Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

24.05.2022

22:49

Wall Street

Snap schockt die US-Märkte – Wall Street schließt im Minus

Von: Andreas Neuhaus

PremiumMit seiner Gewinnwarnung löst der Betreiber der Foto-App Snapchat neue Verkäufe am gesamten Markt aus – und dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Erholung.

Große Nervosität an den US-Börsen. Reuters

Straßenschild an der Wall Street

Große Nervosität an den US-Börsen.

Düsseldorf Ein Rekordkurssturz bei Snap schockt die Anleger an den US-Börsen am Dienstag. Snap-Aktien stürzten mehr als 42 Prozent ab und brachen damit so stark ein wie nie zuvor. Der Nasdaq-Index schloss 2,3 Prozent tiefer bei 11.264 Punkten. Der Dow-Jones-Index schloss kaum verändert bei 31.928 Zählern, nachdem er im Handelsverlauf bis zu 1,5 Prozent tiefer notierte. Der breiter gefasste S&P 500 ging mit einem Minus von 0,8 Prozent aus dem Handel.

Der US-Konzern ist von Werbeeinnahmen abhängig. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit – wie aktuell – werden die Kunden oft zurückhaltender. Die Prognosesenkung sei deshalb ein Indiz für die sich verschlechternde Konjunktur und das Werbegeschäft, schrieb Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies in einer Analyse.

Der Kurssturz bei Snap weitete sich direkt nach dem Handelsbeginn in New York auch auf andere vom Werbegeschäft abhängige Technologiewerte aus. Der Kurznachrichtendienst Twitter (minus 5,5 Prozent), die Fotoplattform Pinterest (minus 23,6 Prozent) die Google-Mutter Alphabet (minus 5,1 Prozent) und die Facebook-Mutter Meta (minus 7,6 Prozent) büßten nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg insgesamt mehr als 165 Milliarden Dollar an Börsenwert ein.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Grafik

    „Die gestern nach Börsenschluss veröffentlichte Gewinnwarnung von Snap ist ein weiterer psychologischer Dämpfer für die Börse, die im Moment jeden Strohhalm für eine Erholung nutzen will und muss“, kommentierte Analyst Joachim Stanzl vom Broker CMC Market die Entwicklung. „Mit den Sorgen vor einem einbrechenden Werbegeschäft schwindet die kurzzeitig aufgekommene Hoffnung, dass die arg gebeutelten US-Technologiewerten einen Boden gefunden haben könnten.“

    Am Montag hatte der Leitindex S&P 500 den Handel an der New Yorker Börse knapp zwei Prozent im Plus beendet. Das hatte am Markt die Hoffnung genährt, dass nach einer schon sieben Wochen andauernden Verlustserie für Anleger nun das Schlimmste überstanden ist.

    Aktuell verschärften aber drei Entwicklungen die Konjunktursorgen der Anleger, konstatierten die Investmentexperten von BlackRock. „Die noch schärfere Rhetorik seitens der US-Notenbank Fed, Meldungen zu eingetrübten Gewinnaussichten bei großen US-Einzelhändlern und schwache Konjunkturindikatoren aus China.“ Im Vorfeld der Veröffentlichung der Fed-Protokolle am Mittwoch dürften die Schwankungen an den Börsen hoch bleiben, sagten die Analysten von ActivTrades. „Immer mehr Investoren und Analysten stellen die aktuelle aggressive Haltung der Federal Reserve in Frage und warten auf weitere Details.“

    Es müsse klar erkennbar sein, dass die Zinserhöhungen gegen die hohe Inflation wirkten, ohne eine Rezession auszulösen, sagte Händler Dennis Dick vom Broker Bright Trading. „Bis dahin lautet das Motto an den Märkten 'erst Verkaufen, dann Nachfragen', sagte Händler Dennis Dick vom Broker Bright Trading.

    Handelsblatt Live

    US-Börsenexperte Koch: „Einzigartige Verluststrecke: Der S&P 500 sinkt die siebte Woche in Folge“

    Handelsblatt Live: US-Börsenexperte Koch: „Einzigartige Verluststrecke: Der S&P 500 sinkt die siebte Woche in Folge“

    Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

    Einzelwerte im Fokus:

    Petco: Die Umsatz- und Gewinnzahlen für das letzte Quartal fielen besser aus als erwartet. Die Aktie des Einzelhändlers für Heimtierprodukte stieg um 3,6 Prozent.

    Abercrombie & Fitch: Aktien von Abercrombie & Fitch stürzen zeitweise um 40 Prozent ab, nachdem der Bekleidungseinzelhändler seinen Umsatzausblick für das Gesamtjahr gesenkt hat. Zum Handelsschluss lag das Papier 28,6 Prozent im Minus.

    Insulet: Der Medizingerätehersteller befinde sich laut Bloomberg in Gesprächen über eine Übernahme durch Dexcom, einem Hersteller von Glukoseüberwachungssystemen. Die Aktie von Insulet gewinnt 7,4 Prozent hinzu, Dexcom fällt um elf Prozent.

    Nautilus: Die Aktien des Fitnessgeräte-Anbieters rutschen um rund 19 Prozent ab. Für das laufende Quartal und das Geschäftsjahr 2022/2023 warnte Nautilus vor Ergebnissen unter Markterwartungen. Das Branchenumfeld bleibe schwierig, kommentierte Analyst Mark Smith von der Investment Bank Lake Street. Der Handel sitze auf hohen Lagerbeständen, die während der Pandemie aufgebaut worden seien. Die Titel des Nautilus-Rivalen Peloton geben mehr als sechs Prozent nach.

    Rohstoffwerte: Ein Preisrutsch bei Kupfer zog Aktien aus dem Sektor nach unten. Papiere von Freeport-McMoRan, dem weltweit größten börsennotierten Kupferproduzenten, fallen um 2,9 Prozent. Papiere von Southern Copper und Hudbay Minerals rutschen bis zu 2,6 Prozent ab. Die Sorge vor einer Konjunkturschwäche drückt den Preis für das Industriemetall um 1,8 Prozent auf 9379 Dollar je Tonne.

    Mit Material von Reuters.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×