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04.11.2021

21:50

Wall Street

Höhenflug an den US-Börsen geht weiter – S&P 500 und Nasdaq schließen mit Rekorden

PremiumDie geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank versetzten die Anleger weiter in Kauflaune. Auch positive Quartalszahlen wie die von Qualcomm sorgen für Rückenwind.

Die jüngste Erholung sei getragen worden von Berichten, wonach die Omikron-Variante des Coronavirus zwar ansteckender sei, aber zu weniger Krankenhaus-Aufenthalten und Todesfällen führe. Reuters

Börse in New York

Die jüngste Erholung sei getragen worden von Berichten, wonach die Omikron-Variante des Coronavirus zwar ansteckender sei, aber zu weniger Krankenhaus-Aufenthalten und Todesfällen führe.

Frankfurt Die mit Erleichterung aufgenommenen geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank und ermutigende Firmenbilanzen geben der Wall Street erneuten Rückenwind. Die Leitindizes Nasdaq und S&P 500 stiegen am Donnerstag auf Rekordhochs. Der Nasdaq schloss 0,8 Prozent höher bei 15.940 Zählern, der S&P verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 4680 Stellen. Lediglich der Dow Jones verpasste zunächst eine neue Bestmarke. Er bröckelte um 0,1 Prozent auf 36.124 Zähler ab.

„Wir sind immer noch optimistisch bezüglich der Firmengewinne“, sagte Bob Sechan, Mitgründer des Vermögensverwalters New Edge. „Sie werden sich durch die Bank stark entwickeln.“ Schließlich sei der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie überschritten und die Normalisierung der Wirtschaft in vollem Gang.

Vor diesem Hintergrund drosselt die US-Notenbank zwar wie erwartet das Volumen ihrer Wertpapierkäufe. Gleichzeitig dämpfte Fed-Chef Jerome Powell Spekulationen auf baldige Zinserhöhungen. „Powell bestätigte erneut, dass diese Maßnahme ein Schritt Richtung Normalisierung der Geldpolitik ist und nicht zwingend eine restriktive Haltung reflektiert“, sagte Achim Stranz, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Axa Investment Managers.

Die Fed nehme wie erwartet den Fuß vom Gas, bemerkte der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von Robo Markets. Der Leitzins bleibe unangetastet, hier dürfte frühestens Mitte 2022 etwas passieren. „Grünes Licht also von der Geldpolitik“, erklärte der Experte. In Kombination mit einer überzeugenden Berichtssaison gebe es aktuell keine Bremsfaktoren.

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    Hinzu kam, dass am Donnerstag die Bank of England ihren Leitzins trotz anders lautender Spekulationen nicht angehoben hat. Gemeinsam mit dem Fed-Fazit belastete dies die Aktien aus dem Bankensektor, bei denen es generell heißt, dass höhere Zinsen förderlich für das Alltagsgeschäft etwa mit Krediten wären. Die Papiere von Goldman Sachs fielen im Dow um 2,4 Prozent und jene von JPMorgan um 1,3 Prozent.

    Dennoch stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um 0,5 Prozent. Offenbar nutzten Anleger die vorangegangenen Kursverluste zum Einstieg, sagte Anlagestratege Kit Juckes von der Bank Société Générale. Bei US-Staatsanleihen griffen Investoren ebenfalls zu. Dies drückte die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Treasuries auf 1,512 Prozent.

    Unterdessen ging der Ölpreis auf Achterbahnfahrt. Auf der einen Seite gibt die „Opec+“, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, dem internationalen Druck nach einer rascheren Produktionsausweitung nicht nach und erhöht die Quoten weiter um monatlich 400.000 Barrel pro Tag. Auf der anderen Seite berichtete der Sender Al Arabiya, Saudi-Arabiens Ölproduktion werde erstmals seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie wieder die Marke von zehn Millionen Barrel pro Tag überschreiten. Am Abend notierte die US-Ölsorte WTI zwei Prozent im Minus bei 79,22 Dollar je Barrel (159 Liter).

    Blick auf weitere Einzelwerte

    Qualcomm: Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte Qualcomm. Die Titel des Mobilfunkchip-Spezialisten sprangen nach einem Quartalsergebnis über Markterwartungen fast 13 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen profitiere vom Verkaufserfolg von Smartphones mit dem neuen Mobilfunk-Standard 5G, kommentierte Analyst Abhinav Davuluri vom Research-Haus Morningstar. Er rechne daher auch 2022 mit Rekord-Ergebnissen.

    Nvidia: Die Rally im Tech-Sektor erstreckte sich im Schlepptau des Fed-Entscheids und des Qualcomm-Ausblicks auf die gesamte Chipbranche. Dabei waren die Papiere von Nvidia auffällig mit ihrer andauernden Rekordjagd. Sie holten nochmals richtig Schwung mit einem Kurssprung um zwölf Prozent. Mit einer Marktbewertung von etwa 750 Milliarden US-Dollar steuert der Chipkonzern auf die Billionenschwelle zu.

    EA: Electronic Arts (EA) bereitete Investoren mit seinen Zahlen ebenfalls Freude. Dank des Erfolgs von „Fifa“ hob der Videospiele-Anbieter seine Gesamtjahresziele an. Viele Spieler wechselten von der 2021er Version der Fußball-Simulation auf die 2022er, kommentierte Analyst Andrew Uerkwitz von der Investmentbank Jefferies. Außerdem erfreue sich das Kampfspiel „Apex Legends“ weiter großer Beliebtheit. EA-Papiere verteuerten sich um 2,1 Prozent.

    Nikola: Kräftige Kursgewinne gab es ansonsten im Nebenwertebereich bei dem Elektro-Lkw-Bauer Nikola nach einem überraschend guten Quartalsbericht. Die üblicherweise schwankungsreichen Papiere bauten ihr Plus auf 21 Prozent aus. Das Unternehmen einigte sich außerdem auf eine 125 Millionen US-Dollar schwere Geldstrafe, um Ermittlungen der Börsenaufsicht SEC gegen den Firmengründer Trevor Milton beizulegen.

    Viacom CBS: Die Aktie gab 1,6 Prozent nach. Dabei hatte das Unternehmen mit seinen Quartalsergebnissen die Schätzungen übertroffen, und auch der Umsatz fiel besser aus als erwartet. Sowohl die Ergebnisse beim Streaming- als auch beim TV-Geschäft waren stark.

    Moderna: Die Aktien von Moderna brachen dagegen fast 18 Prozent ein. Die Biotechfirma kommt mit der Produktion ihres Coronavirus-Impfstoffs nicht hinterher und senkte daher ihre Umsatzziele für das Serum.

    Merck & Co: Gefragt waren auch die Papiere von Merck & Co, die um gut zwei Prozent stiegen. Großbritannien erteilte als erstes Land dem Coronaviurs-Medikament des Pharmakonzerns die Zulassung.

    MGM Resorts: Die Aktien stiegen um 0,6 Prozent an der Börse, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, den Betrieb seines Mirage-Kasinos in Las Vegas an einen anderen Betreiber zu verkaufen. MGM sagte jedoch, dass noch keine Verkaufsvereinbarung getroffen wurde, und nannte keine Namen von potenziellen Käufern.

    Nerdwallet: Die Aktien von Nerdwallet können ihren Kurs bei ihrem US-Börsendebüt fast verdoppeln. Sie steigen um mehr als 90 Prozent auf 34,44 Dollar. Bei der 130,5 Millionen Dollar schweren Emission waren die Papiere des in Kalifornien ansässigen Online-Finanzberaters zu je 18 Dollar ausgegeben worden.

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