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13.05.2022

17:51

Dax aktuell

Dax schließt über 14.000 Punkten – Anleiherenditen geben kräftig nach

Von: Jürgen Röder

Das deutsche Börsenbarometer beendet seine inzwischen fünf Wochen lange Verlustserie. Der Abwärtstrend bleibt trotzdem intakt.

Die Marke von 14.000 Punkten hat sich zu einem wichtigen Widerstand entwickelt. Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Die Marke von 14.000 Punkten hat sich zu einem wichtigen Widerstand entwickelt.

Düsseldorf Zum Wochenausklang haben sich die Märkte weltweit beruhigt. Darunter auch der deutsche Leitindex. Zum Handelsschluss hat der Dax noch einmal zugelegt und schloss 2,1 Prozent fester bei 14.028 Punkten. Den gestrigen Donnerstag hatte der Leitindex noch mit einem Minus von 0,6 Prozent und einem Schlusstand von 13.739 Zählern beendet.

Der gestrige Handelsverlauf war ein sogenannter „Pullback“, der oft zu beobachten ist. Dabei ist der Dax quasi als Bestätigung wieder auf die Marke von 13.500 Punkten gefallen, um anschließend wieder weiter zu steigen.

Der heutige Handelstag war bestimmt von Stabilisierungstendenzen: Die Rendite bei den Staatsanleihen fiel wieder deutlich, auch der Goldpreis ist nach einer verlustreichen Handelswoche an diesem Freitag gestiegen.

Sogar die schwankungsintensive Kryptowährung Bitcoin kletterte nach einem dramatischen Verfall wieder zurück über die 30.000-Dollar-Marke.

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    Mit dem Schlusskurs über der Marke von 14.000 Zählern, stoppt das deutsche Börsenbarometer seine fünfwöchige Verlustserie. Denn der Index beendet die Sitzung über dem Schlussstand von Freitag vergangener Woche, der bei 13.674 Punkten lag.

    Auf Wochensicht sieht die Situation an den US-Märkten anders aus. Die US-Indizes werden ihre Verlustserien angesichts der bisherigen Wochenverluste wohl nicht beenden. Nach Meinung von Thomas Altmann vom Investmenthaus QC Partners werden der „Nasdaq 100 und der S&P 500 die sechste Woche in Serie im Minus beenden“.

    Eine ungewöhnliche Situation. „Noch längere Negativserien gab es in der 95-jährigen Historie des S&P 500 bisher gerade mal drei Mal, zuletzt im Jahr 2001“, erläutert der Kapitalmarktexperte. Erfahrene Börsianer erinnern sich: 2001 platzte die Technologieblase an den Börsen weltweit.

    Dax-Abwärtstrend bleibt intakt

    Auch wenn sich Anleger auf einen ruhigen, vielleicht sogar freundlichen Handelstag am deutschen Aktienmarkt eingestellt hatten: Der Abwärtstrend beim Dax bleibt intakt. Erst nachhaltige Kurse oberhalb von 14.078 Punkten würden diesen Trend beenden, der seit dem Jahreshoch von 16.285 Punkten am 5. Januar 2022 vorherrscht.

    In diesem Bereich sind zudem weitere wichtige Hürden zu finden. Zum einen liegt dort mit 14.145 Punkten die 38-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend anzeigt. Nicht weit entfernt ist auch die 50-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend signalisiert, mit aktuell 14.031 Zählern. Sollte der Dax in den kommenden Handelstagen diese Marken nachhaltig überschreiten, würde sich laut technischer Analyse die Ausgangssituation für den deutschen Aktienmarkt deutlich entspannen.

    Auffällig ist derzeit das überdurchschnittlich hohe Handelsvolumen. Mit 110 Millionen gehandelten Stück am Donnerstag und 107 Millionen Papieren, die am Mittwoch den Besitzer wechselten, wurden mit die höchsten Werte der vergangenen vier Wochen erreicht.

    Für den technischen Analysten Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel untermauert diese Tatsche eher den charttechnischen Abwärtstrend. Die passende Regel dazu lautet: „Das Volumen geht mit dem Trend – der Trend geht mit dem Volumen.“ Und die beiden vergangenen Handelstage endeten im roten Bereich.

