MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2018

13:19

HDE-Konsumbarometer

Drohender Handelskrieg mit den USA verunsichert deutsche Verbraucher

Von: Axel Schrinner

Das HDE-Konsumbarometer fällt auf seinen tiefsten Stand. Die deutschen Verbraucher wollen deutlich weniger kaufen als noch vor einigen Monaten.

Der Einzelhandel musste zuletzt Umsatzrückgänge verkraften. imago/Ralph Peters

Kauflaune

Der Einzelhandel musste zuletzt Umsatzrückgänge verkraften.

DüsseldorfBei Deutschlands Verbrauchern sitzt das Geld nicht mehr so locker. Das HDE-Konsumbarometer fiel im Juli auf 99,97 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Berechnung des Indikators vor knapp zwei Jahren. Im Vergleich zum Vormonat sank vor allem die Anschaffungsneigung kräftig.

Das vom Handelsblatt Research Institute für den Handelsverband HDE berechnete Barometer weist drei Monate in die Zukunft, gibt also Aufschluss über den Konsum im dritten Quartal.

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Wirtschaftsforscher wegen eines drohenden globalen Handelskriegs ihre Konjunkturprognosen für Deutschland für das laufende und das kommende Jahr deutlich zurückgenommen. Mehrheitlich gehen sie davon aus, dass der Höhepunkt des Aufschwungs überschritten ist.

Der Deutsche Aktienindex verlor infolge von Rezessionsängsten seit Mitte Juni rund 750 Punkte, nicht zuletzt auch wegen der schwelenden Regierungskrise in Berlin. Und so entfernten sich die Konjunkturerwartungen der Verbraucher im Juli weiter von ihrem Höchststand im März.

Sollte sich die Stimmung in den kommenden Monaten weiter eintrüben, wird sich der Einzelhandel auf neue schlechte Nachrichten einstellen müssen. Bereits im Mai mussten die Händler den größten Umsatzrückgang seit sieben Jahren verkraften.

Sie hatten 1,7 Prozent weniger Geld in den Kassen als im Vormonat; preisbereinigt betrug das Minus sogar 2,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat setzte der Handel nominal 0,2 Prozent mehr um.

Wichtigste Stütze des Konsums bleiben bislang der robuste Arbeitsmarkt sowie die recht starken Tariferhöhungen in einigen Branchen. Die Lage auf dem Jobmarkt sei derzeit sehr gut und werde sich weiter verbessern, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, am Freitag in Nürnberg.

Im Juni sank die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen ging die Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich um 15.000 zurück. Die Nachfrage nach Arbeitskräften erreichte im Juni einen neuen Höchststand. Die Erwerbstätigkeit war im Mai 1,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 37.000 Personen an. Insgesamt 660.000 Personen erhielten im Juni Arbeitslosengeld, 32.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger lag bei 4,2 Millionen, 200.000 weniger als vor einem Jahr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×