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20.10.2021

18:10

Dax aktuell

Dax schließt kaum verändert – Anleger machen Halt vor einer wichtigen Schwelle

Von: Jürgen Röder

Nach einem ruhigen Handel bleiben die strategischen Marken unverändert. Die Aktie der Deutschen Börse fällt trotz passabler Quartalszahlen ans Dax-Ende.

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Düsseldorf Der deutsche Aktienmarkt verharrt weiter in seiner kurzfristigen Seitwärtsbewegung. Der Dax schloss am Mittwoch unverändert bei 15.222 Punkten. Der Handel verlief insgesamt verhalten: Zwischen dem höchsten und tiefsten Punkt lagen lediglich knapp 100 Zähler.

Oberhalb von 15.400 Punkten gab es seit Montag bislang ausreichend Nachfrage, um den Dax zu stützen. Der bisher tiefste Punkte in dieser Woche liegt bei 15.416 Zählern. Einen Sprung über die wohl vorentscheidende Marke von 15.600 Zählern billigten die Anleger dem Leitindex bislang aber auch nicht zu. Auf der Oberseite war am Mittwoch bei 15.567 Zählern Schluss.

Aufschlussreich war wieder die Fondsmanagerumfrage der Bank of America, an der mit 380 internationalen Vermögensverwaltern besonders viele teilgenommen haben. Der wohl wichtigste Punkt: Anleihen sind wegen hoher Inflationsängste so unbeliebt wie noch nie.

Das spricht indirekt eher für höhere Aktienkurse. Denn die Profis können sich im Gegensatz zu den Privatanlegern nicht einfach vom Markt verabschieden. Das Geld muss investiert werden – und Aktien sind hier die geeignete Alternative.

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    US-Aktien werden wieder deutlich positiver gesehen mit netto 16 Prozent Übergewichtung, ein Anstieg um sechs Prozentpunkte. Netto bedeutet in der Terminologie der Umfrage, dass es 16 Prozent mehr Investoren gibt, die US-Aktien übergewichten, als die, die es nicht tun.

    Europäische Aktien sind nach wie vor beliebter mit netto 34 Prozent der Nennungen. Allerdings ist dieser Anteil rückläufig. Das darf angesichts des Kursrückgangs seit Anfang September beim Dax nicht überraschen.

    Blick auf die Einzelwerte

    Zu den Verlieren im Mittwochshandel gehörten Industriepapiere, was vermutlich mit den fallenden Anleiherenditen zusammenhing. Am Aktienmarkt gilt derzeit der Zusammenhang, dass steigende Zinsen ein stärkeres Wirtschaftswachstum signalisieren, wovon zyklische Industriewerte und auch Banken stärker profitieren sollten. Das gilt natürlich auch umgekehrt.

    Die Rendite für eine zehnjährige Bundesanleihe lag zum Handelsstart noch bei minus 0,093 Prozent, fiel aber bis zum Abend auf minus 0,127 Prozent zurück. Im Gegenzug rutschen die Papier von VW um bis zu 3,7 Prozent ab und waren zwischenzeitlich schwächster Dax40-Wert. Zum Handelsende stand bei VW ein Minus von 1,7 Prozent. MTU-Titel verloren 2,2 Prozent.

    Nestlé: Dank der starken Nachfrage nach Kaffeeprodukten und Heimtiernahrung schraubt der Schweizer Konzern die Umsatzprognose für das Gesamtjahr zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten hoch.

    Die anhaltende Dynamik im Einzelhandel, die Erholung des Geschäfts mit Gaststätten und Marktanteilsgewinne hätten für Schub gesorgt. Dazu kamen Preiserhöhungen von 1,6 Prozent, mit denen der Konzern die höheren Ausgaben beim Einkauf ausgleichen will. Das Unternehmen hatte vergangenen Monat gewarnt, dass die Einkaufspreise 2022 noch stärker anziehen dürften als im laufenden Jahr.

    Nestlé ist mit dieser Entwicklung nicht alleine. Der französische Konkurrent Danone geht im kommenden Jahr von einem zunehmenden Inflationsdruck aus, während Procter & Gamble die Preise in den USA anheben will, um den höheren Rohstoff- und Frachtkosten zu begegnen. „Die meisten Unternehmen mit starken Marken werden in der Lage sein, die Preise weiterzugeben, und ich glaube, dass der Markt das noch nicht verstanden hat“, erklärte Kepler-Cheuvreux-Analyst Jon Cox. Die Aktien zogen um 2,7 Prozent an.

