurer. Vermieter / Bauherren "einbremsen" reduziert das Wohnungsangebot. Vermieterrechte stärken erzeugt zusätzliches Wohnraum-Angebot.

Herr Andre Peter

13.02.2018, 19:08 Uhr

Wenn die Stadt München überteuert für Flüchtlinge anmietet, werden die Steuerzahler bluten und die Mieter, die eine Wohnung suchen

ARMES DEUTSCHLAND

Herr Holger Narrog

13.02.2018, 19:11 Uhr

Die Kanzlerin und Genossen schütten eine grosse Menge Sozialismus aus ohne die Ursachen anzugehen.

Jährlich wandern ca. 300.000 Menschen netto aus der EU und ca. 500.000 Menschen als Gäste der Kanzlerin netto ein. Die deutsche Bevölkerung schrumpft um >100.000/Jahr. Dazu werden jährlich ca. 150.000 Wohnungen abgerissen, oder umgewidmet. Somit besteht ein Bedarf von ca. 400.000 Wohnungen/Jahr.

Die Zinsen liegen nahe 0, viele Menschen sind aufgrund der Aktivitäten von Draghi/Merkel und Genossen hinsichtlich des € verunsichert. Somit besteht ein grosses Interesse an einem Investment in Immobilien.

Gründe das kein Bauboom ausgebrochen ist....
1. Die Kommunen der Ballungszentren weisen sehr wenig Bauland aus. Dadurch sind Baugrundstücke sehr teuer.
2. Die im Zuge des Klimaschwindels erlassene ENEV (Energieeinsparverordnung) fordert eine Gebäudewärmeisolation die für Gebäude jenseits des Polarkreises sinnvoll ist. Das ist ein Widerspruch der Ökoreligion denn eigentlich sollte es gem. dieser Religion wärmer werden und eine Wärmeisolation demzufolge überflüssig sein.
3. Das Mietunrecht mit solchen Blüten wie der "Mietpreisbremse", oder erfrischenden Gerichtsuteilen hält viele potentielle Investoren zu Recht vom Bauen ab.

Eine einfache Alternative schnell und ohne Kosten den Wohnungsmangel zu beheben wäre es ein paar Millionen Sozialhilfesuchende zur Heimkehr zu motivieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×