Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

07.02.2023

08:43

Dow Jones, S&P 500, Nasdaq

Wieder aufflammende Zinssorgen belasten US-Börsen – Wall Street schließt im Minus

PremiumDie überraschend starken Job-Daten wirken noch immer: Anleger halten sich an den US-Börsen zurück. Aktien chinesischer Unternehmen geraten derweil unter Druck.

Ein Straßenschild an der New York Stock Exchange. Reuters

Wall Street

Ein Straßenschild an der New York Stock Exchange.

New York Anleger an der Wall Street haben ihre Hoffnung auf Zinssenkungen zu Jahresende großteils aufgegeben und sind daraufhin in Deckung gegangen. Der Dow Jones verlor 0,1 Prozent auf 33.891 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab ein Prozent auf 11.887 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,6 Prozent auf 4111 Punkte ein.

Die überraschend starken Job-Zahlen vom Freitag waren weiter bestimmendes Thema am Markt. Anleger waren von Zinssenkungen im vierten Quartal ausgegangen, diese Erwartung müsse nun mit Blick auf den Arbeitsmarktbericht neu bewertet werden, sagte Art Hogan, Chefmarktstratege bei B. Riley Financial. Wenn die US-Bürger keine Angst vor einem Jobverlust hätten, würden sie ihre Ausgaben auch nicht einschränken - was wiederum dafür sorge, dass die Inflationsrate hoch bleibe, erklärte Anthony Saglimbene vom Vermögensverwalter Ameriprise Financial. Mit Spannung schauen Anleger deswegen auf die für Dienstag erwartete Rede des Notenbank-Chefs Jerome Powell.

Hinzu kam die Furcht vor negativen Folgen für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und China durch den Abschuss eines mutmaßlichen chinesischen Spionageballons am Wochenende. Dieser Vorfall mache es wahrscheinlich, dass die USA die Verwendung chinesischer Technologien und den Export von US-Technologie weiter begrenzten, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Daraufhin gerieten chinesische Unternehmen an der US-Börse unter Druck. Die Titel der Online-Händler JD.com und Pinduoduo verloren beispielsweise 1,6 und knapp zwei Prozent.

Vor dem Hintergrund des brummenden US-Jobmotors und den darauffolgenden Zinssorgen war der Dollar als sicherer Hafen unter Investoren gefragt. Der Dollar-Index legte gegenüber einem Korb der wichtigsten Währungen 0,5 Prozent auf einen Wert von 103,63 zu. Der Euro verlor im Gegenzug 0,6 Prozent auf 1,0724 Dollar. Bereits am Freitag hatte der Dollar gegenüber dem Euro um ein Prozent zugelegt. Die Stärkung des Dollars setzte vor allem Energiewerte und Kupferverarbeiter zu.

Handelsblatt Live

US-Börsenexperte Koch: „Wie lange werden die Zinsen oben bleiben?“

Handelsblatt Live: US-Börsenexperte Koch: „Wie lange werden die Zinsen oben bleiben?“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Blick auf weitere Einzelwerte

CureVac: Der Impfstoff-Entwickler CureVac will bis zu 200 Millionen Dollar frisches Kapital einsammeln. Die Investmentbanken Goldman Sachs, Jefferies und SVB Securities sollen die neuen Papiere bei Investoren unterbringen, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Dazu kommt - bei entsprechender Nachfrage - eine Platzierungsreserve von 15 Prozent. Zum Zeitplan für das öffentliche Angebot äußerte sich CureVac nicht. Das Unternehmen aus Tübingen wird an der US-Technologiebörse Nasdaq mit rund 2,1 Milliarden Dollar bewertet. Am Montag fiel die Aktie dort um 4,3 Prozent auf 10,58 Dollar.

Bed Bath & Beyond: Der Einzelhändler für Haushaltswaren kündigte am Montag an, eine Milliarde US-Dollar durch das Angebot von Vorzugsaktien aufzubringen, womit ein drohender Zahlungsstillstand abgewendet werden soll. Das trieb die Aktie um 92 Prozent an auf 5,86 Dollar. Nachbörslich sackte der Kurs aber um ein Drittel ab.

Dell: Die Aktien des US-Technologieunternehmens Dell fielen wegen angekündigter Entlassungen um drei Prozent. Der PC-Hersteller streiche etwa 6650 Arbeitsplätze oder fünf Prozent der Belegschaft, hieß es in einer internen Mitteilung.

Newmont: Branchenprimus Newmont will den australischen Goldminen-Betreiber Newcrest Mining kaufen und setzt damit seinen Aktien zu. Die Titel des US-Konzerns fallen zeitweise um 4,23 Prozent. Ein Kaufangebot in Höhe von 16,9 Milliarden Dollar für Newcrest sei unterbreitet worden, so Newmont. Einige Analysten äußerten sich kritisch zu der Offerte. So könnte es Uneinigkeiten zu dem vorgeschlagenen Übernahmepreis geben, zudem sei der Chefposten bei Newcrest zurzeit unbesetzt, schreiben die Analysten von RBC.

Tesla: Der Freispruch von Tesla und dessen CEO Elon Musk in einem Verfahren wegen der Irreführung von Anlegern die Aktien des US-Elektroautobauers. Sie stiegen um rund 2,5 Prozent auf 194,76 Dollar. Vor genau einem Monat waren die Papiere noch für knapp 102 Dollar zu haben gewesen.

Tyson: Unter den Markterwartung gebliebene Quartalszahlen und ein gesenkter Ausblick drücken die Aktien von US-Fleischverarbeiter Tyson um 4,6 Prozent ins Minus. Der Konzern habe wegen eines Überangebots "eine aufs Maul bekommen", sagte Unternehmenschef Donnie King. Der schlimmste Ausbruch der Vogelgrippe in der Geschichte der USA hatte zu Exportbeschränkungen für Hühnerfleisch geführt und das Angebot dementsprechend erhöht.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×