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23.06.2022

18:00

Börse Frankfurt

Dax schließt unter 13.000 Punkten – Aktie der Deutschen Bank verliert mehr als zwölf Prozent

Von: Frank Wiebe

Der MDax für mittelgroße deutsche Unternehmen beendet den Handel sogar 2,7 Prozent im Minus. Sorgen um die Konjunktur dominieren das Geschehen.

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung. Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Frankfurt Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am Donnerstag wieder unter die Marke von 13.000 Punkten gefallen und schließt unterhalb der wichtigen Marke. Der Leitindex beendete den Handel 1,7 Prozent im Minus bei 12.918 Zählern. Nach einem kurzzeitigen Aufbäumen am Mittag fiel das Börsenbarometer im weiteren Verlauf wieder zurück. Der MDax für mittelgroße deutsche Unternehmen schloss sogar 2,7 Prozent im Minus.

Im Laufe des Tages spreizten sich die Kursbewegungen immer mehr auf. Auffällig schwach waren die Finanzwerte, die Deutsche Bank etwa sackte mehr als zwölf Prozent ab. Banken galten lange Zeit als Gewinner steigender Renditen. Am Donnerstag gingen die Zinsen am Kapitalmarkt aber deutlich zurück, was diesen positiven Effekt infrage stellte.

Aktien wie die des Chemiespezialisten Brenntag oder Mercedes waren ebenfalls in der Verlustzone, während es nach und nach einige Papiere, darunter Versorgerwerte, aber zum Beispiel auch Adidas in den grünen Bereich schafften. Die Aufteilung macht deutlich, dass Investoren vor allem Konjunktursorgen haben. Dafür spricht auch die Schwäche des MDax.

Die jüngsten Daten verstärken die Konjunktursorgen: Der Einkaufsmanagerindex für die Wirtschaft in der Euro-Zone sank unerwartet stark um 2,9 auf 51,9 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Privatwirtschaft fiel um 2,4 auf 51,3 Punkte und damit auf ein Sechsmonatstief.

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    In den USA notierten die wichtigsten Indizes entgegen den Signalen im Vorfeld im Plus. Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank (Fed), spricht am Donnerstag im House Committee on Financial Services. Seine Worte verfolgen Anleger mit großer Spannung.

    Bereits am Mittwoch hatte Powell vor dem Senat gesprochen – und sich relativ pessimistisch über die wirtschaftliche Entwicklung geäußert. Zugleich ließ er keinen Zweifel aufkommen, dass die Fed sich in der nächsten Zeit voll auf die Bekämpfung der Inflation konzentrieren will und dabei auch größere Zinsschritte von einem Prozentpunkt nicht ausschließt.

    Rezession gefährlicher als Inflation?

    Die auf den ersten Blick auffälligste Reaktion war ein deutlicher Kursanstieg bei Staatsanleihen, was im Gegenzug nachgebende Renditen bedeutet. So lag die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen bei 3,109 Prozent. Auch deutsche zehnjährige Papiere legten deutlich zu, die Rendite lag nur noch bei 1,44 Prozent.

    Jim Reid von der Deutschen Bank hat versucht, das Geschehen zu erklären. Seine Ausführungen kurz zusammenfassend ließe sich festhalten: Wegen der steigenden Inflationsgefahr kommen Zweifel auf, ob die Fed tatsächlich einen harten Zinserhöhungskurs durchhalten kann, da sie so die Konjunktur stark schwächt.

    Zugleich sind, soweit aus den Märkten ablesbar, die Inflationserwartungen etwas gesunken. Zusammengenommen führt das zu leicht niedrigeren Renditeerwartungen, was im Gegenzug die Anleihekurse hochtreibt.

    Eine wichtige Debatte in den USA, die aber auch für die Märkte weltweit Bedeutung haben dürfte, bezieht sich auf die Rohstoffpreise. Das insgesamt deutlich gestiegene Niveau, vor allem bei Öl, könnte dazu führen, dass Unternehmen angesichts der höheren Kosten ihre Gewinnprognosen nach unten revidieren müssen.

    Auf der anderen Seite haben die Energiepreise zuletzt leicht nachgegeben, was den Preisauftrieb mildern könnte. Der unabhängige US-Analyst Ed Yardeni leitet aus der abnehmenden Preisdynamik beim wichtigen Industriemetall Kupfer sogar die vage Hoffnung ab, die Inflation könne ihren Höhepunkt überschritten haben.

    Zusammengenommen ergibt sich also auch aus dieser Perspektive: Rezession schiebt sich als Thema vor Inflation, und das führt tendenziell zu einer Entlastung am Anleihemarkt. Zugleich belastet diese Entwicklung eher konjunkturabhängige Aktien und nimmt im Gegenzug tendenziell vielleicht etwas Druck von hochbewerteten, bisher noch gewinnschwachen Tech-Titeln.

    Blick auf die Einzelwerte

    Aroundtown: Nach einer Herunterstufung durch JP Morgan von „Neutral“ auf „Untergewichten“ liegen die Papiere des Immobilienkonzerns am Donnerstag rund 6,6 Prozent im Minus.

    Service: Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

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    Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    Beiersdorf: Das Hamburger Markenunternehmen zählt mit einem Plus von rund 1,5 Prozent zu den größten Gewinnern. Der Konzern ist zu Wochenbeginn wieder neu in den Index aufgestiegen.

    BASF: Der Chemieriese gehört mit einem Minus von über 4,5 Prozent zu den größten Dax-Verlierern. BASF ist besonders durch den Ausfall von Gaslieferungen aus Russland betroffen und wird voraussichtlich in einigen Bereichen die Produktion drosseln müssen. Später erholte sich die Aktie leicht, und andere Werte überholten sie auf dem Weg nach unten.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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