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01.11.2022

17:55

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Wie entwickelt sich der deutsche Leitindex 2023?

Dax aktuell

Dax setzt Gewinnserie fort – Zurückhaltung ist aktuell das Gebot an der Börse

Von: Leonidas Exuzidis

Der Blick aufs Handelsvolumen lässt den Schluss zu: Aktuell genügen nur wenige Käufer, um die Kurse nach oben zu treiben. Folgt nun die Jahresendrally?

Düsseldorf Der deutsche Aktienmarkt ist mit weiteren Gewinnen in den Börsenmonat November gestartet. Der Leitindex Dax schloss am Dienstag 0,6 Prozent höher bei 13.339 Punkten.

Die Dynamik des Aufwärtsimpulses hat sich zuletzt etwas verlangsamt. „Viele, die kaufen wollen, warten auf den nächsten Rücksetzer“, beobachtet Thomas Altmann vom Investmenthaus QC Partners. „Im Moment kaufen eher die, die kaufen müssen.“ In dieser Phase gab es jedoch kaum größere Gewinnmitnahmen – ein Zeichen der Stabilität.

Zwischenzeitlich war das Börsenbarometer sogar bis auf 13.445 Punkte geklettert und damit auf den höchsten Stand seit dem 13. September. Ein erneut schwächerer Handelsverlauf in den USA machte sich am Nachmittag aber auch hierzulande bemerkbar. Starke Jobdaten hatten US-Anleger verunsichert, da diese die Notenbank Fed darin bestärken, ihren geplanten Zinsstraffungsplan zu verfolgen.

Der Dax hat sich durch seine jüngste Rally über der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Zählern festgesetzt. Seit dem am 28. September erreichten Jahrestief bei 11.863 Punkten ging es um mehr als zehn Prozent nach oben.

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    Der Börsenmonat Oktober ist mit einem Gesamtplus von mehr als neun Prozent der stärkste Monat seit dem November des Jahres 2020 (12,75 Prozent), als der Durchbruch bei den Impfstoffen gegen das Coronavirus den Gesamtmarkt extrem beflügelt hatte.

    Das tägliche Handelsvolumen im Oktober lag im Schnitt bei etwa 67 Millionen Papiere mit zuletzt rückläufigem Trend. Das ist, nach dem Urlaubsmonat August, das geringste monatliche Handelsvolumen im laufenden Börsenjahr.

    Auch dies legt die Vermutung nahe, dass die Zahl der Verkäufer am Markt derzeit vergleichsweise gering ist. So genügen nur wenige Käufer, um die Kurse nach oben zu treiben. Eine höhere Zahl an Verkäufern würde mit einem höheren Volumen und einem geringeren Kursniveau einhergehen.

    Die aktuelle Rally ist vergleichbar mit der zwischen Mitte Juli (von 12.434 Punkte) und Mitte August (auf 13.948 Punkte). In dieser Phase lag das durchschnittliche Handelsvolumen sogar noch niedriger. Viele Investoren blieben an der Seitenlinie, während ein überschaubarer Anteil kauffreudiger Anleger das Kursniveau nach oben hievte.

    Dass der Dax in den folgenden sechs Wochen fast 2000 Punkte abstürzte, wirkt rückblickend überraschend. Doch, gepaart mit der anschließenden Rally, ist diese Bewegung ein weiterer Beleg dafür, dass drastische Ausschläge in diesem Börsenjahr eher Regel als Ausnahme sind.

    Mit Blick auf die Charttechnik steht der deutsche Aktienmarkt nun vor der nächsten wichtigen Entscheidung. Es ist realistisch, dass die aktuelle Bärenmarktrally – sprich eine Phase anhaltender Kursgewinne in einem übergeordneten Abwärtstrend – in eine nachhaltige Trendwende übergeht. Das wäre der Fall, sollte sich der Dax nachhaltig über 13.500 Punkten festsetzen. In diesem Fall wäre der seit Jahresanfang anhaltende Abwärtstrend nicht mehr intakt.

