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02.09.2018

15:25

HDE-Konsumbarometer

Deutschlands Verbraucher schalten in den Sparmodus – Konsumbarometer fällt

Von: Axel Schrinner

Das HDE-Konsumbarometer rutscht unter sein Startniveau. Grund für die Unsicherheit der Verbraucher ist unter anderem die sprunghafte Politik der USA.

Die Anschaffungsneigung der Konsumenten ging im September kräftig zurück – zudem wuchs die Furcht vor steigenden Preisen. dpa

Verbraucherverhalten

Die Anschaffungsneigung der Konsumenten ging im September kräftig zurück – zudem wuchs die Furcht vor steigenden Preisen.

DüsseldorfDeutschlands Konsumenten sorgen sich um den Aufschwung. Das HDE-Konsumbarometer rutschte im September ab und notiert jetzt mit 99,98 Zählern unter seinem Startniveau vom Januar 2017. Nahezu alle Teilkomponenten des Indexes notierten niedriger als im Vormonat.

Das Barometer wird monatlich vom Handelsblatt Research Institute für den Handelsverband HDE berechnet; es basiert auf einer repräsentativen Befragung von Verbrauchern.

Im Vergleich zum Vormonat sanken die Einkommens- und Konjunkturerwartungen der Verbraucher leicht. Kräftig zurück ging die Anschaffungsneigung, im Gegenzug stieg die Sparneigung. Zudem wuchs die Furcht vor steigenden Preisen – keine guten Aussichten für den gesamtwirtschaftlichen Konsum und den deutschen Einzelhandel.

Zweifel an der Handlungsfähigkeit der Bundesregierung

Bereits im Juli war nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Freitag der Einzelhandelsumsatz real um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesunken. Nach dem guten ersten Halbjahr verpatzte der Handel also den Start in die zweite Jahreshälfte. Da das Konsumbarometer das Verbraucherverhalten in den kommenden drei Monaten abbildet, muss sich die Branche wohl auf weitere schwierige Monate einrichten.

Wichtigste Stütze des privaten Konsums bleibt freilich der robuste Arbeitsmarkt, auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Sommer üblicherweise leicht steigt. „Die Nachfrage der Unternehmen nach Mitarbeitern ist weiterhin hoch“, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele.

Grafik

Sorge bereitet den Verbrauchern offenbar die sprunghafte Politik der USA und deren mögliche Auswirkungen auf den deutsche Export sowie die Streitereien innerhalb der Bundesregierung, die zwischenzeitlich Zweifel an deren Handlungsfähigkeit aufkommen ließen.

Allerdings gab es in den vergangenen Tagen auch positive Konjunkturnachrichten, die in die Umfrage aber noch nicht eingeflossen sind: Der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft, das Ifo-Geschäftsklima, stieg deutlich an.

Die Zahl der Erwerbstätigen legte im Sommer weiter zu, und in großen Teilen der Wirtschaft steigen die Löhne recht ordentlich. Zudem erhielten die rund 20 Millionen Rentner zur Jahresmitte ein üppiges Rentenplus.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für das dritte Quartal mit moderaten 0,4 Prozent Wachstum. „Der weltwirtschaftliche Boom des vergangenen Jahres ist vorbei“, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Alles in allem dürften die Zuwächse bei Konsum, Investitionen und Exporten gegenüber dem starken Jahr 2017 durchweg abflachen.“

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