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19.10.2021

04:00

ProShares

Krypto-Produkte jetzt auch an traditioneller Börse – Erstes Bitcoin-Futures-ETF startet

Von: Astrid Dörner, Mareike Müller

Der Kryptobranche gelingt ein Durchbruch beim Handel mit ihren Produkten. Branchenbeobachter sehen in der Zulassung eine Signalwirkung über die USA hinaus.

Viele Krypto-Interessierte erwarten, dass sich die Digitalwährung langfristig als eigene Assetklasse etabliert Reuters

Bitcoin-Darstellung

Viele Krypto-Interessierte erwarten, dass sich die Digitalwährung langfristig als eigene Assetklasse etabliert

New York, Frankfurt Die Wall Street bereitet sich aktuell auf die Zulassung des ersten Bitcoin-Futures-ETFs vor. Der börsengehandelte Fonds des Anbieters ProShares wird am heutigen Dienstag unter dem Ticker Bito starten, wie CEO Michael Sapir am Montag bestätigte.

Bito sei geeignet für Anleger, die mit Aktien und ETFs handeln, sich aber nicht damit auseinandersetzen wollen, „ein Konto bei einer Kryptobörse zu eröffnen, oder zu lernen, wie man seine Kryptowährungen selbst verwahrt“, so Sapir. Vier weitere Anbieter ähnlicher Futures-ETFs stehen in den Startlöchern. Medienberichten zufolge könnte Invesco auch noch in dieser Woche starten.

Das Bito-Produkt ist das Erste dieser Art – seine Zulassung gilt damit als großer Durchbruch für die Kryptobranche, die seit Jahren nach Wegen sucht, um Kryptoprodukte über traditionelle Börsen handelbar zu machen. Viele Anleger und Börsenexperten beobachten die Schritte zur möglichen Zulassung seit geraumer Zeit mit großem Interesse.

Die Erlaubnis zum Handel eines ETFs wird als Signal verstanden, dass Kryptowährungen im traditionellen Bankensystem ankommen und sich dort als eigene Anlageklasse etablieren könnten. Teile der Branche sehen darin die Chance, Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Co. langfristig aus einer Nische herauszuholen und einer breiteren Masse an Interessenten zugänglich zu machen.

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    Kaum spezifisches Krypto-Wissen nötig

    Der Grundgedanke: Kryptowährungen werden üblicherweise an speziellen Kryptobörsen wie Kraken, Coinbase oder Binance gehandelt. Kryptobasierte Finanzprodukte wie ETFs ermöglichen es hingegen, dass Kryptowährungen auch an den großen Börsen der traditionellen Finanzwelt gekauft und verkauft werden können, ohne dass spezifisches Kryptovorwissen oder technische Kenntnisse vonnöten sind.

    Futures-ETFs haben jedoch ihre eigenen Risiken, wie auch die US-Börsenaufsicht SEC betonte. Futures sind Termingeschäfte, mit denen sich ein Anleger verpflichtet, ein bestimmtes Produkt zu einem bestimmten Preis zu einem festgelegten Zeitraum zu kaufen. Die ETF-Anbieter halten keine Bitcoins, sondern fokussieren sich nur auf die Futures, die sich dem Bitcoin-Preis zwar annähern, ihn jedoch nicht direkt abbilden. Daher wird der Futures-ETF seinen eigenen Gesetzen und Schwankungen ausgesetzt sein.

    Wichtiges Signal für die USA

    In Deutschland ist das im Prinzip bereits über sogenannte ETNs (Exchange Traded Notes) möglich, die unter anderem an der Börse Stuttgart und der Deutschen Börse handelbar sind. Einen Krypto-ETF hingegen gibt es hierzulande allerdings noch nicht. Denn Indexfonds wie ETFs dürfen nach geltendem Recht nicht mit nur einem einzigen Bestandteil oder Asset wie beispielsweise Bitcoin aufgelegt werden.

    Michael Bußhaus, Gründer und Geschäftsführer des Onlinebrokers Justtrade, erklärt daher: „Der Bitcoin-Futures-ETF in den USA ist eigentlich vergleichbar mit Krypto-ETNs, die in Deutschland schon jetzt handelbar sind.“ Daher geht er davon aus: „Für Anleger hierzulande ändert sich mit der Zulassung erst einmal nichts.“

    Für die Kryptobranche in den USA ist die Genehmigung der SEC hingegen wichtig. SEC-Chef Gary Gensler hatte zuletzt eine große Regulierungsoffensive für die schnell wachsende Branche angekündigt. Dabei hat er vor allem das sogenannte dezentrale Finanzsystem im Blick, das Finanzprodukte anbietet, ohne dabei auf klassische Banken oder Börsen zurückzugreifen. Ein ETF, der auf regulierten Futures basiert, sei jedoch etwas anderes, ließ er vor ein paar Wochen durchblicken. Schon seit Jahren versuchen Anbieter einen Bitcoin-ETF auf den Mark zu bringen, der den Preis der größten Kryptowährung widerspiegelt. Bislang hat die SEC hier jedoch kein grünes Licht gegeben.

    Während einige Investoren durch die Institutionalisierung von Kryptowerten nun auf steigende Kurse hoffen, sind Analysten teilweise verhalten. So schätzt Timo Emden, Gründer des Analysehauses Emden Research, dass „das ganz große Kursfeuerwerk“ ausbleiben könnte, da „eine Zulassung bereits zum größten Teil eingepreist sein dürfte“. Er ist sich allerdings sicher, dass nach der Zulassung die Zahl der Bitcoin-bezogenen Produkte in den kommenden Tagen und Wochen „rasant in die Höhe schnellen“ dürfte.

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