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03.02.2019

15:08

Konsumbarometer

Die Laune der Verbraucher stabilisiert sich wieder

Von: Axel Schrinner

Die Sorge vor einer Rezession ist gebannt, das Verbrauchervertrauen steigt leicht – und Ökonomen glauben gar an einen starken Jahresauftakt.

Die Einzelhändler beklagen einen schlechten Jahresabschluss. dpa

Weihnachtlicher Einkauf in Frankfurt

Die Einzelhändler beklagen einen schlechten Jahresabschluss.

DüsseldorfVor genau zehn Jahren befand sich die deutsche Wirtschaft im freien Fall. Schwarzseher überboten sich mit düsteren Prognosen über einen Zusammenbruch des Finanzsystems, begleitet von einer Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit. Genau diese Erinnerungen wurden offenbar bei vielen Verbrauchern zum Jahreswechsel wach, als das R-Wort wieder in den Medien auftauchte – und so rutschte die Konsumstimmung im Januar in den Keller.

Nachdem das Statistische Bundesamt nun jedoch klargestellt hat, dass Deutschland nicht in eine Rezession abgeglitten ist, die Wirtschaft im Schlussquartal 2018 also gewachsen ist, stabilisiert sich jetzt das Verbrauchervertrauen; das vom Handelsblatt Research Institute für den Handelsverband HDE berechnete Konsumbarometer für Februar zog wieder an – wenn auch nur leicht.

Vor allem die Konjunkturerwartungen der befragten Verbraucher machten einen Satz nach oben, außerdem nahm die Furcht vor anziehender Inflation ab. Das HDE-Konsumbarometer basiert auf einer repräsentativen Verbraucherbefragung.

Insgesamt sechs Einzelindizes fließen in das Barometer ein, das im Februar bei 99,76 Zählern notiert. Der Index ist in die Zukunft gewandt und sagt die Verbraucherstimmung und damit die Entwicklung des privaten Konsums in den kommenden drei Monaten voraus. Als wichtigste Stütze des Konsums gilt der stabile Arbeitsmarkt mit seinen nunmehr 45 Millionen Erwerbstätigen.

Auch im Januar war die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit rückläufig – den 28. Monat in Folge. Für den deutschen Einzelhandel endete das Jahr 2018 mit einer Enttäuschung: Real setzte der Handel im Dezember 2,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat um. Im gesamten Weihnachtsgeschäft war der Umsatz nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts real um 0,2 Prozent geringer als zum Fest 2017.

Grafik

Trotz des schwachen Jahresausklangs setzten die Einzelhändler im Gesamtjahr 2018 preisbereinigt 1,2 Prozent mehr als noch 2017 um. Das Plus war damit allerdings deutlich geringer als in den Vorjahren. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass Deutschland die gesamtwirtschaftlich schlimmsten Monate bereits hinter sich gelassen hat.

Die DIW-Ökonomen erwarten trotz schwacher Signale aus der Industrie einen „starken Jahresauftakt“. Die Inlandsnachfrage werde angesichts des anhaltenden Beschäftigungsaufbaus dynamisch bleiben. Hinzu komme ein Einkommensschub für die privaten Haushalte durch die paritätische Finanzierung der Krankenkassenbeiträge sowie durch Steuerentlastungen. Beides lässt die Nettoeinkommen steigen.

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