    Bedeutender ist die 200-Tage-Linie, stark beachtet von langfristig agierenden Investoren. Dieser Durchschnittswert der vergangenen 200 Handelstage liegt aktuell bei 13.676 Zählern.

    Ein Überschreiten dieses Niveaus wäre ein wichtiges Signal. Die 200-Tage-Linie gilt als zentraler Widerstand. In keiner seiner Aufwärtsbewegungen im laufenden Jahr konnte der Dax diesen Schwellenwert überschreiten. Sollte dies nun gelingen, wäre aus charttechnischer Sicht zumindest der Grundstein für eine Jahresendrally gelegt.

    Wie groß ist das Potenzial für Rückschläge?

    Es wirkt, als würde die fundamentale Situation weitere Kursgewinne zulassen. Der Großteil der Unternehmen kommt bislang weiter robust durch die aktuell schwierige Situation. Die jüngsten Firmenbilanzen haben die Aufwärtsdynamik im Dax gestützt.

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    Die Rezessionsgefahr in Deutschland bleibt durch die Energiekrise sehr groß, wenngleich die Daten diese Gefahr noch nicht voll widerspiegeln. So ist die deutsche Wirtschaft zwischen Juli und September um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Experten hatten hingegen einen Rückgang um 0,2 Prozent prognostiziert. Der private Konsum hat sich trotz der hohen Kosten für Energie weniger stark reduziert als erwartet.

    Die Zurückhaltung im Konsum dürfte, so die allgemeine Erwartung, zulegen. Parallel dazu sprechen viele Faktoren für sinkende Unternehmensgewinne. Beides wäre angesichts der Entwicklungen in den vergangenen Monaten kaum überraschend.

    Allerdings: Anleger hatten sehr lange die Gelegenheit, sich auf diese Szenarien vorzubereiten. So könnte das Rückschlagpotenzial am Aktienmarkt weniger groß sein als befürchtet.

    Bleibt noch das Zinsrisiko als wesentlicher Belastungsfaktor. Die Inflation im Euro-Raum fiel im Oktober mit 10,7 Prozent erneut wesentlich höher aus als erwartet und bleibt auch in den kommenden Monaten auf einem extrem hohen Niveau.

    Die EZB um Präsidentin Christine Lagarde betont gebetsmühlenartig, dass der Zinserhöhungszyklus noch nicht beendet sei. „Das Ziel ist klar, und wir sind noch nicht am Ziel. Wir werden in Zukunft weitere Zinserhöhungen vornehmen“, sagte Lagarde in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem lettischen Nachrichtenportal Delfi. Mit einem Ende der Zinsanhebungen hat angesichts einer Teuerungsrate von 10,7 Prozent auch kein Marktteilnehmer gerechnet.

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    BP: Der britische Ölkonzern hat im dritten Quartal dank hoher Ölpreise seinen zweithöchsten Quartalsgewinn gemacht. Das bereinigte Nettoergebnis stieg in den Monaten Juli bis September auf 8,15 Milliarden US-Dollar (8,22 Milliarden Euro), wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte. Das war deutlich mehr, als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Wie im Vorquartal will BP eine Dividende von gut 6 US-Cent je Aktie zahlen. Zudem will das Unternehmen weitere eigene Aktien in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar zurückkaufen. Die Aktie gewann in London 1,4 Prozent.

    FMC: Das Analysehaus Warburg Research hat Fresenius Medical Care (FMC) nach vorläufigen Quartalszahlen und reduzierten Jahreszielen von „Hold“ auf „Buy“ abgestuft und das Kursziel von 42 auf 24 Euro gesenkt. Der Konzern hatte am Sonntagabend erneut eine Gewinnwarnung herausgegeben. Die FMC-Aktie holte einen Teil der Verluste von zwischenzeitlich vier Prozent wieder auf.

    DSM: Enttäuschende Zahlen lasten auf der Aktie des niederländischen Chemiekonzerns. DSM verfehlte ergebnisseitig die Erwartungen und senkte seine Jahresprognose für das bereinigte Ebitda. Die Titel verloren an der Euronext vier Prozent.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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