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16.05.2022

17:46

Dax aktuell

Dax fällt nach schwachen Konjunkturprognosen zurück – Wichtige Marken rücken immer näher

Von: Leonidas Exuzidis

Der Dax ist am Montag schnell in die Verlustzone zurückgekehrt. Doch schon bei moderaten Gewinnen würde der Dax bald zwei wichtige Marken übertreffen.

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt bleibt die Marke von 14.000 Punkten ein wichtiges Hindernis auf dem Weg nach oben. Der Dax schließt den Handelstag 0,5 Prozent tiefer bei 13.964 Punkten. Zwischenzeitlich hatte der Leitindex seine Tagesverluste wieder wettmachen können, ehe Konjunktursorgen für ein neues Minus sorgten.

Auffällig war im Montagshandel das geringe Handelsvolumen. Im Verlauf des Tages wurden nur rund 48 Millionen Dax-Papiere gehandelt. Zum Vergleich: In der turbulenten Vorwoche lag das gehandelte Volumen im Schnitt bei etwa 95 Millionen Stücken am Tag. Zwischen dem höchsten und tiefsten Punkt der Woche lagen 650 Punkte.

Auch in der neuen Woche könnte es turbulent zugehen. Die Berichtssaison im Dax ist nahezu vorüber – ein starkes erstes Quartal hat die Kurse gestützt. Daher rücken nun wieder lang bekannte Belastungsfaktoren in den Vordergrund.

Die anstehende Zinswende in Europa und den USA sorgt an den Märkten regelmäßig für neue Verunsicherung. Damit einher gehen auch Konjunktursorgen vor allem aufgrund der strikten Covid-Politik in China und der unterbrochenen Lieferketten.

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    Ohnehin hängt der weitere Verlauf an den Märkten stark von der kurzfristigen Entwicklung des Ukrainekriegs ab. Schließlich lässt sich kaum prognostizieren, wie eine weitere Eskalation die Kurse beeinflussen würde. Hier rückt auch die Reaktion Russlands auf die Beitrittsgesuche von Schweden und Finnland zur Nato in den Blickpunkt.

    Getrübt wird die Marktstimmung von schwachen Konjunkturdaten. Die EU-Kommission hat die Wachstumsprognose für die europäische Wirtschaft angesichts des Ukrainekriegs drastisch nach unten korrigiert, auf 2,7 Prozent von zuvor vier Prozent.

    Ein weiterer zentraler Faktor dieser Frühjahrsprognose: Die Inflation im Euro-Raum dürfte 2022 bei 6,1 Prozent liegen – zuvor waren die Experten von 3,5 Prozent ausgegangen. Auch 2023 dürfte die Teuerungsrate mit 2,7 Prozent weit über dem Niveau liegen, das die Europäische Zentralbank (EZB) anstrebt.

    Bereits am Morgen hatten schwache Wirtschaftsdaten aus China die Kurse belastet. Die Zero-Covid-Strategie der Staatsführung wirkt sich noch negativer auf die Konjunktur aus als gedacht. Die Einzelhandelsumsätze brachen im April um 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein, wie am Montag bekannt wurde. Analysten hatten ein Minus von sechs Prozent erwartet. Auch die Industrieproduktion fiel schlechter aus als erwartet.

    Abwärtstrend könnte durchbrochen werden

    Bereits bei moderaten Kursgewinnen würde der Dax zwei charttechnisch wichtige Marken übersteigen. Bei 14.032 Punkten liegt die 50-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend signalisiert. Nur knapp darüber, bei 14.056 Zählern, befindet sich der Schwellenwert für den mittelfristigen Abwärtstrend.

    Diese fallende Linie, die beim Jahreshoch von 16.285 Punkten Anfang Januar beginnt, versucht der Dax nachhaltig zu überwinden, also per Tagesschlusskurs und am Folgetag. Daran ist der deutsche Leitindex bereits mehrfach gescheitert, wenngleich die Linie in diesen Fällen auf einem höheren Niveau lag. Nichtsdestotrotz ist der Abwärtstrend nun ungewöhnlich lange intakt.

