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29.11.2021

23:13

Dow Jones, S&P 500, Nasdaq

Wall Street schließt im Plus – trotz Omikron-Sorgen

Joe Bidens Versprechen, dass es in den USA zunächst keine neuen Lockdowns geben wird, stimmt die Anleger positiv. Gefragt waren vor allem Technologiewerte.

Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange. dpa

Händler an der Börse New York

Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange.

Frankfurt, New York Nach dem Ausverkauf vom Freitag haben US-Anleger zum Wochenstart wieder Mut gefasst und Kursrücksetzer zum Aktienkauf genutzt. Gefragt waren vor allem Technologiewerte. Investoren setzten darauf, dass diese die Pandemie und die Auswirkungen der neu entdeckten Omikron-Variante des Coronavirus am besten überstehen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Montag 0,7 Prozent höher auf 35.135 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,9 Prozent auf 15.782 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 1,3 Prozent auf 4655 Punkte zu. Am Freitag waren die Indizes zwischen zwei und 3,5 Prozent eingebrochen, nachdem die Furcht vor der neu entdeckten Omikron-Variante des Corona-Virus weltweit zu einem Ausverkauf an den Börsen geführt hatte.

„Die Leute sehen es ein bisschen als Gelegenheit, in einige Bereiche des Marktes einzusteigen, die vom Ausverkauf am Freitag besonders hart getroffen wurden“, sagte Robert Pavlik, Portfoliomanager bei Dakota Wealth Management. Zugleich nutzten sie die Chance bei hochbewerteten Technologie-Titeln den Einstieg zu finden. So zogen Amazon-Aktien 1,6 Prozent an; Tesla-Anteilsscheine verteuerten sich mehr als fünf Prozent.

Für etwas Beruhigung sorgte auch US-Präsident Joe Biden, demzufolge neue Lockdowns in den USA zur Zeit kein Thema seien. Zugleich warnte Biden vor Panik und sagte, es werde einige Wochen dauern, bis bekannt sei, wie gut die Impfstoffe gegen die neue Variante Omikron schützten.

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    „Mit Blick auf die Zukunft ist die entscheidende Frage, wie gefährlich die neue Variante wirklich ist“, teilten die Analysten von Berenberg mit. „Im Moment ist noch wenig bekannt. Wenn die Covid-19-Impfungen aber auch bei dieser Variante funktionieren, sollten die Märkte gegen Ende des Jahres wieder steigen. Andernfalls dürfte es eher ungemütlich werden.“

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    Das Auftauchen der Omikron-Variante ließ Anleger zugleich auf eine mögliche Verzögerung bei den Plänen der US-Notenbank Fed zur Verringerung ihrer Anleihenkäufe sowie eine Zinserhöhung spekulieren. „Wenn Omikron zu einem großen Problem wird, müsste es zu schwereren Erschütterungen als bei Delta kommen, die wir gerade erst durchgemacht haben“, sagte Investmentexperte Thomas Hayes vom Vermögensverwalter Great Hill Capital. „Es steht außer Frage, dass die Drosselung entweder pausiert oder verzögert wird.“

    Auch bei Rohstoffen ging es wieder nach oben. So verteuerte sich das Industriemetall Kupfer um rund ein Prozent auf 9568 Dollar je Tonne. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee gewann rund drei Prozent auf 74,77 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem die Ölpreise am Freitag um mehr als zehn Prozent abgestürzt waren. Analysten sagten, der Ausverkauf sei übertrieben gewesen. Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Energiepreise von Spekulationen, dass die „Opec+“, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Ölförderländer wie Russland gehören, auf ihrer anstehenden Sitzung eine Pause ihrer monatlichen Anhebung der Fördermengen beschließt, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda.

    Blick auf Einzelwerte

    Moderna: Die Aktien des Impfstoffherstellers setzen ihre Rallye fort und steigen am Montag um mehr als zehn Prozent. Bereits am Freitag legten sie um 20 Prozent zu. Anfang des kommenden Jahres könnte Moderna einen neu formulierten Impfstoff gegen die Omikron-Variante einführen, sagte der medizinische Leiter des Unternehmens am Sonntag. Auch Biontech legte zu, mit plus 3,9 Prozent.

    Biontech: Der Mainzer Konkurrent Biontech teilte ebenfalls mit, er arbeite an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs. Entsprechend setzten beide Papiere ihre Erholungsrally fort. Moderna gewannen nach einem mehr als 20-prozentigen Plus am Freitag weitere knapp 12 Prozent und waren damit Spitzenwert im Nasdaq 100. Die in New York notierten Biontech-Papiere legten nach ihrem jüngsten, rund 14-prozentigen Anstieg um weitere 4,2 Prozent zu. Zu ihren Rekordhochs im Monat August haben beide Titel aber noch eine gute Wegstrecke vor sich.

    Fluggesellschaften: Nachdem die Aktien der großen Fluggesellschaften am Freitag als Reaktion auf die neu entdeckte Omikron-Variante einbrachen, griffen Investoren zu. United, Delta und American Airlines legen in der Spitze jeweils etwa 2,5 Prozent zu, nachdem sie am Freitag jeweils etwa sieben Prozent verloren hatten. Auch die Reisebuchungsseite Expedia legt 5,4 Prozent zu.

    Merck: Die Aktien des Pharmaunternehmens fallen um 5,8 Prozent, nachdem Citi seine Aktie von „kaufen“ auf „neutral“ herabgestuft hatte. Die schleppend verlaufende Entwicklung des HIV-Medikament Islatravir des Unternehmens würden das langfristige Potenzial von Merck beeinträchtigen.

    Coinbase: Die Aktien der Kryptowährungsbörse steigen um fünf Prozent, nachdem sich auch der Bitcoin-Preis erholt hat. Andere kryptobezogene Aktien erleben ebenfalls einen Aufschwung: Microstrategy legt um 5,3 Prozent zu, Tesla und Square um mehr als 2,5 Prozent.

    Zoom Video: Zoom-Aktien fielen zum Börsenstart um rund vier, später um 1,8 Prozent, nachdem sie am Freitag um 5,7 Prozent gestiegen sind. Auch andere Stay-at-Home-Aktien geben zum Börsenstart leicht nach, darunter Peloton , Netflix und Teladoc.

    Applied DNA Sciences: Die Anteilsscheine schossen in der Spitze um 20 Prozent nach oben, nachdem die Medizintechnik-Firma mitgeteilt hatte, dass ihr PCR-Test für den Nachweis der neuen Omikron-Variante eingesetzt werden kann. Am Ende stand noch ein Plus von gut 14 Prozent.

    Twitter: Um bis zu elf Prozent schossen zeitweise Twitter-Aktien nach oben, bevor sie ihre Kursgewinne wieder abgaben. Twitter-Chef Jack Dorsey gibt seinen Posten als Vorstandschef des Milliardenkonzerns auf. Sein Nachfolger soll der bisherige Technikchef Parag Agrawal werden. Dorseys Doppelrolle als Chef von Twitter sowie vom Zahlungsabwickler Square war von Investoren kritisiert worden. Twitter-Anteilsscheine schlossen 2,7 Prozent im Minus.

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