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22.03.2019

06:47

Autoindustrie: Düstere Aussichten für Beschäftigte Photothek/Getty Images

Produktionsstätte von Ford in Köln

Durch die Umstellung auf E-Mobilität brauchen die Hersteller deutlich weniger Arbeitskräfte.

DüsseldorfZwar schwächelt die Wirtschaft im Vergleich zum Boom von 2017 bis Sommer 2018. Neue Jobs entstehen aber trotzdem. Unterm Strich werden in Deutschland wohl in diesem und dem kommenden Jahr zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen: etwa eine halbe Million 2019, und weitere 300.000 im Jahr 2020.

Diese Größenordnungen erwarten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute und die Wirtschaftsweisen in ihren aktuellen Frühjahrsprognosen.

Allerdings: Die Arbeitsmarktentwicklung verschiedener Branchen beginnt auseinanderzudriften. Während Handwerk und Bauberufe boomen, Pflegekräfte und IT-Fachleute händeringend gesucht werden, beginnt in exportabhängigen Industrien zum Teil bereits ein Stellenabbau. Er zeigt sich vor allem in der Autoproduktion.

Volkswagen hatte 2016 weltweit den Abbau von 30.000 Stellen avisiert; und vergangene Woche den Abbau von 7 000 Stellen in Deutschland verkündet. Branchenexperten zeichnen für die im Automobilbau Beschäftigten insgesamt ein eher düsteres Bild.

Durch die Umstellung auf E-Mobilität brauchen die Hersteller deutlich weniger Arbeitskräfte. Die Schätzungen reichen dabei bis zum Abbau eines Drittels der Stellen in dieser Branche, wenn komplett vom Verbrennungsmotor auf E-Antriebe umgestellt würde.

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Aus Arbeitnehmersicht eher schlecht lief es bereits 2018 laut Bundesagentur für Arbeit im Bereich Finanzen und Versicherungen: Die Branche baute 7000 Beschäftigte ab. Insgesamt ist auch das Ifo-Beschäftigungsbarometer zuletzt leicht gesunken.

Ein näherer Blick auf diesen Frühindikator zeigt, dass der Anteil der Industrieunternehmen, die mit sinkender Beschäftigung rechnen, von sechs auf zehn Prozent gestiegen ist, während der Anteil derer, die mit mehr Beschäftigung rechnen, von 20 auf 15 Prozent gefallen ist. Das erklärt das fallende Ifo-Barometer, ist aber kein Indiz für massiven Stellenabbau.

Fachkräfte immer noch gesucht

In den meisten Branchen überwiegt denn auch weiter die Klage der Firmen über den Fachkräftemangel. Der DIHK stellt in seinem neuen Arbeitsmarktreport fest, dass von 23.000 befragten Unternehmen die Hälfte offene Stellen längerfristig nicht besetzen kann, weil es keine passenden Arbeitskräfte gebe.

„Die zunehmende Entkopplung von Konjunkturverlauf und Personalnachfrage ist ein Zeichen der angespannten Fachkräftesituation in den Unternehmen“, schreibt DIHK-Experte Stefan Hardege. Besonders Großunternehmen melden Schwierigkeiten, Personal zu finden. In der Baubranche berichten sogar 61 Prozent der Firmen von ausgeprägten Schwierigkeiten bei der Personalsuche. Vielerorts, so der DIHK, sei der Arbeitsmarkt bereits leer gefegt.

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An Ingenieuren und Technikern, besonders in der IT und anderer Elektrotechnik, herrscht weiterhin Mangel. Ebenso können sich Gesundheits- und Sozialdienstleister aussuchen, wo sie arbeiten wollen: Die Arbeitgeber liefern sich hier Konkurrenz. Auch in den Bereichen Lagerwirtschaft und Verkehrsdienstleistungen sowie im Gastgewerbe „bleibt die Personalsituation angespannt“, so der DIHK-Report.

Vor allem fehlen den Firmen Arbeitskräfte mit dualer Ausbildung und Handwerksmeister. Mehr als jede zweite Firma aus der DIHK-Umfrage sucht nach ihnen. Selbst Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben Chancen: Am Bau und bei den Dienstleistern bietet ein Drittel der Firmen auch ihnen freie Arbeitsplätze an.

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Kommentare (4)

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Herr Holger Freund

21.03.2019, 19:15 Uhr

Dann sollte der Staat den Automauern und der Zulieferindustrie in Deutschland Steuererleichterungen ala "Amerika first" zukommen lassen, wenn in Deutschland keine Arbeitsplätze abgebaut werden , sondern nur im Ausland.

Herr Andre Peter

22.03.2019, 12:30 Uhr

Wer "Elektroauto" sagt, muss auch "Jobverlust" sagen.... frei nach dem Motto "wer A sagt, muss..."

Herr Helmut Metz

22.03.2019, 15:26 Uhr

Ich kopiere einfach einmal zwei Kommentare von mir von 2016 und 2017 hierher. ;-)

"Elon Musk mag ein hervorragender Unternehmer sein, aber ich denke, er hat wenig Ahnung von Nationalökonomie - insbesondere dürfte er einen der genialsten Ökonomen des letzten Jahrhunderts nicht studiert haben - nämlich Friedrich August von Hayek und hier vor allem das Hayek´sche Dreieck:
http://www.georg-quaas.de/hd.pdf
Nur billiger Kredit und die expansive Geldpolitik der Notenbanken führt nämlich dazu, dass Unternehmen in Projekte investieren können, die enorm ressourcenaufwendig sind. Und genau das ist die Elektromobilität: einmal nur mit billigem Kredit zu finanzieren, und dann auch nur mittels massiver statlicher Subventionen ("Prämien" für den Kauf von E-Autos und ähnlicher Irrsinn) auf dem Markt zu halten.
Es kommt hier gemäß von Hayek zu einer rein künstlichen Vertiefung der Produktionsstruktur, die natürlich irgendwann wieder bereinigt werden wird: nämlich dann, wenn es keinen billigen Kredit mehr gibt."
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/schwierigkeiten-in-china-jeder-kann-bauen-was-tesla-baut/14016860-3.html

und

"Immer daran denken: auch noch so idiotische Politik kann NIEMALS gegen die Gesetze der Ökonomie gewinnen: ES WIRD NICHT FUNKTIONIEREN.
Es gibt nicht genügend Rohstoffe für E-Mobilität für Alle.
Dann übersehen die politischen Lineardenker (und leider auch die bei den Automobilkonzernen) ein weiteres entscheidendes ökonomisches Phänomen: wir haben heute eine VERZERRTE PRODUKTIONSSTRUKTUR (für Interessierte: das Hayek´sche Dreieck erfährt einen künstlichen Knick) aufgrund der ungehemmten Kreditexpansion und des manipulierten Zinssatzes der Zentralbanken. Nur diese verzerrte Produktionsstruktur ermöglichte es überhaupt, enormes Kapital für die E-Mobilität zu generieren, da andernfalls nicht im geringsten RENTABEL.

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