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27.05.2022

18:16

Dax aktuell

Dax schließt auf höchstem Niveau seit Mitte April – Experte sieht Startschuss für Bärenmarktrally

Von: Andreas Neuhaus

Das Börsenbarometer hat sich mittlerweile deutlich vom Mai-Tief bei 13.381 Punkten abgesetzt. Schnäppchenjäger und geringere Zinssorgen stützen die Kurse.

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Wie entwickelt sich der deutsche Leitindex 2023?

Frankfurt Der deutsche Aktienmarkt hat seine jüngsten Gewinne am Freitag ausgebaut. Der deutsche Leitindex Dax beendete den letzten Tag der Handelswoche 1,6 Prozent höher bei einem Stand von 14.462 Punkten, was gleichzeitig dem Tageshoch entspricht. So hoch hatte der Dax zuletzt am 21. April geschlossen.

Der Handel am Freitag könnte für neue Stabilität sorgen. In den vergangenen zwei Wochen setzten relativ schnell Gewinnmitnahmen ein, als sich der Dax über der Marke von 14.000 Punkten befand. Im Handel am Donnerstag und Freitag ging es stattdessen in langsamen Schritten immer weiter nach oben. Die neue Woche wird zeigen, wie nachhaltig diese Stabilität ist.

Insbesondere Zahlen aus den USA sorgen für gute Stimmung. Denn wie das US-Handelsministerium mitteilte, schmälerte zwar im April die hohe Inflation die persönlichen Einkommen der Amerikaner, die Jahresteuerung (PCE-Kernrate) ohne Nahrungsmittel- und Energiekosten sank aber leicht auf 4,9 Prozent von 5,2 Prozent.

„Es sieht danach aus, dass der Scheitelpunkt der Inflationswelle überschritten ist“, kommentierte Analyst Bastian Hepperle von der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. Entsprechend stiegen die Kurse an der Wall Street, was hierzulande für zusätzlichen Schub sorgte.

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    Das bekräftigt die Hoffnung vieler Anleger, dass die US-Notenbank Fed die Geldpolitik nicht noch stärker straffen muss als bereits erwartet. Zudem wittert offenbar der eine oder andere Schnäppchenjäger noch eine Chance, sich günstig einzudecken, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade.

    Dadurch hat sich vor allem an der Wall Street die Stimmung in dieser Woche aufgehellt, nachdem diese zuletzt am Boden war. „Sehr negative Sentiment-Werte lassen Raum für Bärenmarktrallys“, erklärt Konstantin Oldenburger, Marktanalyst CMC Markets. „Für eine solche könnte der Startschuss in dieser Woche gefallen sein.“

    Ein Bärenmarkt bezeichnet am Aktienmarkt eine längere Phase fallender Kurse. Eine Bärenmarktrally bezeichnet die Situation, in der die Kurse über einen kürzeren Zeitraum wieder stark steigen, bevor sich der Abwärtstrend wieder fortsetzt.

    Was für Oldenburgers Sicht spricht: Auch wenn die Gesamtsituation mit dem Ukrainekrieg, der weltweit hohen Inflation, der zur Inflationsbekämpfung nötigen Zinserhöhungen und den daraus folgenden Rezessionsängsten sowie den Corona-Sorgen in China schwierig ist, hat der Dax nun die dritte positiven Woche in Folge hinter sich.

    Die Woche bis zum 13. Mai hatte er 2,6 Prozent im Plus geschlossen. Im Gegensatz zu den vorherigen Wochen kam es daraufhin aber nicht zu Gewinnmitnahmen im großen Stil, sondern der Dax hielt sein Niveau in der Woche bis zum 20. Mai mit einem Wochenverlust von 0,3 Prozent. In dieser Woche hat der Index nun einen Wochengewinn von über drei Prozent erzielt.

    100-Tage-Linie ist nun in unmittelbarer Reichweite

    Damit hat sich der Dax über der Marke von 14.000 Punkten etabliert, an der er sich seit Anfang Mai abgearbeitet hatte. Dass darauf ein Ausbruch nach oben folgt, ist nicht ungewöhnlich. Aus technischer Sicht wurde damit der seit Anfang des Jahres anhaltende Abwärtstrend nachhaltig verlassen. Von seinem Mai-Tief von 13.381 Punkten hat sich der Dax mittlerweile deutlich abgesetzt.

    Aus technischer Sicht rückt damit die 100-Tage-Linie bei 14.565 Zählern näher, schreiben Ralf Umlauf und Ulrich Wortberg von der Helaba in ihrer aktuellen Analyse. Diese Linie zeigt den gleitenden Durchschnitt in diesem Zeitraum und den mittelfristigen Trend an.

    Doch entscheidend für eine echte Erholung ist die Marke von 14.980 Punkten, sagt Martin Utschneider, Leiter Technische Analyse bei Donner & Reuschel. Hier scheiterte Ende März schon einmal ein Erholungsversuch.

    Der starke Wochenausklang macht den Experten aber optimistisch. Die Marke sei „ein realistisches Ziel für die nächsten Wochen“, sagt Utschneider. Auf der Unterseite bietet laut Utschneider der Bereich von 14.041 bis 13.871 Punkten eine verlässliche Stopp-Orientierung.

    Einzelwerte im Fokus

    Beiersdorf: Starke Geschäftszahlen des US-Kosmetikhändlers Ulta Beauty ermuntern Anleger zum Einstieg bei europäischen Anbietern von Schönheitspflegeprodukten wie Beiersdorf und L’Oreal. Ulta habe mit einem Gesamtjahresumsatz von 2,3 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 6,30 Dollar je Aktie die Erwartungen übertroffen, lobt Analyst Christopher Horvers von JP Morgan. Die angehobenen Ziele für 2022/23 seien mit 9,35 bis 9,55 Milliarden Dollar beim Umsatz und 19,20 bis 20,10 Dollar je Aktie beim Gewinn konservativ. Die in Frankfurt notierten Ulta-Titel stiegen um 14 Prozent, so stark wie zuletzt vor eineinhalb Jahren.

    Service: Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    Service

    Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    Henkel: Ein negativer Analystenkommentar löst Verkäufe beim Konsumgüterhersteller aus. Henkel-Aktien geben um 1,7 Prozent nach auf 61,60 Euro. Die Experten der Investmentbank Jefferies stuften die Titel auf „hold“ von „buy“ zurück und senkten das Kursziel auf 69 von 75 Euro.

    RWE: Die Versorger RWE und Eon waren mit einem Verlust von drei beziehungsweise 2,3 Prozent die größten Dax-Verlierer. Hinter beiden Titeln liegt insgesamt eine schwache Handelswoche.

    Öl mit starken Gewinnen auf Wochensicht

    Die Ölpreise haben am Freitag die starken Kursgewinne vom Vortag gehalten. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent den Daten von Refinitiv zufolge 118,62 US-Dollar. Das war etwa ein Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte leicht zu auf 114,35 Dollar.

    Kurz vor dem Wochenende wurden die Ölpreise durch einen schwächeren Dollar nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA gestützt. Eine Kursschwäche der amerikanischen Währung macht das in Dollar gehandelte Rohöl auf dem Weltmarkt günstiger, was für eine stärkere Nachfrage sorgt.

    Seit Montag haben sich Rohöl aus der Nordsee und US-Öl jeweils mehr als vier Prozent verteuert. Marktbeobachter verwiesen auf die Entwicklung der Treibstoffreserven in den USA. Im Verlauf der Woche war bekannt geworden, dass die amerikanischen Benzinreserven einen mehrjährigen Tiefstand erreicht haben.

    Mit Material von dpa und Reuters.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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