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    Ein Bruch könnte das Dax-Bild aus charttechnischer Sicht weiter aufhellen. Ob es in der Folge direkt weiter aufwärtsgeht, lässt sich angesichts der genannten Belastungsfaktoren jedoch kaum prognostizieren.

    Auf der Unterseite scheint im Bereich um 13.500 Punkte hohes Kaufinteresse zu herrschen. In der Vorwoche gab es nach den Kursverlusten in diesem charttechnisch wichtigen Bereich schnell neue Käufer. Es scheint, als würden die Anleger dieses Niveau als günstig bewerten. Darunter sind bis zum Niveau von 13.000 Punkten weitere Haltemarken relevant, urteilen die Experten von HSBC Deutschland.

    Blick auf andere Assetklassen

    Weiter abwärts geht es für den Goldpreis. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) fiel zurück an die Marke von 1800 Dollar. Das ist nahe dem tiefsten Stand seit drei Monaten.

    Die straffere Geldpolitik in den USA und die höheren Anleiherenditen setzen Gold als zinsloses Investment gegenwärtig spürbar zu. Auch der starke Dollar hemmt die Nachfrage nach Gold, da das Edelmetall international fast ausschließlich in der US-Währung gehandelt wird und somit im Ausland weniger erschwinglich wird.

    Der Bitcoin fiel erneut unter 30.000 Dollar. Die wichtigste Digitalwährung hatte sich nach ihrem drastischen Einbruch in der Vorwoche leicht stabilisiert.

    Am Ölmarkt konnten die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI ihre anfänglichen Verluste im Tagesverlauf wieder wettmachen. Die Aussicht auf eine schwächere Nachfrage hatte die Preise schon in der Vorwoche belastet.

    Der US-Future für Weizen steigt in Chicago derweil auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Auch in Europa erreicht der Weizenpreis ein Rekordhoch von 430,88 Euro je Tonne. Indien hat ein Exportverbot für Weizen erlassen, um die Versorgungssicherheit im Land sicherzustellen.

    Eigentlich wirkt sich eine solche Maßnahme global kaum aus, da Indien auf dem Weizenmarkt ein vernachlässigbarer Akteur ist und hauptsächlich seine Nachbarländer beliefert. Da das Angebot durch den Ausfall ukrainischer Lieferungen allerdings schon spürbar verknappt ist, legt der Preis so deutlich zu.

    Blick auf Einzelwerte:

    Sartorius: Die Titel des Laborausrüsters gehörten mit einem Plus von knapp zwei Prozent zu den stärksten Werten im Dax. Die UBS stufte die Titel hoch und riet fortan zum Kauf.

    Carl Zeiss Meditec: Auch der Medizintechnikkonzern profitierte von positiven Analystenkommentaren. Das Papier gewann im Mittelwerteindex MDax 2,6 Prozent.

    Vantage Towers: Der Funkturm-Betreiber steigerte Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Quartal um 4,6 beziehungsweise 3,6 Prozent. Für das Gesamtjahr stellte das Management ein Wachstum in ähnlichem Umfang in Aussicht. Die Aktie der Vodafone-Tochter verlor dennoch rund vier Prozent unter 30 Euro.

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    Vodafone: Die Vantage-Mutter profitiert vom 4,4 Milliarden Dollar schweren Einstieg des Telekom-Konzerns Etisalat aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, besser bekannt unter dem Namen e&. Die Aktien des Mobilfunkers stieg in London um 1,5 Prozent.

    Ryanair: Europas größte Billigfluggesellschaft hat den Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich eingedämmt, hält sich mit einer Prognose für das laufende Jahr aber zurück. Angesichts des anhaltenden Risikos negativer Nachrichten sei es fast unmöglich, eine genaue Gewinnprognose abzugeben. Der um Sondereffekte bereinigte Nettoverlust für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22 schrumpfte von gut einer Milliarde Euro im Vorjahr auf 355 Millionen Euro. Der Umsatz verdreifachte sich fast auf 4,8 Milliarden Euro. Die Aktie gab in Dublin 3,5 Prozent nach, konnte einen Teil der Verluste aber wieder aufholen.

    Mit einem Dividendenabschlag werden am Montag Fresenius, Porsche, Dürr und TAG Immobilien gehandelt.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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