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02.11.2021

17:58

Dax aktuell

Dax schließt in Rekordnähe – Rücksetzer sind derzeit Kaufchancen

Von: Jürgen Röder

Der Leitindex nähert sich seinem Höchststand bis auf 70 Zähler an. Rücksetzer sind zwar möglich, wären aber wohl die Basis für den nächsten Aufwärtssprung.

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung. Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt geht es weiter aufwärts. Am Dienstag schloss der Dax 0,9 Prozent im Plus bei 15.954 Punkten. Mit seinem Tageshoch von 15.960 Zählern war der Leitindex nur noch 70 Punkte von seinem Rekordhoch Mitte August entfernt, das bei 16.030 Stellen liegt.

Am Montag hatte das Börsenbarometer bei 15.806 Punkten geschlossen, ein Plus von 0,6 Prozent. Dabei riss die Frankfurter Benchmark eine Aufwärtskurslücke auf (Fachjargon: Gap), weil der tiefste Punkt des Vortages mit 15.760 Stellen über der höchsten Notierung des vergangenen Freitags mit 15.690 Zählern lag.

Das ist ein Zeichen von Stärke. Der Markt wurde quasi neu bewertet, weil zwischen den beiden Kursständen kein Handel stattfand. Solange der Dax diese Lücke nicht schließt, liegt die Vermutung nahe, dass der Index spätestens in der kommenden Woche ein neues Rekordhoch erreicht.

Martin Utschneider, technischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, bezeichnet diese offene Kurslücke als einen „Hoffnungsschimmer, vielleicht sogar als Startsignal einer einsetzenden Jahresend-Rally“.

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    Weiter steigende Kurse signalisiert auch die Anlegerstimmung. So kommentiert Sentimentexperte Stephan Heibel die Auswertung der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment: „Selten habe ich ein so ausgewogen positives Stimmungsbild gemessen.“ Die Anleger seien optimistisch und gut gelaunt. „Doch von Überschwang und einem gefährlichen Missverhältnis des Sentiments zur aktuellen Marktsituation ist nicht die Rede“, meint der Inhaber des Analysehauses AnimusX.

    Auch die AnimusX-Daten sprechen eher für eine Fortsetzung der Rally. Es dürfte weiterhin – so wie am vergangenen Freitag – immer wieder kleinere Rücksetzer geben. Doch die wären wohl die Basis für den nächsten Aufwärtssprung.

    Als Kursziel haben sich sehr viele Anleger das Dax-Allzeithoch aus dem Monat August um 16.000 Punkte notiert. Die Nachkaufmarke der Vorwoche bei 14.800 Punkten wurde auf 15.200 Punkte angehoben.

    Hinzu kommt, dass der kurzfristige Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt intakt ist. Nach dem Kursrutsch auf 14.818 Punkte am 6. Oktober gab es in den folgenden drei Wochen stets höhere Wochentiefs und Wochenhochs, die klassische Definition eines Aufwärtstrends.

    Mit dem gestrigen Tageshoch von 15.849 Zählern erreichte die Frankfurter Benchmark sofort eine neue Höchstmarke in diesem Zeitfenster, die am heutigen Dienstag mit 15.960 Zählern ausgebaut wurde. Solange der Dax über 15.495 Punkten bleibt, dem Tief der Vorwoche, ändert sich an diesem Trendverhalten weiter steigender Kurse nichts.

    Börsianer erwarten konkreten Fahrplan der US-Notenbank

    Im Fokus der Anleger steht die US-Notenbank Fed. Am Dienstag beginnt die zweitägige Sitzung, am Mittwoch nach Börsenschluss in Europa werden die Ergebnisse verkündet. Für Thomas Altmann vom Investmenthaus QC Partners „ist es mittlerweile Konsens, dass die Fed morgen ihren Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik verkünden wird“.

    Die Börsen erwarten einen konkreten Fahrplan für das Tapering, das Zurückfahren der Anleihekäufe. „Mit dem zuletzt deutlichen Zinsanstieg preisen die Börsen ohnehin nicht nur ein Tapering, sondern auch erste Zinserhöhungen ein“, meint Altmann.