    Deutsche Börse: Die Papiere lagen mit minus 2,5 Prozent am Dax-Ende – nach leicht besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen und beibehaltenen Zielen für das Gesamtjahr und auf mittelfristige Sicht. Bei dem Marktbetreiber wurde auf eine im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächere zyklische Ergebniskomponente verwiesen, da die Marktschwankungen bislang weniger heftig waren als 2020.

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    SGL Carbon: Die bereits am Vortag sehr schwachen Aktien sind auch am Mittwoch mit einem Minus von mehr als 13 Prozent auf 7,53 Euro kräftig unter Druck geraten. Als Schlusslicht im SDAX verloren die Titel des Kohlenstoffspezialisten deutlich. Aktuelle Nachrichten gibt es aber nicht. Ein Händler wies zur Einordnung der Kursverluste allerdings auch auf die in diesem Jahr bislang sehr gute Entwicklung hin. Das Papier kostete am Jahresanfang zwischenzeitlich 3,55 Euro.

    Auto1: Im MDax waren die Aktien Spitzenwert mit einem Gewinn von fast vier Prozent. Wie Europas größte Handelsplattform für Gebrauchtwagen bekannt gab, wird die Partnerschaft mit Volvo ausgebaut. Durch diese Zusammenarbeit gewinnt die Auto1 Group einen weiteren Kanal für Inzahlungnahmen und Leasingrückläufer.

    KWS Saat: Der Einbecker Saatguthersteller will nach einem Gewinnplus mehr Geld an die Aktionäre ausschütten. Der Vorstand schlägt angesichts des Gewinnanstiegs eine Dividende von 0,80 Euro je Aktie vor. Im Vorjahr hatte KWS 0,70 Euro gezahlt. Dennoch gab die Aktie 1,5 Prozent nach.

    Bitcoin steigt auf neues Rekordhoch

    Die spekulative Begeisterung der Anleger für Kryptowährungen hat sich mit der Notierung des ersten börsengehandelten Bitcoin-ETFs in den USA noch verstärkt. Der volatile digitale Vermögenswert erreichte laut der Daten Website Coinmarketcap ein neues Rekordhoch. Die bisherige Bestmarke lag bei 64.863 Dollar.

    Doch es bleibt abzuwarten, ob die ETF-Notierung den nächsten Anstieg der Bitcoin-Preise anheizen wird oder ob sie sich als Gelegenheit für Gewinnmitnahmen erweist, so Craig Erlam, leitender Marktanalyst beim FX-Broker Oanda. „Beides könnte der Auslöser für einige ziemlich wilde Preisaktionen bei den Kryptowährungen sein“, schrieb er in einer Notiz.

    Analyst Timo Emden von Emden Research sah am heutigen Mittwochmorgen den Verlauf positiv: „Dass Gewinnmitnahmen im großen Stil bislang ausbleiben spricht dafür, dass die Anleger Hunger auf mehr haben.“.

    Was die Dax-Charttechnik sagt

    Laut der technischen Analyse verbessert sich das Dax-Bild allmählich: Die strategisch wichtige Zone leicht oberhalb der 14.800er-Marke hat der Dax gehalten. Auch die langfristig bedeutende 200-Tage-Linie, die derzeit bei 15.101 Zählern liegt, wurde bislang nicht nachhaltig unterschritten.

    Mit den neuen Höchstkursen im Monat Oktober hat ein wichtiger Trendfolge-Indikator ein Kaufsignal generiert. Der Name dafür lautet MACD (Moving Average Convergence/Divergence) und besteht aus zwei gleitenden Durchschnitten.

    Für die technischen Analysten von HSBC Deutschland gibt dieser Indikator „erstmals seit Ende Juli ein Kaufsignal“ – das beste seit November 2020. Zur Erläuterung: In beiden Fällen stieg der Dax anschließend deutlich. Im November 2020 lag das Börsenbarometer bei 11.450 Punkten, dann fiel der Startschuss für die Impfstoffrally. Und im Juli rutschte der Dax bis auf 15.000 Punkte ab, danach wurde das Rekordhoch von 16.030 Zählern erreicht.

    Allerdings sind die Widerstände auf dem Weg nach oben vielfältig, vor allem im Bereich zwischen 15.550 und 15.600 Punkten. Der Ausbruch darüber hinaus wäre als nächstes Kaufsignal gen Rekordhoch zu werten.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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