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02.05.2019

13:09

Konjunktur

Lichtblicke in der düsteren Lage der Weltwirtschaft

Von: Donata Riedel

Die Lage der Industrie im Euro-Raum und in Deutschland bleibt angespannt. Dennoch verbreiten Konjunkturforscher deutlich mehr Hoffnung als im März.

Laut IHS-Index verzeichnete der Industriesektor in der Euro-Zone im April erneut einen Rückgang. dpa

Hamburger Hafen

Laut IHS-Index verzeichnete der Industriesektor in der Euro-Zone im April erneut einen Rückgang.

BerlinDie Industrie in der Euro-Zone hat ihren Schrumpfkurs im April nach neuen Frühindikatoren fortgesetzt. Ein klein wenig Hoffnung verbreiten die Konjunkturforscher an diesem Donnerstag trotzdem: Mit Blick auf die Zukunft zeichnen Unternehmenschefs und Einkaufsmanager im Vergleich zum tiefschwarzen Wirtschaftsporträt aus dem März ein leicht verbessertes Bild.

Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Frühindikatoren Ifo-Wirtschaftsklima Euro-Raum und den IHS-Einkaufsmanagerindizes für die Euro-Zone und Deutschland hervor. Alle drei Indikatoren notieren allerdings weiterhin im Minus. Das ifo-Klima für den Euro-Raum verbesserte sich dabei immerhin von minus 11,1 auf minus 6,3 Punkte.

Ausschlaggebend dafür waren vor allem die weniger pessimistischen Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Am deutlichsten verbesserten sich die Zukunftserwartungen in Frankreich, Belgien und Griechenland, aber auch in Deutschland, Italien und Spanien keimte Hoffnung.

„Die Konjunkturexperten sind weniger pessimistisch hinsichtlich der künftigen Investitionen, des privaten Konsums und der Exporte“, sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Sie erwarteten zudem eine niedrigere Euro-Raum-Inflationsrate von 1,5 Prozent für dieses Jahr und auch nur einen moderaten Anstieg für 2020. Den Fachkräftemangel nennen sie am häufigsten als Problem: Gerade dies spricht nicht für ein Abgleiten mehrerer Euro-Länder in die Rezession, sondern eher für Stabilität am Arbeitsmarkt.

Die aktuelle Lage halten die für den ifo-Indikator befragten 410 Experten in den meisten Euro-Ländern allerdings für erneut schlechter als im März. Vor allem in Deutschland, Österreich und Italien ist das so. Das erste Quartal dieses Jahres dürfte demnach eines mit schwachem Wachstum gewesen sein. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine erste Schätzung über das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts am 15. Mai.

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Im Euro-Raum stehen die Zeichen laut Ifo insgesamt weiterhin auf Abschwung. In Italien herrscht sogar Rezession. Ob der leicht verbesserte Ausblick in neuen Wachstumsoptimismus münden wird, werden erst die Mai-Zahlen zeigen: Das Ifo-Euro-Raum-Klima war vor dem April vier Monate in Folge gesunken.

Minimale Anstiege verzeichneten ebenfalls die Antworten der Einkaufsmanager der Industrie in der Euro-Zone und in Deutschland. Allerdings: Sie signalisieren weiterhin, dass die Industrie aktuell geschrumpft ist, wenn auch nicht mehr so stark wie im März.

Der Befund steht im Einklang auch mit dem Ifo-Klima: In der Industrie ist die Lage besonders angespannt. Die Exporte sind zuletzt vielfach zurückgegangen. Die Binnenwirtschaft etwa in Deutschland befindet sich dagegen weiterhin auf Wachstumskurs. Die Bundesregierung hatte zuletzt ihre Wachstumsprognose in diesem Jahr von einem Prozent auf 0,5 Prozent gesenkt.

Laut IHS-Index verzeichnete der Industriesektor in der Euro-Zone im April erneut einen Rückgang, er verbesserte sich aber vom Sechs-Monatstief im März um 0,4 auf 47,9 Punkte. Ab 50 Punkte zeigt der Index Wachstum an. Die Produktion wurde erneut moderat reduziert, Aufstandsbestände zügig abgebaut. Die Geschäftslage verschlechterte sich dabei im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich, während die Konsumbranchen auf Wachstumskurs blieben.

In Deutschland blieb laut IHS-Umfrage die Industrie in der Verlustzone. Produktion und Neuaufträge gingen zurück, allerdings langsamer als zuvor, dank der konsumnahen Branchen. In der Industrie kam es auch zu einem leichten Beschäftigungsrückgang.

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Aber: „Im April verzeichnete der Einkaufsmanagerindex erstmals seit neun Monaten einen minimalen Anstieg“, sagte IHS-Ökonom Phil Smith. „Ob der deutsche Industriesektor damit die Talsohle des Abschwungs durchschritten hat, bleibt abzuwarten“, erklärte er. Die Mai-Zahlen sollen in einem Monat darüber Auskunft geben. Smith hält es aber auch für möglich, dass es zu Entlassungen in der Industrie kommt.

Innerhalb Europas haben sich die Wirtschaftskraft-Verhältnisse im Vergleich zu den vergangenen Jahren umgekehrt: Das langjährige Schlusslicht Griechenland floriert, das in Sachen Boom verwöhnte Deutschland dagegen schwächelt. Die von IHS befragten Einkaufsmanager vermeldeten für Griechenland das stärkste Wachstum seit nahezu 19 Jahren.

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