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25.05.2022

17:56

Dax aktuell

Wall Street zieht den Dax zurück ins Plus – Kursrutsch bei der Nordex-Aktie

Von: Andreas Neuhaus

Die psychologisch wichtige Marke von 14.000 Punkten bleibt ein neuralgischer Punkt. Für die Stabilität des gesamten Aktienmarkts gibt es aber gute Zeichen.

Dax-Kurve Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex befindet sich in diesem Jahr im Abwärtstrend – trotz der jüngsten Erholung.

Düsseldorf Der deutsche Aktienmarkt profitiert von der wieder freundlicheren Stimmung in den USA. Der deutsche Leitindex Dax schließt am Mittwoch nach einem zögerlichen Start 0,6 Prozent höher knapp über der Marke von 14.000 Punkten.

Experten wie Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets bleiben trotzdem vorsichtig: „Am deutschen Aktienmarkt breitet sich frühsommerliche Lethargie aus.“ Die Anleger hätten sich damit arrangiert, dass es kein schnelles Kriegsende in der Ukraine geben werde. Gleichzeitig hätten sie sich auf eine höhere Inflation für eine längere Zeit sowie auf schnellere Zinserhöhungen eingestellt.

Die Belastungen sind also eingepreist, es fehlt aber ein Katalysator für einen nachhaltigen Sprung nach oben. Auf Kursgewinne reagieren Anleger stets mit schnellen Gewinnmitnahmen. Im Ergebnis bewegt sich der Dax seit eineinhalb Wochen seitwärts.

Das besagte Niveau von 14.000 Punkten hat sich zu einem hartnäckiger Widerstand entwickelt. In den vergangenen acht Handelstagen schloss der Dax vier Mal über der psychologisch wichtigen Tausender-Marke und vier Mal darunter. Und zum Handelsende am Mittwoch herrschte de facto Parität.

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    Am Mittwoch stützten unter anderem die Wirtschaftszahlen aus Deutschland die Kurse. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Januar und März trotz Coronakrise und des Kriegs in der Ukraine um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch eine frühere Schätzung bestätigte. Die Wirtschaft verhinderte damit das Abrutschen in eine Rezession.

    Die Stimmung der Verbraucher bleibt allerdings stark eingetrübt. Das Barometer der Nürnberger GfK-Marktforscher signalisiert für Juni nach dem jüngsten Einbruch nur einen kleinen Anstieg. Es legt demnach um 0,6 Zähler zu auf minus 26,0 Punkte, wie die GfK am Mittwoch mitteilte. Trotz der Verbesserung bleibe das Niveau weiterhin enorm niedrig, erklärten die Nürnberger Konsumforscher.

    Gleichwohl haben Analysten seit Jahresbeginn im Schnitt ihre Gewinnerwartungen für Unternehmen immer weiter angehoben, erklärt Stanzl: „Während also ein historischer Zinsanstieg die Bewertungsmultiplen am Markt senkte, verbesserte sich die Ertragskraft der Unternehmen zur gleichen Zeit.“

    Für die Stabilität des gesamten Aktienmarkts ist das ein gutes Zeichen. „Das bedeutet allerdings nicht, dass Aktien nicht noch weiter korrigieren können“, warnt Stanzl.

    Hier geht der Blick in die USA. Dort zog am Dienstag die Gewinnwarnung des Snapchat-Betreibers Snap den gesamten Markt nach unten. Am Mittwoch kommt es zu einer kleinen Erholung, allerdings bleibt der marktbreite Index S&P 500 im frühen Handel unter der kritischen Marke von 4000 Punkten und gilt damit weiterhin als angeschlagen. Eine neue Verkaufswelle dürfte auch den deutschen Markt treffen.

    Anleger schauen deshalb nach Börsenschluss auf das Protokoll der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Fed, das am Abend (20 Uhr deutscher Zeit) veröffentlicht wird. Die Währungshüter hatten Anfang Mai zum ersten Mal seit 22 Jahren den Leitzins um 50 statt 25 Basispunkte erhöht.

    Der Markt erhofft sich nun weitere Hinweise auf den künftigen Zinspfad, zuletzt wurde sogar über eine mögliche Zinserhöhung um 75 Basispunkte spekuliert. Allerdings erklärt Analyst Raffi Boyadjian vom Brokerhaus XM. „Die jüngsten, alles andere als robusten Konjunkturdaten schüren Spekulationen, dass die Fed die Zinsen vielleicht doch nicht so aggressiv anheben muss wie ursprünglich gedacht.“

    Einzelwerte im Fokus

    Delivery Hero: Wachstumswerte gehörten nach den deutlichen Abschlägen am Vortag wieder zu den Gewinnern. Delivery Hero (7,3 Prozent), Hellofresh (4,8 Prozent) und Zalando (vier Prozent) waren die drei stärksten Dax-Werte. Am Vortag war noch das Gegenteil der Fall.

    Eon und RWE: Die beiden Energiekonzerne gehörten zu den Gewinnern im Dax: Eon gewann 1,5 Prozent, das Papier von RWE etwa zwei. Sie erholen sich damit etwas von Verlusten am Vortag, als ein Pressebericht über eine drohende Sondersteuer auf hohe Gewinne von Stromerzeugern in Großbritannien die Branche stark belastet hatte.

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    Nordex: Die Aktien des Windkraftunternehmens fielen zeitweise um mehr als 20 Prozent. Am Dienstagabend hatte Nordex nach Börsenschluss bekannt gegeben, nur noch im besten Fall mit schwarzen Zahlen in diesem Jahr zu rechnen. Statt einer Gewinnmarge (Ebitda-Marge) von ein bis 3,5 Prozent rechne der Vorstand nun mit minus vier bis null Prozent, teilte das SDax-Unternehmen mit. Zum Handelsende lag das Minus bei 17 Prozent.

    CTS Eventim: Im MDax fielen die Aktien des Ticketvermarkters und Eventveranstalters rund sechs Prozent. Das französische Investmenthaus Exane BNP rät zum Verkauf.

    Curevac: Das Tübinger Biotech-Unternehmen kämpft weiterhin mit den Kosten seines fehlgeschlagenen Corona-Impfstoffs aus dem vergangenen Jahr. Das gab Curevac bekannt. Der Verlust im ersten Quartal 2022 belief sich demnach auf 15,2 Millionen Euro (2021: 112,2 Millionen Euro). Die Aktie verlor etwa vier Prozent. Auf 52-Wochen-Sicht beträgt das Minus damit mehr als 80 Prozent.

    Aroundtown: Das Immobilienunternehmen hat im ersten Quartal zugelegt. Der in der Branche entscheidende Kernwert FFO I kletterte um drei Prozent auf 89,3 Millionen Euro. Der Vorstand bekräftigte seine Jahresziele. Die Aktie verliert dennoch rund 0,8 Prozent.

    Ex-Dividende: Folgende Unternehmen werden heute mit Dividendenabschlag gehandelt: Hugo Boss, Baywa, Knorr Bremse.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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