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03.05.2022

17:58

Dax aktuell

Dax schließt über 14.000 Punkten – Zehnjährige Bundesanleihe erreicht neues Sieben-Jahres-Hoch

Von: Jürgen Röder

Im Fokus steht der Abwärtstrend seit Anfang Januar. Sollte der Dax diese Linie nachhaltig überwinden, könnte es schnell weiter nach oben gehen.

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt läuft der dritte Versuch, den seit Anfang Januar intakten Abwärtstrend zu beenden. Zunächst standen die Chancen gut. Der Dax kletterte über die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten und notierte zwischenzeitlich bei 14.081 Zählern, dem Tageshoch. Später waren die Gewinne zusammengeschmolzen und der Leitindex fiel unter die wichtige Marke.

Zum Handelsschluss konnte der Dax die Verluste wieder einholen: Er schließt bei 14.039 Zählern, ein Plus von 0,7 Prozent. Den gestrigen Handelstag beendete der Leitindex 1,1 Prozent tiefer bei 13.939 Punkten.

Interessant dabei: Die Aktienkurse stiegen, obwohl die zehnjährigen Staatsanleihen sowohl in den USA als auch hierzulande wichtigen Marken überschritten haben. In den USA stieg die Rendite erstmals seit Dezember 2018 über drei Prozent. Und in Deutschland hat die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen zum ersten Mal seit Juni 2015 wieder die Marke von einem Prozent überschritten. Eigentlich gelten steigende Zinsen als Belastung für Aktien.

Laut technischer Analyse wird die Situation beim deutschen Leitindex jetzt spannend. Entsprechend meint Jörg Scherer von HSBC Deutschland: „Die Lage spitzt sich zu.“

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    Auf dem Weg nach oben steht der deutsche Leitindex vor entscheidenden Hürden. Da ist die 50-Tage-Durchschnittslinie, die den mittelfristigen Trend vorgibt und bei 14.152 Punkten notiert. Knapp darüber liegt bereits die Abwärtstrendlinie seit dem Jahreshoch vom 5. Januar. Diese Linie ist mittlerweile auf 14.262 Punkte gefallen.

    Zweimal hat die Frankfurter Benchmark seitdem versucht, diese Linie nachhaltig zu überwinden und ist zweimal gescheitert. Der nachhaltige Bruch dieser Linie wäre das erste wichtige Signal für wieder ruhigere Börsentage mit einer guten Chance auf dynamische Kursanstiege.

    „Das derzeitige Investmentmotto lautet also ,make or break‘“, meint Scherer. „Für die Geduld dürften Anlegerinnen und Anleger mit einem dynamischen Bewegungsimpuls im Ausbruchsfall belohnt werden.“

    Anleger sind nur gering investiert

    Es gibt viele Gründe, warum es nach einem erfolgreichen Überwinden des Abwärtstrends dynamisch weiter nach oben gehen könnte. Da ist die extrem pessimistische Stimmung bei den Privatanlegern hierzulande und jenseits des Atlantiks. In solch einer Situation sind Anlegerinnen und Anleger mehrheitlich nicht investiert. Ein erneuter Ausverkauf erscheint unwahrscheinlich, weil nur noch wenige verkaufen können.

    Das könnte auch der Grund gewesen sein, warum die Aktienkurse steigen, obwohl die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen über ihre magischen Marken von drei Prozent in den USA und einem Prozent hierzulande geklettert sind.

    Auch der Blick auf den Derivatemarkt zeigt: Sowohl die Privatanleger als auch die Profis beginnen wieder, sich gegen fallende Kurse abzusichern. An der Stuttgarter Euwax haben die Privatanleger wieder damit gestartet, mehr Put-Scheine zu kaufen, die bei fallenden Notierungen an Wert gewinnen.

    Auch an der Frankfurter Terminbörse Eurex ist das Bild ähnlich. Das Put-Call-Verhältnis ist wieder leicht angestiegen und liegt über dem Durchschnitt der vergangenen Monate.

    Im Umkehrschluss heißt das: Sollte der Dax über die wichtigen charttechnischen Marken steigen, sind viele Anleger falsch positioniert und müssen diesen Kursgewinnen hinterlaufen und beflügeln so die Rally.

    Dax-Aktien sind fundamental günstig

    Auch die fundamentale Lage ist positiv. Laut Thomas Altmann vom Investmenthaus QC Partners werden die Dax-Aktien aktuell zum 14-fachen Gewinn gehandelt. „In den vergangenen fünf Jahren lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis durchschnittlich bei 23“, meint der Kapitalmarktexperte.

    Sollte der Dax den Abwärtstrend überwinden, liegt bei 14.603 Zählern die höchste Notierung des vergangenen Börsenmonats April als nächste Orientierungsmarke. Anschließend folgt der Bereich um 15.000 Punkte, der wohl wichtigste mittelfristige Widerstand auf dem Weg für ein noch erfolgreiches Börsenjahr 2022.

    Zahlen von BNP Paribas beflügeln die Bankbranche

    Die Aktien der französischen Bank BNP Paribas stiegen in Paris um 4,7 Prozent. Das Quartalsergebnis habe die Erwartungen deutlich übertroffen, lobt Analystin Flora Bocahut von der Investmentbank Jefferies. Sämtliche Geschäftsbereiche hätten hierzu beigetragen. Die Zahlen helfen der gesamten Branche. Der entsprechende europäische Branchenindex stieg um rund zwei Prozent. Die Aktie der Deutschen Bank kletterte vier Prozent nach oben. Auch das Papier der Commerzbank legte 3,4 Prozent zu.

    Blick auf weitere Einzelwerte

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    Börse: Kurskapriolen an Europas Börsen

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    Covestro: Steigende Kosten und der anhaltende Coronalockdown in China machen dem Kunststoffhersteller bei seinen Jahreszielen einen Strich durch die Rechnung. Die Aktie gab 4,9 Prozent nach.

    Deutsche Post: Der Paketboom scheint für die Deutsche Post beendet. Dennoch wächst der Konzern stärker als erwartet, denn das Frachtgeschäft wird lukrativer. Das Papier notierte zum Handelsschluss trotzdem 0,3 Prozent im Minus.

    Adler Group: Zocker nutzen den jüngsten Rekord-Tagesverlust zum Einstieg bei dem Immobilien-Investor. In der Spitze ging es um fast 40 Prozent nach oben auf über sieben Euro, nachdem die Papiere am Montag um nahezu 30 Prozent auf gut fünf Euro eingebrochen waren. Zum Handelsschluss belief sich der Aufschlag auf 32,6 Prozent auf rund 6,80 Euro.

    Sportartikel-Aktien: Eine Hochstufung für Puma SE auf „Outperform“ durch die Credit Suisse gab den Titeln des Sportartikelkonzerns Auftrieb, zu sehen war das am Kursplus von 0,2 Prozent. Der Kurs des Konkurrenten Adidas hingegen gab leicht nach, hier senkte das Schweizer Kredithaus den Daumen auf „Underperform“.

    Scout24: Das Unternehmen wird etwas optimistischer für das Geschäftsjahr. Daraufhin verteuerten sich die Titel des Onlineportal-Betreibers um 1,1 Prozent.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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