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08.06.2022

23:17

Wall Street

Inflationssorgen: Wall Street schließt im Minus

PremiumBei den Unternehmen rückte die Aktie von Robinhood ins Rampenlicht. Die US-Börsenaufsicht SEC will die Regeln für den Aktienhandel verschärfen.

Anleger suchen ihr Heil in „sicheren Häfen“. Reuters

Wall Street

Anleger suchen ihr Heil in „sicheren Häfen“.

New York An der Wall Street stoppten wieder aufgeflammte Inflationssorgen die jüngste Erholung. Ein Auslöser war der Anstieg der Renditen der Staatsanleihen über die psychologisch wichtige Marke von drei Prozent und der Anstieg der Ölpreise.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones fiel am Mittwoch um 0,86 Prozent auf 32.895 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 büßte 1,1 Prozent auf 4.115,77 Punkte ein. Der technologielastige Nasdaq gab 0,7 Prozent auf 12.086,27 Punkte nach.

„Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen ist auf über drei Prozent gestiegen. Das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum der Markt heute einen Rückgang einlegt“, sagte Robert Pavlik, Senior Portfolio Manager bei Dakota Wealth in Fairfield, Connecticut.

Die Schaukelbörse werde wohl noch eine Weile anhalten, sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane. „Es gibt keine bahnbrechenden Nachrichten, weder in Bezug auf die Firmenbilanzen noch die Konjunktur. Die Leute warten auf Hinweise, dass die Inflation sich etwas abschwächt. Ihnen bereitet die Entwicklung der Energiepreise Sorgen.“

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    Der Preis für die US-Rohölsorte WTI legte trotz gestiegener Lagerbestände auf 2,6 Prozent zu und lag mit 122,58 Dollar je Barrel (159 Liter) so hoch wie zuletzt vor drei Monaten. Das Ende der Lockdowns in China schüre Spekulationen auf eine steigende Nachfrage, sagte Analyst Giovanni Staunovo von der Bank UBS. Außerdem droht ein Streik norwegischer Ölarbeiter.

    Anleger hielten sich auch wegen der am Freitag erwarteten US-Verbraucherpreisdaten zurück. Es wird mit einer auch im Mai erhöhten Inflation gerechnet. Diese Daten sind auch für die Fed wichtig. Es wird erwartet, dass die US-Notenbank auf ihren Sitzungen im Juni und Juli die Zinssätze um jeweils 50 Basispunkte anhebt, wobei ein ähnlicher Schritt auch im September wahrscheinlich ist, um die Inflation zu bekämpfen.

    SEC will Regeln für Broker verschärfen

    Bei den Unternehmen rückte Robinhood ins Rampenlicht. Die US-Börsenaufsicht SEC will die Regeln für den Aktienhandel ändern. Damit droht der bei jungen Kleinanlegern beliebten Trading-App ihre Haupteinnahmequelle wegzubrechen: Rabatte und Vergütungen großer Handelshäuser für die Weiterleitung von Aufträgen. Robinhood-Titel verloren 3,9 Prozent, nachdem sie am Dienstag bereits um rund vier Prozent abgerutscht waren. Das Brokerhaus Charles Schwab, dessen Einnahmen ebenfalls zu einem großen Teil aus diesen sogenannten PFOF („Payment-for-Order-Flow“) bestehen, büßten 2,6 Prozent ein.

    Unter Druck gerieten auch die Papiere von State Street, die sich um 5,41 Prozent verbilligten. Einem Medienbericht zufolge denkt der Finanzinvestor über eine Übernahme der Credit Suisse nach. Deren Aktien stiegen in Zürich um fast vier Prozent. Allerdings hatte die Schweizer Bank am Morgen vor einem Verlust gewarnt. Dies drückte die Titel von US-Konkurrenten wie Bank of America, Citigroup oder JPMorgan jeweils um über ein Prozent ins Minus.

    Einzelwerte im Fokus

    Chinesische Firmen: Zu den Favoriten an der Wall Street gehörten US-Aktien chinesischer Firmen wie der Online-Händler Alibaba und Pinduoduo oder der Suchmaschinen-Betreiber Baidu. Sie gewannen dank Hinweisen auf eine Lockerung der strengen Regulierung durch die Regierung in Peking bis zu 14 Prozent.

    Moderna: Der an Omikron angepasste Covid-19-Impfstoffkandidat hat vorläufigen Studiendaten zufolge eine bessere Antikörperreaktion gegen die hochansteckende Variante gezeigt. Das Vakzin – eine Kombination aus dem ursprünglichen Moderna-Impfstoff Spikevax und einem gegen die Omikron-Variante gerichteten Mittel – habe eine überlegene neutralisierende Antikörperreaktion im Vergleich zu Spikevax erzielt, teilt der US-Biotechnologiekonzern mit.

    Das Vakzin wurde als Booster mit einer Dosierung von 50 Mikrogramm verabreicht – die Hälfte der ursprünglichen Dosierung für Erwachsene. Moderna will die Daten nun bei den zuständigen Regulierungsbehörden einreichen und hofft, dass sein Omikron-Booster noch im Spätsommer verfügbar sein wird. Die Aktie stieg um 2,9 Prozent.

    Roku: Bei den Papieren von Roku griffen Investoren ebenfalls beherzt zu. Sie stiegen um neun Prozent. Gerüchten zufolge hat Netflix ein Auge auf den Anbieter von Streaming-Geräten und Betreiber einer Plattform für Online-Werbung geworfen. Da die Online-Videothek offenbar günstigere, werbefinanzierte Abonnements plane, könnte das Unternehmen einen potenziellen Konkurrenten wegkaufen, sagte Analystin Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown.

    Campbell Soup: Die Aktien des Lebensmittelherstellers stiegen um 1,52 Prozent. Das Unternehmen hatte einen bereinigten Quartalsgewinn von 70 Cents pro Aktie gemeldet, der neun Cents über den Schätzungen lag. Auch der Umsatz übertraf die Prognosen, und das Unternehmen hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.

    Campbell hielt auch seine frühere Gewinnprognose aufrecht. Das Unternehmen rechnet nun mit einer höheren Kerninflation als in seiner früheren Prognose.

    Thor Industries: Die Aktien des Herstellers von Freizeitfahrzeugen und Eigentümer der deutschen Hymer-Gruppe stiegen um 0,97 Prozent. Das Unternehmen hatte mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen übertroffen. Thor verdiente 6,32 Dollar pro Aktie und lag damit deutlich über der Konsensschätzung von 4,77 Dollar. Der Fahrzeughersteller sieht Anzeichen für eine Verbesserung der Lieferkettenprobleme.

    Western Digital: Das Unternehmen prüft strategische Alternativen, einschließlich einer möglichen Aufteilung seiner Flash-Speicher- und Festplattengeschäfte. Der aktivistische Investor Elliott Management, der sechs Prozent der Anteile an Western Digital hält, hat auf diese Änderungen gedrängt. Die Aktien fielen um 4,14 Prozent.

    Novavax: Die Aktien klettern um 5,41 Prozent nach oben, nachdem ein Beratungsgremium der Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung des Impfstoffs gegen Covid-19 befürwortet hatte. Die FDA wird nun prüfen, ob der Impfstoff zugelassen wird oder nicht.

    Docusign: Die Aktien stiegen um 2,69 Prozent, nachdem das Unternehmen für elektronische Unterschriftstechnologie eine erweiterte globale Partnerschaft mit Microsoft bekannt gab. Die Vereinbarung verbessert die Integration der Docusign-Technologie in Microsoft-Softwareanwendungen.

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