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20.10.2019

09:19

Weltwirtschaft

IWF fordert Investitionen für mehr Wirtschaftswachstum

Der Internationale Währungsfonds geht von mageren drei Prozent Wirtschaftswachstum aus. Staatliche Investitionen sollen nun die Weltwirtschaft ankurbeln.

Der IWF empfiehlt wegen der schwachen Weltwirtschaft mehr staatliche Investitionen. dpa

IWF-Chefin Kristalina Georgiewa

Der IWF empfiehlt wegen der schwachen Weltwirtschaft mehr staatliche Investitionen.

Washington Der Internationale Währungsfonds schaut pessimistisch auf die Weltwirtschaft. 2019 werde es wohl nur ein Wachstum von drei Prozent geben, so wenig wie seit der großen Finanzkrise vor über zehn Jahren nicht mehr, hieß es im Abschlussdokument der IWF-Herbsttagung am Samstag in Washington. „Das Tempo hat sich seit April noch einmal verlangsamt.“ Es gebe zahlreiche Risiken wie den Handelsstreit oder die hohe Verschuldung vieler Staaten.

Die neue IWF-Chefin Kristalina Georgiewa aus Bulgarien erklärte, die IWF-Mitglieder hätten darüber diskutiert, wie ein größerer „Gruppendruck“ auf Länder ausgeübt werden könne, um den Regeln zum Welthandel zu folgen und diese zu verbessern. Das könne zum Abbau von Unsicherheit beitragen, die das Wachstum beeinträchtige.

Weitergehend lobte Georgiewa Deutschland für seine Investitionen in den Klimaschutz. Die Bundesrepublik habe finanziellen Spielraum, um die internationale Wirtschaft mit staatlichen Investitionen stärker anzukurbeln, sagte Georgiewa zum Abschluss der Herbsttagung von IWF und Weltbank am Samstag in Washington. Zugleich handele Deutschland aber bereits, stelle ein sehr umfangreiches Klima-Investitionspaket auf die Beine und prüfe, was noch mehr getan werden könne.

Der IWF empfahl zudem mehr staatliche Investitionen: „Zur Verfügung stehende Spielräume in der Fiskalpolitik sollten genutzt werden“, hieß es in dem Dokument. Das richtet sich vor allem an Deutschland.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat zuletzt immer wieder darauf verwiesen, dass die Finanzpolitik bereits sehr expansiv sei, die Investitionen auf Rekordniveau lägen und jetzt durch das Klimapaket der Regierung weitere Milliarden mobilisiert würden.

Der IWF forderte zudem Strukturreformen in der Welt, um für mehr Wirtschaftswachstum zu sorgen. Gleichzeitig müssten politische Unsicherheiten reduziert werden - Länder stärker international kooperieren sowie ein freier und fairer Handel gewährleistet werden. Den Handelsstreit zu lösen und die Reform der Welthandelsorganisation WTO voranzutreiben, werde als Notwendigkeit anerkannt – eine vergleichsweise vage Formulierung.

Bewusste Währungsabwertungen, um sich im Handel Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, sollte für Staaten zudem tabu sein. Die Arbeiten an einer faireren Besteuerung internationaler Konzerne – vor allem von Internetfirmen – sollten fortgesetzt werden.

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