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22.09.2022

10:54

Währung

US-Dollar steigt auf 20-Jahres-Hoch – Euro und Yen unter Druck

Der Dollar wird immer beliebter und steigt auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Die US-Währung profitiert von der straffen Geldpolitik der Fed.

Vermögensverwalter raten häufig dazu, den Dollar zu kaufen. The Image Bank/Getty Images

US Dollar

Vermögensverwalter raten häufig dazu, den Dollar zu kaufen.

Düsseldorf Der Höhenflug der Weltleitwährung geht weiter. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, steigt am Donnerstag um 0,3 Prozent und notiert mit 111,79 Punkten so hoch wie zuletzt vor etwas mehr als 20 Jahren. „Was sonst als den Dollar kann man derzeit kaufen„, fragt Sally Auld, Chef-Anlegerin des Vermögensverwalters JB Were. „Die Fed wird ihre Zinserhöhungen auf absehbare Zeit nicht beenden.“

Andere Börsianer verweisen zusätzlich auf die Attraktivität des Dollar als „sicherer Anlagehafen“ vor dem Hintergrund der drohenden Rezession in Europa, der schwächelnden chinesischen Wirtschaft und des anhaltenden Ukrainekriegs.

Euro fällt auf 20-Jahrestief

Der Euro steht an den Finanzmärkten weiter unter Druck. In der Nacht auf Donnerstag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 0,9809 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit etwa 20 Jahren. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch etwas höher auf 0,9906 Dollar festgesetzt.

Belastet wird der Euro, wie auch viele andere Währungen, durch den starken Dollar. Die US-Währung profitiert zum einen von der straffen Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die ihren Leitzins am Mittwochabend zum dritten Mal in Folge kräftig um 0,75 Prozentpunkte anhob. Hintergrund ist die sehr hohe Inflation.

Zum anderen ist der Dollar wegen der zunehmend trüben geopolitischen Lage gefragt. Vor allem das schlechte Verhältnis zwischen dem Westen und Russland treibt Anleger in den sicheren Hafen US-Dollar.

Japanischer Yen schwach

Unter Druck stand am Morgen auch der japanische Yen. Die Notenbank der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt hält an ihrer lockeren Linie fest, wie die Bank of Japan mitteilte. Zwar liegt die Inflation in Japan deutlich niedriger als in anderen Ländern. Sie steigt aber und ist zumindest für japanische Verhältnisse relativ hoch. Die Notenbank macht dennoch keine Anstalten, ihre extrem lockere Geldpolitik etwas zu straffen, was den Yen seit Monaten stark belastet.

Mit Käufen der eigenen Währung verschafft die japanische Notenbank dem Yen eine Atempause. Dadurch fiel der Dollar am Donnerstag auf 142,90 Yen, nachdem er zuvor auf ein 24-Jahres-Hoch von 145,89 Yen gestiegen war. Der japanischen Regierung zufolge war das die erste Intervention der Bank von Japan (BoJ) seit Juni 1998. Börsianer hatten seit längerem über einen solchen Eingriff spekuliert.

„Einseitige Interventionen sind auf Dauer wenig erfolgversprechend, das hatte die BoJ in der Vergangenheit bereits schmerzhaft erfahren müssen“, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. „Sie könnten aber vielleicht ausreichen, der BoJ Zeit zu verschaffen, falls sie eine baldige Abkehr von der ultraexpansiven Geldpolitik erwägt.“

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