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04.08.2011

16:45

Währungsersatz

Die große Flucht ins Gold

Von: Jan Keuchel, Finn Mayer-Kuckuk, Regine Palm

Egal wie hoch der Goldpreis gerade steht, er soll noch weiter steigen. Zentralbanken kaufen das Edelmetall daher gleich tonnenweise. Von Euro und US-Dollar haben sich dagegen die meisten Anleger vorerst verabschiedet.

Goldener Anhänger in Form eines Buddhas: China ermuntert auch seine Bürger zum Kauf des Edelmetalls. Quelle: Reuters

Goldener Anhänger in Form eines Buddhas: China ermuntert auch seine Bürger zum Kauf des Edelmetalls.

Tokio/Peking/Düsseldorf Die Kapitalmärkte verlieren das Vertrauen in die großen Währungen. Das gilt für den US-Dollar noch stärker als für den Euro. Obwohl der Goldpreis ein Allzeithoch nach dem anderen erreicht – am Donnerstag stiegen die Preise erneut auf Rekordniveau –, schichten Notenbanken einen Teil ihrer Währungsreserven in Gold um. Anfang der Woche gab die koreanische Zentralbank bekannt, dass sie rund 25 Tonnen Gold gekauft hat – zum ersten Mal seit zehn Jahren.

Die Notenbanken verunsichern damit die Anleger und treiben den Bedeutungsverlust des Dollars als Leitwährung voran. Erst Anfang Mai hatte Mexiko eine Aufstockung seiner Goldbestände im Wert von mehr als vier Milliarden Dollar gemeldet. Dies war der drittgrößte Gold-Kauf der vergangenen zehn Jahre. Der südliche Nachbar der USA besitzt nun über 100 Tonnen Gold.

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Kommentare (24)

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Nachdenker

04.08.2011, 11:32 Uhr

Wird der Goldpreis nicht zufällig künstlich hochgehalten und soll nicht Otto-Normalanleger als Nachahmungstäter schnell seine Wertpapiere billig verkaufen und Gold teuer kaufen?
Und die Staatsbanken kann man auch nicht als Vorbilder nehmen. Z.B. haben die Russen ihre großen Goldvorräte als Gold billig war, verscherbelt und US-Anleihen gekauft und jetzt kauft man dasselbe Gold teuer zurück.

Ich meine, wer Gold vor 5-10 Jahren kaufte, macht jetzt das Geschäft seines Lebens. Denn auch der Goldpreis ist zyklisch.
Gold kann man nicht essen und man kann damit nicht heizen. Wieviel teuerer Schmuck ging in Krisenzeiten buchstäblich für einen Appel und ein Ei auf dem Schwarzmarkt über den Tresen?

der-oekonomiker

04.08.2011, 12:21 Uhr

Natürlich eine relativ martialische Überschrift. Inhaltlich aber durchaus nachvollziehbar. Vor allen Dingen auch immer wieder historisch nachprüfbar. Nachdenker hat in sofern recht, dass heute alle Preise manipuliert werden, nicht nur die von Gold und Silber, alle anderen auch. Selbst bei ALDI, LIDL, NETTO, usw., hat es nichts mehr mit Angebot und Nachfrage zu tun. Gerade Gold wird aber nicht hochgehalten, sondern im Gegenteil: der Preis wäre deutlich höher, würde nicht dauernd eingegriffen. Warum der Preis schon höher wäre? Die Banken (inkl. Zentralbanken) sitzen auf 700 - 1000 Billionen nullwertiger Papiere aller Couleur, in ihren Bilanzen immer noch bestens bewertet. Nennt sich heute "too big to rescue". Die Weltwirtschaft wird längst nur noch schön geredet und geschrieben. Setzt sich diese Entwicklung weiter fort, wovon zwanghaft auszugehen ist, dann bekomme ich eben nur noch die Dinge des täglichen Bedarfs gegen Schmuck, Gold und Silber. Andererseits werden dann die Bauern endlich wieder die Wertschätzung erhalten, die ihnen zusteht. Die können dan ihre Kuh- und Schweineställe mit wertvollen Teppichen auslegen und an die Wände teure Gemälde hängen. Gab es auch schon, oder? Ich denke in diesem Zusammenhang gerne an Mark Twain: "Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich." Es ist erst einige Jahrzehnte her, dass Staatsanleihen, heute auch Bundesschätzchen, für wertlos erklärt wurden. Denke, wer sich ernsthaft mit dieser Thematik beschäftigt, findet auf meinem Blog www.der-oekonomiker.blogspot.com einige Denkanstösse.

Account gelöscht!

04.08.2011, 12:30 Uhr

@Nachdenker

Der Goldpreis wird nicht künstlich hoch gehalten, sondern künstlich tief, nach allem, was man so sieht. Dafür sorgen derzeit mal wieder die USA, die momentan alles daran setzen, dass ihr Dollar nicht noch mehr abstürzt. Und dass sich die Notenbanken in letzter Zeit mit Gold eindecken, sollte man als zusätzliches als Alarmsignal werten!
Die Frage für Privatanleger sollte nicht deshalb lauten "wieviel Rendite Gold bringt", sondern, "wie kann ich mein Geld vor der Entwertung der nächsten Jahre schützen"!

Natürlich ist auch der Goldpreis zyklisch, aber das weltweite Währungssystem hängt zur Zeit an einem seidenen Faden und viele Alternativen zur Wertsicherung außer Gold, Silber, Immobilien ect. gibt es kaum.

Mal sehen, wenn es hart auf hart kommt, ob die Regierungen vielleicht sogar den Handel mit Gold verbieten. Man sollte mit allem rechnen. Aber noch befinden wir uns in einer relativ ruhigen Phase, wenn man bedenkt, was noch kommen wird.

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