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24.11.2022

17:51

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Dax aktuell

Dax schließt über der 14.500-Punkte-Marke – Profi-Shortseller stehen unter Druck

Von: Jürgen Röder

Der deutsche Leitindex hat eine wichtige Punktemarke durchbrochen – die Herbstrally geht weiter. Dabei beflügelt vor allem eine positive Nachricht.

Düsseldorf Mit einem Kurssprung hat der deutsche Leitindex die Marke von 14.500 Punkten überwunden und schließt 0,8 Prozent im Plus bei 14.540 Punkten. Damit hat sich die Herbstrally fortgesetzt. Seit Ende September ist der Dax um 2700 Punkte nach oben geklettert, ein Plus von mehr als 22 Prozent. Das neue Verlaufshoch liegt bei 14.570 Zählern.

Das Protokoll der vergangenen Sitzung der US-Notenbank, das am gestrigen Mittwoch nach Börsenschluss in Deutschland veröffentlicht wurde, erfüllte die hochgesteckten Erwartungen der Börsianer. Alles deutet auf ein langsameres Zinstempo ab der nächsten Sitzung im Dezember hin, die Zinsanstiege zumindest in den USA könnten schon in sechs Monaten zu Ende gehen. Eine positive Nachricht sowohl für den Aktien- als auch für den Anleihemarkt.

Die Handelsumsätze bei den 40 Dax-Unternehmen waren an den ersten drei Handelstagen dieser Woche unterdurchschnittlich niedrig. Rund 50 Millionen Stücke wechselten täglich den Besitzer, üblich ist ein Wert zwischen 60 und 70 Millionen Papiere. Am heutigen US-Feiertag Thanksgiving wird sich daran sicherlich nichts ändern, weil die Börsen jenseits des Atlantiks geschlossen bleiben.

Passend zu den niedrigen Umsätzen waren auch die Schwankungen im bisherigen Wochenverlauf äußerst gering. Die Handelsspanne in dieser Woche lag bei nur einem Prozent. Auf der Oberseite war bei 14.485 Punkten Schluss, auf der Unterseite bei 14.321 Punkten.

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Standort erkennen

    Doch für den Börsenexperten Thomas Altmann vom Investmenthaus QC Partners „hat allerdings die Vergangenheit schon häufiger gezeigt, dass die Schwankungen gerade an umsatzschwachen Tagen zunehmen können“. Das sagte er bereits vor dem Handelsstart. Denn dann reichen schon wenige Käufe oder Verkäufe, um den Markt nachhaltig zu bewegen. Damit waren die vergangenen drei Handelstage die „Ruhe vor dem Sturm“.

    Auch für den technischen Analysten Jörg Scherer von HSBC Deutschland war solch eine „stabile Seitenlage oftmals der ideale Nährboden für den nächsten Trendimpuls“. Das schreibt er vor Handelsbeginn.

    Auf der Unterseite könnte sich dieser entladen, wenn das Tagestief von Dienstag bei 14.344 Punkten unterschritten wird. Bei einem Rutsch unter das Tief vom 17. November bei 14.150 Punkten dürfte es sogar zu einer deutlichen Ausdehnung des gegenwärtigen Luftholens kommen. Nach Norden definiert das Hoch von Anfang Juni bei 14.709 Punkten den nächsten Widerstand.

    Mehrheit der Profis ist pessimistisch

    Dass der Dax aus dieser einprozentigen Handelsspanne der laufenden Woche nach oben ausgebrochen ist, war zu erwarten. Denn auch die Auswertung der aktuellen Umfrage der Börsen Frankfurt unter mittelfristig agierenden Privatanlegern skizziert zwei Szenarien für die kommenden Handelstage. Beide bieten dem deutschen Leitindex eine gute Unterstützung. Denn trotz der geringen Handelsspanne der vergangenen Tage hat sich die breite Mehrheit der Pessimisten unter den Anlageprofis, die auf fallende Kurse setzen, nicht verkleinert.

    Nur einige neutral gestimmte Investoren haben trotz des geringen Rückgangs in den vergangenen Tagen gekauft. Einiges spricht dafür, dass sich unter diesen Investoren eine gewisse Angst breit macht, einer möglichen Jahresendrally mit der eigenen Performance hinterherzuhinken.

    Zwei mögliche Dax-Szenarien

    Im ersten Szenario des Verhaltensökonomen Joachim Goldberg, der die Erhebung auswertet, dürfte bei fallenden Kursen eine größere Zahl an Pessimisten im Bereich zwischen 13.900 und 13.950 Punkte ihre Shortpositionen schließen, in der Börsensprache heißt das „Eindecken einer Position“.

    Gegenüber der Vorwoche hat sich diese Marke um 200 Zähler erhöht und ist ein Indiz, dass sich immer mehr Shortseller von der Idee verabschieden, mit ihren Put-Produkten noch hohe Gewinne zu erzielen.

    Der Verkauf von Put-Produkten ist eine Stütze für den Markt. Denn Shortseller leihen sich zunächst Aktien und verkaufen diese sofort in der Hoffnung, sie vor dem Rückgabetermin günstiger zurückkaufen zu können. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Rückkaufspreis ist der Gewinn, wovon derzeit diese Profis nur träumen können.

    In dem zweiten Szenario geraten diese Bären bei steigenden Kursen unter Druck, ihre Short-Positionen zu verkaufen, damit diese Verluste nicht ausufern. Das dürfte nach Meinung von Goldberg „am Ende doch noch mit entsprechenden Kapitulationskäufen zumindest für eine kleine Short-Squeeze sorgen“. Als Short-Squeeze bezeichnet man fulminante Kursanstiege, die meistens nicht mit entsprechend positiven Nachrichten unterlegt sind.

    Blick auf die Einzelwerte

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    Encavis: Im Zuge seiner Partnerschaft mit dem norwegischen Solarparkentwickler Solgrid übernimmt das Unternehmen einen weiteren Solarpark in Schweden. Die Aktie legte 3,3 Prozent zu.

    Bechtle: Der IT-Dienstleister baut sein Geschäft in Großbritannien mit der Übernahme des Systemhauses ACS aus. Zu den Kunden der Firma ACS, mit der Bechtle schon in der Vergangenheit kooperierte, gehören regionale Unternehmen, Konzerne und öffentliche Einrichtungen. ACS wurde 1995 gegründet und beschäftigt 93 Mitarbeitende in Northampton. Zum Kaufpreis machte Bechtle keine Angaben. Der Aktienkurs profitiert von dem Kauf und stieg um 0,7 Prozent.

    Remy Cointreau: Der französische Spirituosenkonzern hat dank einer starken Nachfrage in China und den USA sowie einer verstärkten Kostenkontrolle besser abgeschnitten als erwartet. Der Vorstand erwartet allerdings im weiteren Verlauf eine Normalisierung der bislang hohen Nachfrage. Die Aktie fiel um 0,3 Prozent.

    LEG Immobilien: Die Papiere stiegen um 6,8 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley hatten die Bewertung für die Titel auf „Overweight“ von „Equal-Weight“ angehoben.

    Uniper: 12,8 Prozent abwärts ging es für die Papiere des taumelnden Gasriesen. Neben den bereits bekannten Rettungsplänen soll ein genehmigtes Kapital in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Aktien geschaffen werden, die ausschließlich vom Bund gezeichnet werden. 

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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