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24.05.2022

18:01

Dax aktuell

Erneuter Stimmungswechsel: Dax schließt deutlich unter der Marke von 14.000 Punkten

Von: Laura de la Motte

Der deutsche Leitindex bricht den nächsten Erholungsversuch ab. In einem nervösen Marktumfeld verbuchen viele Einzelwerte zweistellige Verluste.

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung. Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Frankfurt Die Stimmung an den europäischen Börsen hat sich am Dienstag wieder eingetrübt. Anlegerinnen und Anleger haben die Kursgewinne vom Wochenauftakt am Dienstag für Verkäufe genutzt. Sie folgten damit dem Muster der jüngsten Vergangenheit.

Der deutsche Leitindex verlor bis zum Handelsende 1,8 Prozent auf 13.919 Punkte. Nut drei Werte schlossen in der Gewinnzone. Für den MDax sowie den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um jeweils 1,6 Prozent nach unten.

Bis zum Nachmittag konnte sich der Dax über der psychologisch wichtigen Marke von 14.000 Punkten halten. Nach dem schwachen Handelsauftakt an der Wall Street gaben die Kurse jedoch weiter nach.

Als Belastung erwies sich unter anderem die wieder eingetrübte Unternehmensstimmung um Euro-Raum. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel zum Vormonat etwas stärker als von Analysten im Schnitt erwartet. Er bleibe aber insgesamt auf einem akzeptabel Niveau, erläuterte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel.

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    Unmittelbare Rezessionsgefahren ließen sich aus dem Konjunkturbarometer nicht ableiten. Die Indexwerten „liegen aber klar oberhalb der Wachstumsgrenze“, ergänzte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

    Euro steigt auf Monatshoch

    Der Euro legte angesichts von Spekulationen auf eine aggressivere geldpolitische Gangart der Europäischen Zentralbank (EZB) erneut zu. EZB-Chefin Christine Lagarde hatte am Montag ein Ende der Negativzinsen bis Ende des dritten Quartals in Aussicht gestellt und legte am Dienstag bei Bloomberg TV nach: Der Einlagenzins könnte dann bei null oder auch „leicht darüber“ liegen. Sie gehe derzeit nicht davon aus, dass die Eurozone in eine Rezession abdriften wird.

    Ratsmitglied Martins Kazaks stärkte zudem die Debatte um eine Erhöhung der Leitzinsen um gleich 0,5 Prozentpunkte. Eine Anhebung um 50 Basispunkte sei „sicherlich eine Sache, die wir diskutieren könnten“, sagte der lettische Zentralbankchef. Ein Schritt in dieser Größenordnung sei aber „nicht Teil des Konsenses“ im EZB-Rat, sagte der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau.

    Eine Erhöhung um 50 Basispunkte war in der vergangenen Woche erstmals von Klaas Knot öffentlich diskutiert worden. Man könnte einen solchen Schritt erwägen, sollte sich der Preisdruck im Euro-Raum noch verschärfen, sagte der Niederländer.

    Sicherlich würden viele Beobachter die EZB weiterhin als zu zögerlich erachten, sagte Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. „Dennoch, die Tatsache, dass ein Lift-off im Juli mittlerweile ziemlich sicher erfolgen wird und dass die EZB Bereitschaft zeigt, die Zinsen auch danach noch weiter anzuheben, ist positiv für den Euro.“ Der Kurs der Gemeinschaftswährung stieg um bis zu 0,4 Prozent auf ein Vier-Wochen-Hoch von 1,0735 Dollar.

    Angesichts der Signale stiegen Anleger erneut bei Finanzwerten ein. Der Index für die Banken der Euro-Zone stieg nach den Gewinnen erneut, zwischenzeitlich auf ein Ein-Monats-Hoch von 90,11 Punkten, ehe es wieder leicht nach unten ging.

    Anders die Situation für die wachstumsstarken Onlinehändler: Die Aussicht auf steigende Zinsen belastet sie am stärksten, da sich ihre Finanzierungsbedingungen verschlechtern. Zalando (minus 9,2), Hellofresh (minus 9,1)und Delivery Hero (minus 4,7) waren die schwächsten Dax-Werte.

    Einzelwerte im Fokus

    Adler Group: Die Anteilsscheine des Immobilienkonzerns verloren über 16 Prozent nach einem Bericht des Handelsblatts über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Adler.

    Service: Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    Service

    Folgen Sie News zu den Dax-Konzernen

    TAG Immobilien: Der Immobilienkonzern veröffentlichte Zahlen für das erste Quartal. Der Konzern profitiert weiterhin von steigenden Mieten in Ballungszentren. Trotzdem konnte TAG den Ergebnisanstieg nicht in Kursgewinne ummünzen. Die Aktien fielen um mehr als 14 Prozent. Analysten stellten vor allem auf die höhere Verschuldungsquote des Konzerns ab.

    About You: Die Aktien des Online-Modehändler About You fielen zeitweise um mehr als 15 Prozent, so stark wie noch nie seit dem Börsengang vor etwa einem Jahr. Das angepeilte Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2022/2023 bleibe mit 25 bis 35 Prozent hinter den Markterwartungen zurück, moniert Analyst Volker Bosse von der Baader Helvea Bank. Die Titel schlossen letztlich 7,3 Prozent tiefer bei 8,33 Euro.

    CTS Eventim: Der Tickethändler und Konzert-Veranstalter zeigt sich nach einem Gewinn zum Jahresstart optimistisch für eine deutliche Erholung von der Coronapandemie, wagt aber trotz Rekord-Ticketabsatz keine klare Prognose für 2022. Die Titel verloren 3,6 Prozent.

    Air France-KLM: Eine 2,3 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung schickte die Aktie von Air France-KLM auf Talfahrt. Die Papiere der Fluggesellschaft gaben in Paris über 20 Prozent ab. In ihrem Sog geben die Titel der Lufthansa und der British-Airways-Mutter IAG nach.

    Snapchat: Eine Gewinnwarnung brockt Snap einen Rekord-Kursrutsch ein. Die Aktien des Snapchat-Betreibers fielen um über 41 Prozent, nachdem das Unternehmen einen operativen Gewinn im laufenden Quartal unter den Markterwartungen in Aussicht gestellt hatte. Vor diesem Hintergrund gerieten auch die Papiere der Werbeagenturen WPP und Publicis unter Druck, die bis zu drei Prozent nachgaben. Gleiches galt für die Aktien von TV-Sendern wie ProSiebenSat.1, RTL oder ITV

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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