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16.08.2022

16:03

Inflation

Deutsche haben Angst um ihre Altersvorsorge

Von: Frank Wiebe

Die Mehrheit erwartet laut einer Umfrage eine noch höhere Inflation. Könnten Kryptowährungen einen Schutz bieten? Die Deutsche Bank warnt vor einem „riskanten Irrtum“.

Inflation Skórzewiak - stock.adobe.com

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Die Umfrage der Deutschen Bank zeigt auch, dass knapp 16 Prozent der Deutschen Wertpapiere besitzen.

Frankfurt In der deutschen Bevölkerung lösen die hohen Preise weiterhin große Sorgen aus: 68 Prozent der Deutschen rechnen mit einer weiter steigenden Inflation, 13 Prozent mit einem Verharren auf dem heutigen Niveau und nur sieben Prozent mit einem Abflauen.

Das ergab eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov Ende Juli unter gut 2000 Bürgern im Auftrag der Deutschen Bank. 58 Prozent der Befragten machen sich wegen der Inflation Sorgen um ihre Altersvorsorge.

Anfang August hatte die Europäische Zentralbank (EZB) Ergebnisse einer Umfrage unter 14.000 Bürgern in Belgien, Deutschland, Spanien Frankreich, Italien und den Niederlanden veröffentlicht. Die Befragten schätzen für die vergangenen zwölf Monate einen Preisniveauanstieg im Mittel (Median) von 7,2 Prozent. Für die kommenden zwölf Monate liegt die entsprechende Inflationserwartung bei fünf Prozent, für drei Jahre bei 2,8 Prozent pro Jahr.

Zweistellige Preissteigerung?

Das langfristige Ziel der Notenbank ist eine Inflationsrate von zwei Prozent. Im Juli erreichte der Wert aber 8,9 Prozent im Euro-Raum nach dem HPVI-Index und 7,5 Prozent in Deutschland nach dem hier gebräuchlicheren VPI. Zuletzt war die deutsche Inflation sogar etwas zurückgegangen. Allein schon wegen staatlicher Maßnahmen wie des Auslaufens des Neun-Euro-Tickets und der Gasumlage rechnen die meisten Ökonomen aber zunächst mit einem weiteren Anstieg.

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    Die Commerzbank hält für den Euro-Raum sogar eine zweistellige Inflation für möglich. In den USA ist dagegen nach weitverbreiteter Meinung der Höhepunkt überschritten, die Inflation sank dort zuletzt leicht auf 8,5 Prozent.

    Die Umfrage der Deutschen Bank zeigt auch, dass knapp 16 Prozent der Deutschen Wertpapiere besitzen, knapp 14 Prozent Immobilien, 9,6 Prozent Edelmetalle, 3,4 Prozent Luxusgüter, 2,9 Prozent Kunst, 2,6 Prozent Antiquitäten und 4,2 Prozent andere Sachwerte. Interessant ist die Auswertung nach Altersgruppen.

    Daraus ergibt sich: Ältere Menschen machen sich mehr Sorgen wegen der Inflation, investieren aber wenig in Sachwerte. Als „riskanten Irrtum“ bezeichnet die Bank, Kryptowährungen wie Bitcoin für einen guten Inflationsschutz zu halten, was bei 11,5 Prozent aller Befragten und sogar 18,2 Prozent der 18- bis 24-Jährigen zutrifft.

    Tatsächlich gab es in diesem Bereich heftige Wertverluste, die auch mit der Inflationsbekämpfung der Notenbanken durch höhere Zinsen zusammenhängen. Ein stark fallender Preis zum Beispiel des Bitcoins bedeutet übrigens umgekehrt steigende Preise für andere Waren in Bitcoin gerechnet – also starke Inflation.

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