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19.05.2022

23:22

Wall Street

US-Börsen schließen im Minus – Negativtrend setzt sich fort

PremiumDie Anleger sind mit Blick auf die hohe Inflation weiter verunsichert und ziehen sich aus den Finanzmärkten zurück. Die Angst vor einer Rezession wird immer deutlicher.

Sorgen vor einer Phase der Stagflation. AP

Händler an der New York Stock Exchange

Sorgen vor einer Phase der Stagflation.

New York Die Bremswirkung der steigenden Inflation auf die US-Wirtschaft treibt die Anleger an der Wall Street weiter um. Die Börsen schlossen am Donnerstag nach einem uneinheitlichen Handelsverlauf mit Kursabschlägen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,8 Prozent tiefer auf 31.253 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 11.388 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,6 Prozent auf 3900 Punkte ein.

Sinkende Gewinne von Einzelhandelsriesen wie Target machten Börsianern zufolge deutlich, wie sich der Teuerungsschub auf die Kaufkraft der Amerikaner auswirkt. „Die Verbraucherkomponente beginnt sich jetzt abzuschwächen, was die Aussicht verstärkt, dass wir tatsächlich auf eine Rezession zusteuern“, sagte Randy Frederick, Investmentexperte bei Charles Schwab. Der Konsum ist der Hauptmotor, die Verbraucherausgaben machen mehr als zwei Drittel der Wirtschaftstätigkeit aus.

Am Markt wird spekuliert, die Fed könne angesichts des anhaltend hohen Preisauftriebs künftig zu noch größeren Zinsschritten in Höhe von einem Dreiviertel-Prozentpunkt gezwungen sein. „Die zentrale Sorge, mit der die Anleger derzeit konfrontiert sind, ist, wie die Federal Reserve in der Lage sein wird, die Inflation zu zähmen, ohne eine Rezession zu verursachen“, sagte Ryan Belanger, geschäftsführender Direktor und Gründer vom Beratungshaus Claro Advisors. „Anleger sollten sich an signifikante Abwärts- und Aufwärtsbewegungen bei Aktien gewöhnen, was in Zeiten enormer Unsicherheit üblich ist.“

Die Strategen von Goldman Sachs sehen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent, dass die US-Wirtschaft in den nächsten zwei Jahren in eine Rezession eintritt, während die jüngste Studie von Morgan Stanley eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent für eine Rezession in den nächsten zwölf Monaten zeigte.

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    Einzelwerte im Fokus

    Cisco: Im IT-Sektor trübten gesenkte Umsatzerwartungen von Cisco Systems die Stimmung. Wegen der Lieferengpässe im Komponentensektor ist der Netzwerk-Ausrüster pessimistischer. Die Titel gaben fast 14 Prozent ab. Auch die Aktien von Konkurrenten wie Juniper Networks, Arista Networks , F5 und Ciena gerieten in den Sog und verloren bis zu 3,7 Prozent.

    Canada Goose: Für gute Stimmung bei seinen Aktionären sorgte hingegen Canada Goose mit einer optimistischen Gewinnprognose. Die Firma zeigte sich von der starken Nachfrage nach seinen Luxusparkas und -jacken ermutigt. Die Aktien stiegen um fast zehn Prozent.

    Kohl's: Auf Berg- und Talfahrt gingen Kohl's, nachdem die Kaufhauskette ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt hatte. Die Aktien stürzten zunächst um rund sieben Prozent ab, drehten dann aber mehr als vier Prozent ins Plus.

    Under Armour: Beim Sportartikelhersteller Under Armour tritt der Chef nach einem schwachen Quartal ab. Die Aktien verloren 15,8 Prozent. Sehr schwach mit einem Abschlag von 9,3 Prozent präsentierten sich zudem die Titel von Harley-Davidson. Der Motorradhersteller stoppt die Auslieferungen für zwei Wochen. Grund seien Bedenken hinsichtlich guter Unternehmensführung bei einem Zulieferer, hieß es.

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