    Technische Reaktion am Anleihemarkt

    Noch stärker als die Aktienkurse stiegen die Notierungen am Anleihemarkt. Im Gegenzug fielen die Renditen bei Staatsanleihen deutlich. Noch zum Wochenanfang lag die Rendite einer zehnjährigen Staatsanleihe bei 3,2 Prozent, an diesem Freitag lag dieser Wert bei 3,22 Prozent.

    Ähnlich verlief diese Entwicklung bei der Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit. Der Wert sackte von 1,18 Prozent auf 0,941 Prozent ab. Das ist mehr als nur eine Stabilisierung.

    Für den Kapitalmarktexperten Altmann hat das technische Gründe, ablesbar am Bund Future. Dieser Terminkontrakt bezieht sich auf eine fiktive zehnjährige Bundesanleihe mit einem Coupon von sechs Prozent und ermöglicht so den Handel auf Anleihen. Der Kurs des Futures verläuft invers zur Zinsentwicklung.

    Erstmals seit Februar ist der Bund Future über seine 30-Tage-Linie gestiegen. „Für technisch orientierte Anlegerinnen und Anleger ist das ein wichtiges und positives Signal“, erläutert Altmann. Vor drei Monaten kletterte der Terminkontrakt danach weiter nach oben, entsprechend rutschten die Renditen der Bundesanleihen weiter ab.

    Bitcoin wieder über 30.00 Dollar

    Nach dem jüngsten Ausverkauf deckten sich Anleger wieder mit Bitcoin ein. Die Cyberdevise verteuerte sich um knapp fünf Prozent auf 30.501 Dollar. Noch am gestrigen Donnerstag gab es Kurse unterhalb von 27.000 Dollar. In der Vergangenheit dauerten zuletzt sämtliche Gegenbewegungen aber nicht lange an und wurden regelmäßig wieder abverkauft.

    Abgestrafte SDax-Werte wieder auf Erholungskurs

    An der Börse gab es größere Erholungsbewegungen bei zuletzt stark abgestraften Aktien aus dem SDax. Jene des Immobilienunternehmens Instone erholten sich um 19,1 Prozent nach einem Einbruch am Vortag wegen zurückgenommener Jahresziele.

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    Mit einer Erholung um zehn Prozent haben die Titel der Shop Apotheke einen Kursrutsch vom Dienstag wieder ausgeglichen. Hier bleibt die Einführung des E-Rezeptes das umstrittene Thema.

    Außerdem setzten die Titel des Biosprit-Herstellers Verbio ihre Erholung mit einem Kurssprung um 8,6 Prozent fort, obwohl Bundesumweltministerin Steffi Lemke zeitnah einen Vorschlag für eine Gesetzesänderung machen will, um den Einsatz von Biosprit aus angebauten Pflanzen zu begrenzen.

    Mit SMA zog ein weiterer SDax-Wert nach dürftiger Kursentwicklung um 13 Prozent an wegen einer Kaufempfehlung. Ähnliches beflügelte auch Evotec im MDax: Nach einer Berg- und Talfahrt im Wochenverlauf erholte sich der Kurs hier zu Wochenschluss um 10,8 Prozent.

    Blick auf die Einzelwerte

    Ceconomy: Europas größte Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn lassen die Folgen der Coronapandemie hinter sich. Der Mutterkonzern der beiden Ketten, Ceconomy , verzeichnete im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2021/22 dank einer Erholung des Filialgeschäfts beim Umsatz ein deutliches Plus. Den Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte die Düsseldorfer Holding. Die Aktie stieg um 3,3 Prozent.

    Seit Juni des vergangenen Jahres hat sich der Aktienkurs fast halbiert, seit Jahresanfang liegt das Ceconomy-Papier mehr als 20 Prozent im Minus.

    Vitesco: Der Autozulieferer kommt beim Einsammeln von Aufträgen für seine Elektroantriebssparte gut voran. Doch für das laufende zweite Quartal geht das Unternehmen von einem noch schwierigeren Umfeld als zu Jahresbeginn aus. Dennoch kletterte die Aktie um 7,6 Prozent nach oben.

    Freenet: Die Aktien des Mobilfunkanbieters stehen nach einem guten Jahresstart auf den Kauflisten der Anleger. Die im MDax gelisteten Papiere legten 1,6 Prozent zu. Das Unternehmen aus dem norddeutschen Büdelsdorf punktete mit einer verbesserten Profitabilität.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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