Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

17.08.2022

16:52

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Dax aktuell

Dax schließt mit zwei Prozent im Minus – der Aufwärtstrend bleibt aber intakt

Von: Leonidas Exuzidis

Der Leitindex vollzieht zur Wochenmitte eine Gegenbewegung und fällt unter 13.700 Punkte. Eine lange gehypte Branche führt die Liste der Verlierer an.

Düsseldorf Nach der Kurserholung der vergangenen Tage hat die Zinsangst die Börsen zur Wochenmitte wieder fest im Griff. Der Dax rutschte nach einem freundlichen Start schnell ins Minus und weitete dann seine Verluste aus. Zum Handelsende notierte der deutsche Leitindex 2,04 Prozent tiefer bei 13.627 Punkten.

Ein großer Teil der Anleger hatte sich zuletzt spürbar zurückgehalten. Das zeigt sich etwa am anhaltend niedrigen Handelsvolumen. Zur Wochenmitte dominierten dann die Pessimisten angesichts der wieder aufflammenden Inflationssorgen nach Veröffentlichung der neuen Preisdaten aus Großbritannien. Dort lag die Inflation im Juli bei 10,1 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte.

Der wichtigste Termin am Mittwoch steht erst am Abend an. Dann veröffentlicht die US-Notenbank Fed das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung von Ende Juli. Anleger erhoffen sich Hinweise darauf, in welchem Tempo und Umfang die Währungshüter die Zinsen weiter anheben wollen. „Die Hoffnung der Marktteilnehmer ist, dass die US-Notenbank hinsichtlich der künftigen Zinsschritte ein wenig Milde walten lässt“, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.

Die Fed hatte im Juli den Leitzins erneut um einen Dreiviertelprozentpunkt angehoben. Er liegt nun in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Weitere Zinsschritte sind angesichts der sehr hohen Inflation im Land wahrscheinlich. Zuletzt hat sich der Preisdruck in den USA leicht abgeschwächt, im Juli sind die Verbraucherpreise um 8,5 Prozent gestiegen, nach 9,1 Prozent im Vormonat. Beobachter warnen jedoch vor zu viel Optimismus.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Stabilität erhalten Anleger noch vom allgemeinen Marktbild. Denn aktuell befindet sich der Dax in einem intakten Aufwärtstrend. Seit Mitte Juli liegen die Hochpunkte einer Handelswoche stets über den höchsten Notierungen der Vorwoche, während die tiefsten Stände der Woche stets höher liegen als das geringste Niveau der Woche zuvor.

    Zur Wochenmitte sprechen einige Indikatoren dafür, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. So hat der Dax die höchste Notierung der Vorwoche bereits übertroffen. Nun darf er in der restlichen Woche nicht mehr unter 13.455 Zähler fallen, den tiefsten Stand der vergangenen Handelswoche.

    Anleger am deutschen Markt scheinen dem bekannten Börsensprichwort „The trend is your friend“ zu folgen. Das Sprichwort signalisiert, dass sich Investoren nicht gegen einen intakten Trend stellen sollten.

    Aufwärtstrends dauern für gewöhnlich länger als Abwärtstrends. Dafür sind die Bewegungen gemäßigter, weil sich ein Rutsch nach unten dynamischer vollzieht als die Überwindung von Widerständen auf dem Weg nach oben.

    Der letzte Aufwärtstrend dieser Art war zwischen Mitte Mai und Anfang Juni zu beobachten. In dieser Zeit stieg der Dax auf bis zu 14.709 Zähler (höchste Notierung am 6. Juni). Danach setzte eine Verkaufswelle ein, die den Index bis auf 12.400 Punkte zurückfallen ließ.

    Interessanter ist ein Aufwärtstrend im vergangenen Herbst. Diese Bewegung begann Anfang Oktober 2021 und endete Mitte November: Am 18. November erreichte der Dax ein Rekordhoch von 16.290 Zählern. Die anschließende Konsolidierung verlief gemäßigt, der Leitindex erreichte bis Mitte Januar erneut das Niveau seiner Bestmarke.

    Die Bedingungen am Markt sind mit der Situation im Herbst 2021 angesichts der eingeleiteten geldpolitischen Wende, der hohen Rezessionsgefahr und der allgemeinen Kriegsfolgen nicht mehr vergleichbar. Doch der Blick in die mittelfristige Historie kann die positive Stimmung trotzdem verstärken.

    Service: Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    Service

    Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    Einzelwerte im Fokus

    Uniper: Deutschlands größter Gasimporteur macht im ersten Halbjahr mehr als zwölf Milliarden Euro Verlust. Die hohen Einbußen des Konzerns werden ab Oktober zu großen Teilen auf deutsche Haushalte umgelegt. Dennoch rechnet Uniper noch lange mit Verlusten. Die Aktie verliert im MDax neun Prozent auf nur noch sieben Euro.

    Vonovia: Europaweit geraten Immobilienwerte unter Druck. Der Dax-Wert Vonovia verliert fünf Prozent. Auch TAG Immobilien und Grand City Properties büßen deutlich an Wert ein.i

    Sanofi: Der französische Pharmakonzern beendet das Entwicklungsprogramm für sein Brustkrebsmedikament Amcenestrant. Der Wirkstoff verfehlte in einer spätklinischen Studie der Phase III die definierten Ziele, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Ein unabhängiger Prüfausschuss habe den Abbruch der Studie empfohlen. Alle laufenden klinischen Studien mit Amcenestrant würden gestoppt. Sicherheitsbedenken gab es keine. Die Aktie verliert in Paris mehr als vier Prozent.

    Cineworld: Der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber leidet unter fehlenden Blockbustern. Der Mangel an Filmhits setze den Einnahmen zu, hieß es am Mittwoch. Das werde wohl noch bis November andauern. Aktionäre müssten mit einer Verwässerung ihrer Anteile rechnen, warnte Cineworld. Die in London notierte Aktie bricht um mehr als die Hälfte ein.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×