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22.02.2019

09:12

Konjunktur

Deutsche Wirtschaft schrammt an Rezession vorbei

0,0 Prozent: Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte von Oktober bis Dezember. Hauptgrund für das schwache Abschneiden ist die Autoindustrie.

„Die vorübergehenden Probleme in der Automobilindustrie verbergen solide Fundamentaldaten für die gesamte Wirtschaft“, urteilt ein Ökonom über das vierte Quartal. dpa

Volkswagen-Parkplatz

„Die vorübergehenden Probleme in der Automobilindustrie verbergen solide Fundamentaldaten für die gesamte Wirtschaft“, urteilt ein Ökonom über das vierte Quartal.

BerlinDie deutsche Wirtschaft ist Ende 2018 wegen der schwächelnden Industrie knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte von Oktober bis Dezember auf dem Niveau des Vorquartals, wie das Statistische Bundesamt am Freitag eine frühere Schätzung bestätigte.

Im dritten Vierteljahr war Europas größte Volkswirtschaft um 0,2 Prozent und damit erstmals seit dreieinhalb Jahren geschrumpft. Bei zwei negativen Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen.

Hauptgrund für das schwache Abschneiden ist die Autoindustrie, deren Probleme mit der Umstellung auf den neuen Abgasprüfzyklus einen Zulassungsstau auslöste und zu Produktionsausfällen führte. Niedrigwasser bremste zudem die Schifffahrt auf wichtigen Flüssen wie dem Rhein aus, wodurch etwa Lieferketten der chemische Industrie unterbrochen wurden. Investitionen – insbesondere in Bauten – und Konsum von Staat wie von Verbrauchern legten dagegen zu und verhinderten eine Rezession.

„Die Staatsausgaben und die Investitionen verhinderten Schlimmeres“, sagte Thomas Gitzel, Ökonom bei der VP Bank, zum Nullwachstum des Bruttoinlandsprodukts. „Über das Wohl und Wehe der deutschen Volkswirtschaft entscheidet in den kommenden Quartal vor allem das internationale Umfeld. Eine Lösung der Handelskonflikte würde sich vor allem hierzulande positiv bemerkbar machen.“

Die Einschätzung des ING-Ökonoms Carsten Brzeski klingt positiver. „Die vorübergehenden Probleme in der Automobilindustrie verbergen solide Fundamentaldaten für die gesamte Wirtschaft“, so Brzeski. „In ein paar Monaten sollte die deutsche Wirtschaft jedoch wieder in der Lage sein, ihr wahres Gesicht zu zeigen.“

Im Gesamtjahr 2018 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 1,4 Prozent. Die Bundesregierung rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 1,0 Prozent. Die schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Risiken wie der Brexit belasten derzeit.

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rtr

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