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02.12.2022

17:42

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Wie entwickelt sich der deutsche Leitindex 2023?

Dax aktuell

US-Jobdaten schocken Anleger nur kurz – Dax beendet Handelswoche über 14.500 Punkten

Von: Jürgen Röder

Der solide US-Arbeitsmarktbericht hat den Dax nur kurz aus dem Gleichgewicht gebracht. Der deutsche Leitindex beendet auch den letzten Tag der Handelswoche im Plus.

Düsseldorf Der Dax hat sich am Freitag robust gezeigt. Zwar haben die US-Jobdaten dem deutschen Aktienmarkt einen schweren Schlag versetzt, der Schock hielt aber nur kurz an. Der Dax rutschte am Freitagnachmittag innerhalb weniger Minuten um mehr als 200 Punkte ab, konnte sich anschließend aber wieder erholen und den Kursknick noch komplett wettmachen.

Zum Handelsschluss notiert der Leitindex 0,3 Prozent im Plus bei 14.529 Punkten und damit über der wichtigen Marke von 14.500 Punkten. Zuvor hatte das Börsenbarometer mit 14.584 Zählern ein neues Rallyhoch erreicht und die Hoffnungen auf weiter steigende Kurse gestützt.

Der solide US-Arbeitsmarktbericht hatte kurzzeitig die Sorge der Anleger geschürt, dass die Geldpolitik der US-Notenbank länger straff bleiben könnte. So stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im vergangenen Monat um 263.000, die Arbeitslosenquote blieb bei 3,7 Prozent. Experten hatten den Aufbau von nur 200.000 US-Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Vergleich zu 261.000 im Vormonat erwartet.

Eine andere Zahl dürfte der US-Notenbank noch deutlich mehr Kopfzerbrechen bereiten: Die Löhne steigen wieder schneller. Damit endet ein sieben Monate langer Trend. Die Gefahr der so gefürchteten Lohn-Preis-Spirale ist längst noch nicht gebannt.

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    Trotz des starken Arbeitsmarktberichts hält der Kapitalmarktexperte Thomas Altmann es weiterhin für wahrscheinlich, dass die US-Notenbank ab der kommenden Dezember-Sitzung die Zinsen langsamer erhöht. Die Riesenschritte von 75 Basispunkten dürften seiner Meinung nach der Vergangenheit angehören. 50 Basispunkte-Schritte könnten uns jetzt aber länger begleiten als bislang gedacht.

    Die bisherige Handelswoche und vor allem der Donnerstag hatten gezeigt, wie schwierig es für den Dax war, die Marke von 14.500 Punkten nachhaltig zu überwinden. Seit Montag vergangener Woche notiert der Leitindex in einer Spanne von vergleichsweise geringen 250 Punkten.

    Auf der Oberseite war bis zum Freitag bei 14.571 Punkten Schluss, unten hielt die Marke von 14.321 Zählern. Diese Marke hat auch am Freitag gehalten. Das Tagestief liegt bei 14.372 Zählern.

    Denn auf der Unterseite gilt der Dax ist kurzfristig als gut unterstützt. Laut den Daten des Analysehauses Animusx ist die Cashquote unter den Anlegern hoch genug, um größere Kursverluste zu vermeiden. Bei Bruch der unteren Marke gilt laut Charttechnik der Bereich um 14.150 Punkte als nächste Anlaufstelle, was nur ein Minus von rund 400 Punkten gegenüber dem Verlaufshoch dieser 2700-Punkte-Rally seit Ende September bis auf 14.571 Zähler wäre.

    Unterstützung für den Dax kommt aus den USA: Dort hat der S&P 500 am Dienstag, also rund zwei Wochen nach dem Dax, die vielbeachtete 200-Tage-Linie überwunden und bleibt oberhalb dieser Marke. Dass der deutsche Börsenindex quasi Trendsetter für den großen „US-Bruder“ ist, ist schon ein ungewöhnliches Ereignis.

    Am deutschen Aktienmarkt fällt diese Durchschnittslinie, gebildet aus den Kursen der vergangenen 200 Handelstage, aktuell um rund zwei Punkte und liegt bei 13.538 Zählern. Diese Linie dürfte spätestens im Januar 2023 drehen und anschließend erneut vom Leitindex „getestet“ werden. So sieht zumindest das typische Szenario einer nachhaltigen Trendwende aus, an der es bislang keine Zweifel gibt.

    Inflation ist am Devisenmarkt passé

    Das Comeback des Euros geht derweil weiter. Mit einem Kurs von 1,054 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich so hoch wie zuletzt im Juni. In den vergangenen vier Wochen ist der Euro gegenüber dem Dollar um mehr als sieben Prozent nach oben geklettert.

    Auch Commerzbank-Devisenanalyst Ulrich Leuchtmann ist von der Geschwindigkeit überrascht, mit der der Devisenmarkt zukünftige Entwicklungen antizipiert. Dabei geht es um die Auspreisung der Inflationsangst am Devisenmarkt, die nun schneller als erwartet verläuft.

    Ein deutlicher Rückgang der Inflation scheint mittlerweile so sicher zu sein, dass jetzt am Devisenmarkt die Zeit danach „gespielt wird“. Und die sieht nicht positiv für den Dollar aus, weil die Inflation der Auslöser für die aggressive Fed-Politik war, die den Dollar 2022 an die Spitze der G10-Währungen, der weltweit wichtigsten Währungspaare, katapultierte, erläutert Leuchtmann.

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    Er sieht das größte Risiko darin, dass das Kursziel der Commerzbank von 1,10 Dollar gegenüber dem Euro früher als erwartet erreicht wird. Doch die US-Jobdaten hatten auch auf Eurokurs Einfluss, der aufgrund einer länger anhaltenden Zinserhöhungsphase 0,3 Prozent nachgab und nun bei 1.049 Dollar liegt.

    Blick auf Einzelwerte

    Immobilienwerte: Am Aktienmarkt sind die als zinsempfindlich geltenden Immobilienwerte gefragt. Vonovia landete mit einem Plus von drei Prozent an der Dax-Spitze, Branchenmitglieder wie Aroundtown und Tag Immobilien verteuerten sich um 4,3 Prozent beziehungsweise 2,6 Prozent, LEG kletterte um 2,4 und Deutsche Wohnen um 1,2 Prozent.

    Bei Grand City an der SDax-Spitze betrug das Plus fast 4,9 Prozent. Aktien des Immobilieninvestment-Anbieters Patrizia rückten um drei Prozent vor, hier gab zudem eine angehobene Portfolioprognose nach einem Zukauf in Dänemark Rückenwind.

    Stabilus: Der Dividendenvorschlag des Unternehmens kommt bei den Anlegern gut an. Die Titel gewannen 0,5 Prozent auf 62,30 Euro. Der Industrie- und Autozulieferer schlägt eine Ausschüttung von 1,75 Euro je Aktie für 2022 vor, 50 Cent mehr als im Vorjahr. „Das liegt ganz klar über den Markterwartungen“, sagte ein Händler.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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