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04.09.2017

15:40 Uhr

Kleinunternehmer

So bekommen Gründer eine Steuererleichterung

VonConstanze Elter

Selbstständige mit geringen Einnahmen können von der Kleinunternehmer-Regelung profitieren. Auch Existenzgründern erspart das viel Arbeit mit der Umsatzsteuer. Sie sollten ihre Gründung aber genau dokumentieren.

Wer anfangs nur geringe Gewinne verzeichnet, kann sich die Umsatzsteuer sparen. dpa

Existenzgründer

Wer anfangs nur geringe Gewinne verzeichnet, kann sich die Umsatzsteuer sparen.

GothaDie Umsatzsteuer macht eine Menge Arbeit: Selbstständige müssen auf korrekte Rechnungen achten und regelmäßig Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt einreichen. Wer aber nicht viel Geld einnimmt, kann sich unter Umständen den bürokratischen Aufwand sparen. Denn die Kleinunternehmerregelung des Umsatzsteuergesetzes sieht vor, dass Selbstständige unter bestimmten Bedingungen keine Umsatzsteuer erheben müssen.

Erste Voraussetzung: Der Vorjahresumsatz darf nicht höher gewesen sein als 17.500 Euro. Im Jahr der Existenzgründung darf der geschätzte Gesamtumsatz des laufenden Jahres 17.500 Euro nicht übersteigen. Zweite Voraussetzung: Im laufenden Jahr dürfen die Einnahmen 50.000 Euro nicht überschreiten.

Pflicht und Kür bei der Steuererklärung

Frist

Abgabetermin für die Einkommensteuererklärung ist jedes Jahr der 31. Mai. Wenn dieser auf ein Wochenende fällt, verschiebt sich die Frist um ein bis zwei Tage.

Steuerberater

Wer einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, muss seine Steuererklärung für 2015 erst am 31. Dezember 2016 abgeben.

Fristverlängerung

Wenn ein Steuerzahler seine Erklärung selbst machen will, es aber nicht rechtzeitig schafft, kann er beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. „Zulässige Gründe können etwa fehlende Unterlagen oder eine längere Krankheit sein“, sagt Isabel Klocke vom BdSt.

Pflicht

Längst nicht jeder Arbeitnehmer ist zur Abgabe verpflichtet. Wer ledig ist, nur Lohn von einem Arbeitgeber bezieht und keine weiteren Einkünfte von mehr als 410 Euro hat – etwa aus einer Nebentätigkeit, einer Vermietung oder in Form von Lohnersatzleistungen wie Elterngeld – kann auf die Abgabe verzichten – oder sich vier Jahre Zeit lassen. Die Erklärung für das Jahr 2015 kann dann noch bis zum 31. Dezember 2019 abgeben werden.

Senioren

Seit einer Gesetzesänderung 2005 sind Rentner häufiger zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. Dies hängt von der Höhe der Bruttorente und dem Jahr des Renteneintritts ab. Wer beispielsweise 2015 in Rente ging, ledig ist und im vergangenen Jahr höchstens 1207 Euro Monatsbruttorente bekommen hat, muss keine Steuererklärung abgeben. Wer mehr bekam, kann dazu verpflichtet sein.

Dann bleiben Selbstständige von der Umsatzsteuer verschont, auch wenn ihre Umsätze eigentlich steuerpflichtig wären. Kleinunternehmer sind von jeglicher Umsatzbesteuerung freigestellt: Sie dürfen deshalb in ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und haben umgekehrt keine Möglichkeit, den Vorsteuerabzug in Anspruch zu nehmen.

Die Umsatzgrenze des Vorjahres ist eine festgeschriebene Größe, die sich aus der jeweils zurückliegenden Steuererklärung ergibt. Anders sieht es beim Umsatz des laufenden Jahres aus, der 50.000 Euro nicht überschreiten darf. Hier geht es um eine Prognose zu Anfang des Jahres, die Sie schriftlich festhalten sollten. Denn das Finanzamt darf den Nachweis verlangen, auf welche Umstände Sie Ihre Prognose zu Jahresbeginn gestützt haben. Zu den relevanten Umsätzen gehören alle erzielten Jahreseinnahmen, also

  • Einnahmen aus dem Verkauf oder der Entnahme von Anlagevermögen
  • bestimmte steuerfreie Umsätze
  • Hilfsumsätze zu den genannten steuerfreien Umsätzen

Zusammen ergeben sie den Gesamtumsatz.

Wenn Sie Ihre gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit erst im Laufe des Jahrs aufgenommen haben, gelten Sie als Kleinunternehmer, wenn Ihr Umsatz umgerechnet auf einen Gesamtjahresumsatz voraussichtlich nicht mehr als 17.500 Euro beträgt.

Manchmal sind die Grenzen zwischen angestellter und selbstständiger Tätigkeit jedoch fließend. Einen solchen Fall hatte vor kurzem das Finanzgericht Thüringen zu entscheiden. Hier bezog ein Angestellter bis zum Jahresende 2015 Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit in einer Privatklinik. Im gleichen Jahr führte der Mann mehrere Besprechungen mit seinem Arbeitgeber über eine künftige Selbstständigkeit. Er wollte ab dem Folgejahr freiberuflich Schulungen und Beratungen anbieten – aus einer Gesprächsnotiz mit dem Geschäftsführer eines anderen Unternehmens ergab sich, dass man in diesem Gespräch über den Entwurf des Beratervertrags diskutiert habe. Der Beratervertrag selbst datierte allerdings erst vom Januar 2016, im gleichen Monat fand die erste Schulung statt.

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