    Blick auf Einzelwerte

    Service: Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    Service

    Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    Hellofresh: Der Kochboxen-Lieferant Hellofresh feiert im November sein zehnjähriges Bestehen mit der Verlosung von Thermomix-Geräten unter seinen Kunden. Sich selbst beschenkte der Dax-Konzern mit einer weiteren Erhöhung der Prognose. Damit konnte Vorstandschef Dominik Richter Zweifel zerstreuen, dass Hellofresh einen Großteil der in der Pandemiezeit gewonnenen Kunden halten kann, obwohl Kantinen und Restaurants wieder gut besucht werden. Die Aktie kletterte um 17,2 Prozent nach oben.

    Deutsche Lufthansa: Nach einer Kaufempfehlung zählten die Papiere zu den Gewinnern im Nebenwerteindex MDax. Die Titel legten 1,3 Prozent zu. Die Analysten von Kepler Cheuvreux haben die Aktien auf „Buy“ von „Hold“ angehoben.

    Fresenius Medical Care: Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) stemmt sich mit einem Sparprogramm gegen Kostendruck und die Folgen der Coronakrise. Mit schlankeren Strukturen, nur noch zwei globalen Säulen im Betriebsmodell sowie dem Abbau von weltweit 5000 Arbeitsplätzen will die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius die jährlichen Kosten bis 2025 um 500 Millionen Euro senken. Die Nachricht wurde mit einem Plus von 0,9 Prozent honoriert.

    AMS Osram: Der steirische Sensorspezialist hat im dritten Quartal trotz Schwierigkeiten bei den Lieferketten den operativen Gewinn mehr als verdoppelt. Die Knappheit bei den Auto-Halbleitern sieht AMS noch bis weit ins kommende Jahr andauern. Der Chipmangel erzeuge Umsatzschwankungen und Volatilität in den Lieferketten der Automobilindustrie, da die Knappheit von Komponenten zu geringeren Produktionsvolumina der Automobilhersteller führt. Die Aktie gab 5,9 Prozent nach.

    PVA TePla: Nach einer Herunterstufung ging es für die Anteilsscheine abwärts. Die Aktien des Hochtechnologie-Unternehmens gehörten mit einem Abschlag von 5,9 Prozent zu den größten Verlierern im SDax. Die Analysten der Deutschen Bank hatten die Papiere auf „Hold“ von „Buy“ gesenkt.

    Stahlaktien: Papiere wie Salzgitter, Klöckner & Co und auch Thyssen-Krupp wurden von weiter sinkenden Eisenerzpreisen belastet und verloren zwischen drei und sechs Prozent. Sorge vor Nachfrageschwäche belastete den Eisenerzpreis.

    Am Anleihemarkt fällt die Zinswende wohl aus

    Die Renditen am Anleihemarkt fallen wieder deutlich. Dieser Wert für eine zehnjährige Bundesanleihe lag an diesem Dienstag zwischenzeitlich wieder bei minus 0,171 Prozent.

    Noch am Montag notierte die Rendite in der Spitze bei minus 0,07 Prozent und steuerte auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren zu. Mitte August lag die Rendite noch bei knapp minus 0,5 Prozent. Die zehnjährige Bundesanleihe ist der Bewertungsmaßstab für viele Anlagen im Euro-Raum.

    Geht es nach der Anlegerstimmung, dürfte es vorerst auch keine Wende hin zu positiven Zinsen geben. Bereits vor einer Woche wies Sentimentexperte Stephan Heibel auf die extrem schlechten Stimmung, gepaart mit einer hohen Kaufbereitschaft, am Anleihemarkt hin und hielt steigende Kurse beim Bund-Future für wahrscheinlich. Was auch so passierte. „Für eine Zinswende ist es zu früh“, bekräftige Heibel am gestrigen Montag seine Ansicht von vor einer Woche.

    Der Terminkontrakt Bund-Future bezieht sich auf eine fiktive, langfristige Bundesanleihe mit einem Kupon von sechs Prozent und einer Laufzeit von zehn Jahren. Wenn die Rendite der Staatsanleihen steigt, fällt der Kurs des Bund-Futures und umgekehrt. Dieses Konstrukt ermöglicht Anlegern, auf steigende oder fallende Renditen zu setzen.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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